das Netz scheint jetzt wieder stabiler und ich kann wieder mein Tablet benutzen. Wir sind immer noch in der Sitatunga-Lodge bei Maun. Geplant war ein sehr frühes Frühstück, das ich beinahe hätte überspringen müssen, weil ich nicht aus der Pompfe kam. Daher brach etwas Hektik bei mir aus. Ich schaffte eine Katzenwäsche und eine Tasse Kaffee (KAFFEE!!!!), ansonsten gab es Toast und Eierkram. Leider kein Obst, aber ich war ja ohnehin in Eile. Um 7 Uhr ging es los. Wir fuhren zweieinhalb Stunden zu einem Ort, wo Mokoros ablegten, so heißen die Boote im Okovango-Delta nämlich und nicht wie mein wildes Wortgebilde von gestern. Anderthalb Stunden ging es dabei über eine Buckelpiste, die aber hier „afrikanische Massage“ heißt.
Am Delta angekommen bestiegen wir zu je zweit die Fiberglasboote, die von einem „Poler“, quasi dem Gondoliere, durch das Schilf und über Lagunen gesteuert werden. Wichtig bei diesen Booten ist, dass sie schwer auszubalancieren sind und die Passagiere sich daher nicht drehen oder hektisch bewegen dürfen. Auch wurden wir vorgewarnt, dass ggf. kleine Spinnen in das Boot springen, wir sollten sie aber einfach gewähren lassen und nicht wildfuchtelnd herumkreischen. Mit dieser Info ausgestattet hatte ich schon gestern eine Mitreisende gebeten, ein Team zu bilden, weil ich sie für besonnen hielt. Es war eine gute Wahl, denn sie steuerte bei der Verteilung der Boote sofort auf den Chefgondoliere zu und erklärte ihm, wir seien seine Kunden. Auch dies eine gute Wahl, da er sehr gut englisch sprach und sehr fachkundig erklärte, was um uns herum passiert.
Man hätte viele Tiere sehen können, Elefanten, Flusspferde, Giraffen, Gnus… Ich nehme es vorweg: Wir sahen in weiter Ferne eine Hippo-Mama mit ihrem Baby, ansonsten waren eher Vögel unterwegs. Aber die gleitende Fahrt durch diese stille, wunderbare Landschaft war ein Megaerlebnis. So schöne Farben, so schöne Seerosen, so klares Wasser. Dazu der sich wiegende Schilf und das besondere Blau des Himmels. Nach 45 Minuten sanften Schaukelns kamen wir auf einer Insel an, auf der wir Spuren lesen lernten und unser gemeinsames Mittagessen einnahmen. Zurück ging es wieder im Mokoro. Weitere 45 Minuten in dieser bezaubernden Landschaft.
Leider kamen dann wieder anderthalb Stunden Massage und 1 Stunde Asphalt auf uns zu. Auf der Fahrt sahen wir die üblichen Verdächtigen, Gnus, Rinder, Ziegen… viele kleine Bretterbuden, mehr oder weniger geöffnet und manchmal mit nicht ganz eindeutig identifizierbaren Waren bzw. Dienstleistungen. Die Eseldichte hier ist erstaunlich! Und die der Wildhunde ist auch nicht unbeachtlich. Es war sehr schön, dass wir im Hellen wieder im Camp waren, da konnte ich dann endlich mal duschen. War hakelig, da erst kein Wasser und dann nur kochendes aus der Leitung kam, aber mit ein bisschen Rumhüpferei unter Ausstoß kleiner spitzer Schreie ging es.
Das W-LAN ging ja nun wieder (mit ein paar Ausfällen) und ich war hocherfreut, zu sehen, dass ich so viel Post bekommen habe. Ich versuche, sie sukzessive zu beantworten. Danke, Ihr Lieben, das ist sooooo nett!
Morgen soll es wieder mitten in der Nacht losgehen, wir haben dazu noch ein Briefing mit Dumile. Ich lasse mich überraschen. Eine Mitreisende meinte, das sei schließlich kein Urlaub, sondern eine Reise. Da müsse man Abstriche machen.
Ich hatte noch überlegt, ein paar Anekdoten von gestern zum besten zu geben, bzw. einiges näher zu beleuchten, aber ich bin schon wieder geschafft! Man wird *zwinker* halt alt.
Zusammenfassend kann man aber jetzt schon sagen, dass sehr viel gefahren wird, aber die Erlebnisse allesamt weite Wege rechtfertigen.
