Ja, mach nur einen Plan…

Ihr Lieben,

diese Phrase (sowie die folgenden Zeilen) aus dem „Lied von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens“ aus der Dreigroschenoper von Brecht gehört zu meinen Lieblingszitaten. Denn erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt. Aber dazu später.

Seit dem letzten Tag Barcelona habe ich hier nichts mehr geschrieben. Viel Aufregendes ist auch nicht passiert. Aus Barcelona bin ich gut weggekommen, nur mit einem kleinen bisschen Verspätung. 6 Uhr aufstehen ist halt nicht so wirklich meins. Aber wenigstens kann man sich in Spanien sicher sein, dass man ohne allzu viele Sperenzchen zum Flughafen kommt.

Das Steinmetzunternehmen hat uns einen Grabsteinentwurf zugesandt, wir waren alle damit einverstanden, und in etwa zwei Wochen kann ich endlich Pflanzschalen für das Grab kaufen. Und wenn wir schon bei Familie sind: der letzte Kaffeeklatsch hat, in sehr kleiner Besetzung, bei mir in Köln stattgefunden und war sehr nett. Ich hatte Kürbiskuchen gebacken, diesmal aber wieder mit Hokkaido sowie mit Kirschen und Schokoladenstückchen drin. Man muss halt immer ein bisschen variieren 😋.

An unserem Standort Braunschweig haben wir ja wegen Abmietung der Flächen umgebaut, das fast fertige Ergebnis haben wir dann mal angesehen, mit dem Verteter des Vermieters Verhandlungen geführt. Zudem hatte ich eine Ausschusssitzung und der Betriebsrat hat mich um Gespräche gebeten. So war ich Mittwoch und Donnerstag theoretisch zwei komplette Tage vor Ort. Allein die Deutsche Bahn hat es mal wieder geschafft, dass mir einige Stunden wertvolle Lebens- und Arbeitszeit verloren gingen. Dennoch alles geschafft. Ich erinnere mich an Zeiten, wo ich gerne Bahn fuhr und die Vorzüge in höchsten Tönen pries. VorZÜGE. HAH!

Bleiben wir kurz bei der Arbeit: Ich muss bei zwei Audits mitwirken und habe entsprechend auch an Vor- bzw. innerbetrieblichen Audits teilnehmen. Dazu Arbeitsschutzausschusssitzungen (8 im Jahr), dazu elektronische Unterweisung auf 5 Gebieten. Diese Woche war voll damit. Früher (wo ja bekanntlich alles besser war 😉) habe ich mich ja zu 20% um Regularien gekümmert und bin 80% der Zeit meiner Tätigkeit nachgegangen. Das hat sich fast umgekehrt. Puh.

Ja, und jetzt die Pläne… Ihr erinnert Euch vielleicht, ich habe großkotzig angekündigt, ich würde im Oktober mit Benjiro durch Italien und Frankreich düsen. Ich hatte 11 Hotels in 18 Tagen gebucht, eine Eintrittskarte für einen künstlerischen Garten von Niki de St. Phalle erworben und fast schon Vignetten für die Maut-Straßen gekauft. Aber als ich aus Braunschweig wiederkam und abends zuhause saß, dachte ich, ich müsse ja bekloppt sein. Urlaub soll doch Erholung sein! Nichts an meinen Plänen deutete auch nur den Hauch einer Erholung an. Ich stornierte alle Hotels (eines machte es kulanterweise) und buchte zwei Tage später eine Kreuzfahrt von Warnemünde nach Marseille. Die war im Supersonderangebot.

Klar, da renne ich auch durch die Häfen, aber ich muss nicht ein- und auschecken, nicht planen, nicht 3.600 km fahren. Zudem ist fast jeder zweite Tag ein Seetag. Die Vision ist, dass lauter nette Stewards um mich herumwuseln und mir farbenfrohe Cocktails servieren, während die Landschaft an mir vorbei gleitet und das Schiff mich an interessante Orte wie das Guggenheim-Museum in Bilbao oder die alte Königsstadt Guimarães bringt. Na, mal sehen.

So, das soll es für jetzt auch mal gewesen sein. Habt alle eine schöne Restwoche und bis bald, Euer

P.S.: Ach, Orangenmarmelade hatte ich auch mal wieder gekocht, aber sie ist ein bisschen dünnflüssig geworden. Ich nehme sie für Joghurt, Pfannkuchen und auf Brot schmeckt sie auch immer noch.

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