Was der Massenerhaltungssatz mit Pflaumenmus zu tun hat

Ihr Lieben,

neinneinnein, keine Angst, das wird keine naturwissenschaftliche Abhandlung. Ich bin da ja selbst nicht allzu bewandert, auch wenn ich gerne Bücher über überraschende Phänomene auf diesem Gebiet lese.

Diese Woche war erstaunlich ruhig, es ist unter der Woche wenig passiert. Ich bin ja jetzt in einem Diabetes-Programm (wo mich mein früherer Hausarzt schon vor Jahren hätte reinpacken müssen) und war bei der routinemäßigen Blutabnahme. Die Ergebnisse erfahre ich erst kurz vor meinem Urlaub, da der Doc auch mal ein paar Tage frei hat. Sie seien ihm gegönnt.

Am Samstag hatte ich frei und so tobte ich mich in Haushalt und Küche aus. Ich nähte(!!!) ein Loch in der Hosentasche, das darf sich allerdings kein Profi angucken, sortierte Papiere, wusch Wäsche und Geschirr und schaute nach einem Hotel für die Zwischenfeiertage im Dezember (bisher ergebnislos). Und verwüstete die Küche.

Zum einen gab es Pflaumenmus. Zwar hatte ich kürzlich erst Powidl im Auguste zubereitet, aber da war nicht mehr viel von übrig. Diesmal machte ich Mus im Backofen; aus den anderthalb Kilogramm schon entkernten Pflaumen (plus 150 Gramm Zucker plus 3 EL Rum plus ein paar Gewürze) bekam ich gerade mal anderthalb Gläser Mus raus. Wo ist der Rest hin? Und schon sind wir bei der Überschrift. Der Massenerhaltungssatz besagt ja – verkürzt ausgedrückt -, dass Materie nicht verloren geht. Hm. Das bedeutet, dass sich jetzt ganz viele Pflaumensaftatome mit meiner Küchentapete verbunden haben. Naja. Aber lecker ist das Mus geworden.

Dann hatte ich plötzlich unbändigen Appetit auf Schweinebraten, Rotkohl und Knödel. Den Kohl (war sogar sehr gut) und die Knödel (naja) kaufte ich fertig, und den Braten machte ich dann mit einer Starkbiersauce. Den besten Bier-Schweinbraten meines Leben hatte ich ja mal in einem kleinen Kaff in Bayern, Garching, das ist Jahrzehnte her: eine Sauce zum Reinknien, der Kohl perfekt und der eine Semmelknödel fluffig und von der Größe eines Jupitermondes. Für 7 Mark 80. Mein Braten kam diesmal nahe dran.

Sonntag dann ging es in die Abteil Brauweiler zu den KunstTagen Rhein-Erft. Da bin ich seit Anbeginn der Zeiten fast jedes Jahr. Ich glaube, ich habe nur zwei oder drei Termine verpasst. Ich traf mich mit Ruth in strömendem Regen, so schlenderten wir erst einmal durch die Säle des Hauptgebäudes. Wie immer wurde ich sofort fündig bei der Ausstellung der Schüler*innen der LVR-Donatus-Schule. Die anderen Künstler waren auch sehr sehenswert. Was auffällt ist der Trend, hochpreisigerer Kunst den Zuschlag zu geben. Tolle Sachen! Aber 12.000€ für ein Triptychon habe ich jetzt nicht mal eben so, abgesehen vom Platz (es war es wert, keine Frage!). Ich habe mir zwei kleine Metallskulpturen von Karl-Heinz Pesch geleistet, einem sehr sympathischen Künstler.

Als wir mit Sälen, Nebengebäuden und Kreuzgang durch waren, schüttete es immer noch. Wir huschten daher nur schnell durch die Außenanlagen, wo es – zumindest aus dem Augenwinkel heraus – auch wieder schöne Skulpturen gab. Wer den Platz hat… Danach ging es ins Café zu Kirschstreusel (es gibt vielleicht doch einen Gott) und Milchkaffee.

Ihr Lieben, schon wieder eine Woche rum, schon wieder eine Woche näher an der Rente. Habt noch einen schönen Sonntagabend und morgen einen famosen Start in die Woche. Euer

P.S.: Ich habe Montag mal gedacht, warum nicht mal einen Auflauf mit Kartoffeln, Hackfleisch, Gemüse und Cheddar ohne Anbraten und Schichten etc. probieren? Alles mischen, würzen und ab dafür. Naja, aus dem Ergebnis kann man Häuser bauen. Findet mal keinen Eingang in meine Kochbücher.

P.P.S.: Unter unseren Büros eröffnete diesen Freitag der Ableger einer auf Instagram gehypten Hähnchenbraterei. Schon Stunden vor der Eröffnung versammelten sich dort vor allem Kinder (Schulpflicht?), später wuchs die Menge an und es kam zu Tumulten. Na, wem’s Spaß bereitet.

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