Eigentlich war hier der Schluss vorgesehen. Aber es ereignete sich dann am Abend doch noch etwas: Beim Briefing wurden Y. und ich als Geburtstagskinder ausgerufen und bekamen ein Ständchen dargebracht und zwei Torten geschenkt. Meine bringe ich dann mit nach Hause, damit Ihr sie bewundern könnt. Sie könnte etwas angedötscht sein. Beim Abendessen hab ich dann eine Runde geschmissen. Eigentlich wollte ich meinen Geburtstag ja nicht an die große Glocke hängen. Na, zu spät.Es war dann recht lustig, trotz des eher traurigen Essens. Meine Kotletts waren eine Herausforderung für jede Zahnversicherung. Und der Rest der Truppe war jetzt auch nicht restlos begeistert.
Morgen geht es, wie gesagt, wieder in aller Herrgottsfrühe los, es gibt wohl wieder eine Bootsfahrt und einen, wenn ich das richtig verstanden habe, Elefantenpark-Besuch.
Das war ein schöner Geburtstag im Okovangodelta. Ich hoffe, wir sehen uns morgen wieder!
in der Nacht ging ein starkes Gewitter über Ghanzi nieder. Ich habe aber geschlafen wie ein Stein und nichts davon mitbekommen. Am Morgen regnete es aber immer noch heftig. Die armen Camper. Bei einem Paar stand Wasser im Zelt. Beim leider wirklich schlechten Frühstück erfuhr ich, dass auch Löwengebrüll zu hören war. Interessant war auch, dass ich als Alleinreisender einen Tanzpalast zugewiesen bekam, Paare hingegen in viel kleineren Zimmern hausen mussten. Eine Mitreisende war so enttäuscht von der Lodge, dass Tränen flossen.
Gegen 8 Uhr brachen wir zu einem Spaziergang mit den San, dem hiesigen Buschvolk, auf. Wir bekamen erklärt, wie gejagt wurde, welche Heilmethoden angewendet werden und erhielten weitere Einblicke in die frühere Lebensweise. Es war ein megainteressanter Spaziergang mit einem pantomimisch sehr begabten Jäger, drei Frauen und einem sehr aufgeweckten Kind. Und wieso „frühere Lebensweise“? Nun, die Regierung hat beschlossen, das Buschvolk zu „zivilisieren“, indem sie es anwies, die Hütten zu verlassen und in Häuser zu ziehen und ihnen die Jagd verbot. Einige Mitglieder des Stammes schert das zwar nicht, aber die Kultur des Buschvolkes wird so zerstört. Als Touristenattraktion darf es aber herhalten. Unser Guide Robert war sichtlich erzürnt, als er uns diese Entwicklung schilderte.
Wir verließen die San und machten uns auf den Weg nach Maun, das am Okowango-Delta liegt. Dort werden wir zwei Nächte in der Sitatunga-Lodge verbringen. Auf dem Weg kamen wir an einem Haufen Geier vorbei, die sich über einen toten Esel hermachten. Großes Geraune im Bus, und Dumile stieg in die Eisen und setzte zurück, so dass wir Aufnahmen machen konnten.
Unser Mittagessen nahmen wir an einem kleinen Rastplatz ein. Jenny meinte es sehr gut mit der Mayonnaise im Nudel-Thunfischsalat, so dass ich die Finger davon ließ. Ich stürzte mich dafür auf die leckeren Orangen und aß etwas Rohkost. Gegen 15 Uhr kamen wir in Maun an und fuhren direkt zum Flughafen. Dort erwarteten uns Kleinflugzeuge, um uns 45 Minuten lang über das Okowango-Delta fliegen sollten.
Ich wurde einem Flugzeug zugeteilt, jedem war ein Fensterplatz zugesagt. Es stellte sich aber heraus, dass man sich verzählt hatte. Zwar waren genug Sitze vorhanden, aber einer ohne Fenster. Und dreimal dürft Ihr raten, wer den bekam, weil er guterzogen allen anderen den Vortritt ließ… Für 175 Euro fand ich das absurd und erklärte, dass ich so nicht fliegen wolle. Meine Mitreisenden stimmten sofort einen Chor an, dass das ja nun gar nicht… und was für eine Frechheit… Nach 2 Sekunden war klar, ich durfte vorne im Cockpit mitfliegen. Das alleine war schon den Preis wert! Aber es kam noch besser, denn der Flug war super.
Zum „fantastisch“ fehlte leider ein bisschen, weil es kaum Wasser im Delta gab. Aber wir bekamen eine Vorstellung davon, wie es hier aussähe, wenn – Achtung, es wird wieder politisch – China nicht einen Staudamm in Angola gebaut hätte, der verhindert, dass das Delta die Wassermenge bekommt, die es bräuchte, um dieses Weltnaturerbe am Leben zu erhalten. So erklärt sich vielleicht der Umstand, dass Angola als einziges afrikanisches Land in Botswana Visagebühren entrichten muss. Und zwar nicht zu knapp.
Dennoch, wir sahen Elefantenherden, massenweise Antilopen, Flusspferde, Giraffen, Büffel, Zebras und wasweißich und eine spektakuläre, weite Landschaft. Und ich als Co-Pilot eines AVON-Flugzeugs.
Wir fuhren anschließend zu unserer Lodge, die leider vom Standard noch weiter hinter der gestrigen zurückblieb. Kein Kühlschrank, das „Bad“ draußen, kein vernünftiger Sitzplatz und kein W-LAN. Außer in der Bar, in der ich aber nicht schreiben konnte, da dort viele Mitreisende mit mir plaudern wollten und zusätzlich mehrmals der Strom ausfiel und daher auch kein Internetanschluss bestand. Wir hatten ein Briefing mit Dumile und es wurde deutlich, dass sich eine gewisse Unzufriedenheit breit macht. Dumile gibt sein Bestes, aber er ist unser Portal zum Veranstalter. Er tut mir leid, aber Kritik an der Planung der Reise ist berechtigt. Nichtsdestotrotz hatte der Tag tolle Momente, was mich insbesondere für eine Gefährtin freut, die ihren 50. Geburtstag feierte. Sie war glücklich mit der Wanderung und dem Flug.
Apropos Geburtstag: ein extralieber Gruß geht am 10. April an meinen Vater raus, der seinen 86. Geburtstag feiert! Herzlichen Glückwunsch, lieber Papi! Alles Liebe ❤ und Gute 🍀 für das kommende Lebensjahr! So, es gäbe so viel mehr und ausführlicher zu schreiben, aber auf der Handy-App für Notizen ist das etwas anstrengend und das Tablet kann ich nicht verbinden . Beim Frühstück versuche ich, diesen Erguss zu posten, aber wir fahren um 7 Uhr schon wieder los, um mit… jetzt würde ich gerne googeln, wie die Boote heißen… Mokokos meine ich… über den Okovango zu gondolieren. Mal sehen, ob es klappt. Und mal sehen, wer mich morgen kentern sehen möchte. 😁
Allerdings nicht nach Gaborone, Ihr Lieben, wo diese fiktive Privatdetektivin ihr Wesen treibt.
Ich schrieb es bereits: Eine Romanfigur hat auch damit zu tun, dass ich diese Reise mache. Und heute verlassen wir Namibia schon und machen uns auf Entdeckungsreise durch das nördliche Botswana, wo die Highlights u.a. das Okovangodelta und der Chobe Nationalpark sind.
Gestern hatten wir ja das angekündigte Treffen mit Dumile und Jenny und uns wurden Daten, Preise und Termine um die Ohren geworfen, dass diese wie Dumbos Riesenlauscher nur so hin- und herschlackerten. Es kann dermaßen viel optional gemacht werden, unglaublich. Bestimmte Aktivitäten sind aber alles andere als preiswert. Allein der Besuch der Victoria Wasserfälle kostet 50 US$. Der Hubschrauberflug darüber für 15 Minuten 175 US$, wenn ich richtig hingehört habe. Weitere optionale Aktivitäten hingegen sind nach Dumiles Meinung gefährlich. Die Bootsfahrt zu den Hippos z.B., die so lange bezahlbar wirkt, bis diese vermeintlich gutmütigen Riesen mal ein Boot kentern lassen. Vieles muss in bar entrichtet werden, daher sollte man immer ein Auge auf seine Devisen haben.
Es wird auf jeden Fall sehr spannend und bestimmt nicht langweilig. Bei der Vorstellung der Reise haben wir uns als Gruppe wieder ein ganz klein wenig besser kennengelernt, beim darauffolgenden Abendessen in Kleintischgruppen dann in geänderter Konstellation noch mehr. Ich habe natürlich meine Lieblinge schon entdeckt und spüre auch etwas Gegeninteresse. Niemand ist bisher unangenehm aufgefallen, aber einige Mitreisende sind eben spannendere oder lustigere Gesprächspartner. Ich denke, dass sich die richtigen Grüppchen herausbilden werden. Das Abendessen war übrigens in Buffetform, qualitativ unter den südafrikanischen Standards, über die ich in meinen Südafrika-Berichten so lobende Worte fand, aber durchaus vielfältig und lecker. Für umgerechnet 15 Euro darf man ja auch nicht mosern. Außerdem habe ich mal wieder seit langem einen Pinotage aus der False Bay getrunken, den ich sehr mochte.
Die Nachricht des Abends aber war, dass wir uns um 6 Uhr 30 zum Frühstück versammeln und um Viertel nach 7 abdüsen. Herrjeh! Hätte ich doch bloß Herrn Jemine mitgenommen, der könnte mir beistehen (Insider). Aber es wird noch schlimmer kommen: An einem Tag werden wir um 5 Uhr irgendwas mit Sonnenaufgang oder so machen. Ich war so erschrocken, dass ich den Rest der Ankündigung nicht mitbekam. Zusammengefasst: Viel, früh, teuer. Aber das war ja teilweise bekannt. Ich werde Urlaub vom Urlaub brauchen. So, jetzt aber erstmal ab zum Frühstückssaal. Am Abend berichte ich dann weiter.
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Die Landschaft ist atemberaubend!
Nun zu heute: Wir fuhren nach einem guten Frühstück Richtung botswanische Grenze und machten einen ersten Stopp in Gogabis, um uns dort mit Snacks und Getränken zu versorgen. Außer dem Sparmarkt haben wir von dem Ort nichts gesehen. Wie ja auch von Windhoek mehr oder weniger nichts (aber da sind wir am Ende der Reise ja nochmal). Aber ich war froh, als ich im Weinregal des SPAR „Protea“ entdeckte, einen mir sehr genehmen südafrikanischen Rosé. Da aber die Bierschränke abgeschlossen waren, war sofort klar: Sonntag! Alkoholverkaufsverbot. Ich habe dennoch zwei Flaschen in mein Körbchen gehievt und wurde erwartungsgemäß an der Kasse belehrt, man dürfe mir den Wein nicht verkaufen. Ich setzte mein traurigstes Gesicht auf und bedauerte diesen Umstand sehr. Dann setzte ich mein gewinnenstes Lächeln auf und machte Komplimente. Ich bin nun stolzer Besitzer zweier leckerer Flaschen Rosé.
Gogabis‘ Charme macht sich erst auf den zweiten Blick bemerkbar.
Die Straßen in Namibia sind sehr gut und Dumile hatte auch einen guten Zacken drauf. Hinter Zäunen, die sich die ganze Strecke ohne nennenswerte Abzweige entlangziehen, entdeckten wir Springböcke, Ziegen, Schafe, Kühe. Mitreisende haben zwei Giraffen gesichtet, andere eine Rotte Paviane. Die Landschaft ist schier endlos! Es dominieren Bäume, deren Zahl Legion ist, die aber nicht so nahe beieinanderstehen, dass es als Wald durchgehen würde.
We’ll have Champagne with the Chicken, James.
Kurz vor der botswanischen Grenze hielten wir an einem Rastplatz und nun wurde gemeinsam mit Jenny das Essen zubereitet: Es gab simple Sandwiches, aber dafür wurde geschnibbelt, eingedeckt, und nachher alles wieder gespült und weggeräumt. Jeder hat ein bisschen Hilfe beigesteuert. Und alle waren zufrieden. Dann kamen wir an die Grenze: Um Namibia zu verlassen, muss man ein Formular ausfüllen und seinen Pass stempeln lassen. Wir staunten Bauklötze, als wir gegen eine grün-weiße Wand aus botswanischen Kirchenmitgliedern einer Gemeinde liefen, die in Namibia eine Schwestergemeinde zu Ostern besucht hatte und nun wieder zurück in die Heimat wollten. So an die 312.000 Personen. Ein Grenzbeamter! Um es kurz zu machen, wir haben Stunden gebraucht und Dumile hat es auch noch beschleunigt, indem er uns in Minigruppen durch einen Seiteneingang lotste, wo wir schneller ann den Bearbeitungstresen kamen. Unchristlich? Nein, ich denke nicht, denn die grün-weiße Flotte karrte eine Busladung nach der anderen an und deren Inhalt drängelte sich ungeniert vor.
Wir mussten dann noch beim Entern von Botswana einen Gesundheitscheck überstehen, der darin bestand, dass unsere Unbedenklichkeit ohne Murren bescheinigt wurde. Naja, wir mussten für diese Reise immerhin alle geimpft sein und durften nach dem Gesundheitscheck am Namibia Airport schließlich auch einreisen. Und wie Ihr bestimmt von gestern noch wisst, war das eine Prozedur! Himmeldieberge (es hat doch wohl keiner gepetzt?)! Da konnte man das in Botswana ja eher locker mit uns sehen. Weiter ging es dann noch zum Einwanderungsschalter, das war auch so leicht und schnell. Ich glaube, dass eine der schlimmeren Hinterlassenschaften der Kolonialzeit auch die preußische Akribie ist. Wir werden übrigens wohl später auf der Reise auch auf Nama und Herero treffen, da wird die schlimmste Geschichte der deutschen Kolonialzeit in Namibia nicht undiskutiert bleiben.
Mal Grenzposten posten…. war schon immer ein Traum von mit.
In Botswana, Ihr glaubt es nicht, sah es von hier auf gleich vollkommen anders aus. Nee, nicht unbedingt die Landschaft, aber es wimmelte plötzlich von Tieren, die am Straßenrand grasten, die Straßen selbst bevölkerten und den Bus zu Bremsmanövern zwangen. Wir sind alle völlig baff. Sind das Tiere, die einen Besitzer haben? Gibt es eigentlich wilde Rinder? Und Wildpferde? Darüber hinaus kreuzten Schafe, Ziegen, Gnus und auch viele Esel in nicht unbeträchtlicher Herdengröße alle paar Meter unseren Weg. Das war also unsere erste Safari. Alles Nutztiere, aber in einer schier unglaublichen Dichte.
Bauernhofsafari der besonderen Art. Beeindruckend an der Zahl!
Wir mussten weitere 200 Kilometer bis zu unserer Unterkunft fahren und waren wegen des Zeitverlustes arg spät in der Tautona Lodge. Wir sollten dann das Abendessen am Bus vorbestellen und wurden anschließend zu unseren Zimmern gebracht. Ich habe ein Zimmer direkt am schönen Park, gegenüber des Restaurants. Ja, das spielt noch eine Rolle. Das „Zimmer“ ist riesig! Mit einem riesigen Strohdach, einem Badezimmer, einer Behelfsküche und einem Schlafzimmer, in dem auch ein Square-Dance-Festival ausgerichtet werden könnte. Nur alles ziemlich abgewohnt, aber sauber und irgendwie passend im positiven Sinne. Ich mag diese Lodge. Ich machte Katzenwäsche und lief zum Restaurant. Hier saßen die Lodge-Reisenden an einem großen Tisch und verstanden sich prächtig. Es ist wirklich eine gute Reisegruppe. Sechs unserer Mitreisenden haben sich für die Zeltvariante der Reise entschieden, die mussten dann noch in einem benachbarten Camp Ihre Zelte aufbauen und selbst kochen. Ich bin gespannt auf deren Bericht.
Das Abendessen verlief lustig, nachdem alle verstanden hatte, dass man, wenn man etwas wünscht, sich auch darum kümmern muss. In anderen Ländern Afrikas ist es auch normal, dass das Servicepersonal seeeehr relaxed ist und man sich als Gast unaufgeregt bemerkbar machen muss. Da ist die Truppe aber tiefenentspannt (übrigens viele Vielreiser dabei, die sind ja ohnehin gelassen).
Wir kommen zum Park-Zimmer. Dumile hat vor Erreichen der Lodge angekündigt, dass das traditionelle Jazz-Event stattfinden würde, man ihm aber versprochen hätte, auf die Gäste Rücksicht zu nehmen und es nicht ausufern zu lassen. Leute, während ich dies schreibe wird vor meinem Zimmer allerfeinste afrikanische Jazzmusik gespielt! Wer Manu Dibango (RIP) kennt, weiß, was ich meine. Und jetzt hat man, um 23 Uhr, aus Rücksicht offensichtlich aufgehört. Ich weiß, dass keiner der Künstler das lesen wird, aber ich hätte Euch auch noch 3 weitere Stunden zugehört.
Der Palmengarten vor meinem Zimmer mit Jazzkonzert
Ich weiß, wir haben immer noch nicht wirklich viel gemacht… und haben dennoch viel gemacht. Mir gefiel der Tag heute sehr, wir haben fast alle mit Einheimschen geredet, wir haben als Gruppe viel Spaß und eine „Nutztier-Safari“ gehabt, wir genossen die Weite der Landschaft, und jetzt kommt „Jenseits-von-Afrika“-Schmalz: das ganz besondere Licht.
Und jetzt bin ich auch wieder bettschwer und freue mich auf morgen. Wir wandern mit den San und fliegen am Nachmittag über das Okovango-Delta. Udo S., Grüße gehen raus an Dich!
Ich bin gerührt über die vielen Rückmeldungen zu meinen Reiseberichten und hoffe, Ihr seid auch morgen wieder virtuell mit mir unterwegs!
Liebe Grüße, Euer Gerry
P.S.: Ich habe mir aus den Ramotswe-Romanen die Grußformel für Frauen und Männer gemerkt. „Dumela Mma“ bzw. „Dumela Rra“. Der Damm ist dann gebrochen, ich liebe es! Sofort wird einem berichtet, welche deutschen Wörter man kann und schwupps, ist man im Gespräch.
P.P.S.: Unsere immens stabile Klapprigkeit (ich spreche vom Bus, nicht von mir) heißt Mbele. Dieses Wort hat mehrere Bedeutungen. Einmal steht es auf Swahili für „voran“, aber auch für Gatter und soll den protektiven Charakter des Gefährtes ausdrücken. (Huch, merke es gerade selbst.)
P.P.P.S.: Daniel, das ist jetzt für Dich. Es ist ein eher künstlerisch wertlos… äh… wertvolles Bild, da ich mit der neuen Kamera den Makro-Modus nicht finden konnte, bis ein Mitreisender (Danke A.) es mir erklärt hat. Für diese Kaktusblüte zu spät.
ich stieg in den Flieger und bekam sofort eine Krise. Ich hatte ein halbes Dutzend kreischende Kinder um mich herum. Eins krakeelender als das andere. Mal ehrlich, wenn man nicht auswandert, warum nimmt man dann Babys mit? Aber möglicherweise gibt es keine Großeltern mehr, die aufpassen wollen…
Hinter mir saß ein Mann, der glaubte, das Entertainmentprogramm reagiere schneller, wenn man auf die Tasten einprügelt. Ich informierte ihn, dass eine leichte Berührung ausreiche, woraufhin er sich wortreich entschuldigte. Und dann kam es ganz dicke.
Man montierte eine Babyschale vor mein Gesicht und packte eins der Bälger (sorry) da rein. Ich konnte meinen Monitor für das Entertinmentprogramm nicht mehr hochklappen und wie das mit dem Essen hätte gehen sollen, war mir auch ein Rätsel. Geschweige denn, mal den Fensterplatz verlassen zu können. Gezwungenermaßen tauschte ich mit der Mutter die Sitze (der Vater saß mit einem weiteren Kind schon in „meiner Reihe“ auf dem Gangplatz) und erhielt deren Gangplatz in der Mittelreihe links hinter mir. Adieu Schlaf, nichts mehr zum Anlehnen.
Man war sehr bemüht seitens des Kabinenpersonals, bot mir einen Mittelsitz in der Notausstiegsreihe an, aber das wäre ein noch schlechterer Tausch gewesen. Ganz ehrlich. Ich war angepisst ohne Ende, hatte ich ja immerhin einen nicht unerheblichen Aufpreis für den Sitz bezahlt. Ansonsten war der Flieger voll und es gab keine Alternativen.
Nach dem Essen (das loriotesk ablief) wollte die Stewardess dann etwas aus der Ablage über mir holen. Dabei ließ sie einen Stapel Kotztüten und Servietten über mich regnen. Sie ist vor Schreck fast gestorben. Mein Sitznachbar hatte keine Probleme mit seiner Schlafposition und gab im Minutentakt Grunzlaute von sich, die an einen gequälten Wolpertinger erinnerten.
Ein Mann aus einem Mittelsitz rechts hinter mir schloss sich übrigens kurz nach dem Start auf der Toilette ein und verließ sie nur einmal in der Mitte des Fluges kurz, um sich dann wieder bis zur Landung einzuschließen. Ich habe keine Vorstellung, in welcher Haltung die Bordtoilette bequemer sein soll… Ich achte auf dem Rückflug mal darauf.
Ethiopian hatte sich eigentlich damit für mich erledigt, aber ich habe / hatte ja noch drei weitere Flüge mit denen zu absolvieren.
Völlig zerschlagen kam ich in Addis Abeba an. Wir mussten trotz Transfer noch einmal durch die Sicherheitskontrolle, die allerdings eine Farce war.
Etwas angeschlagen…
Im Transitbereich gönnte ich mir einen Kaffee. Kaffee in Äthiopien, das hat doch was. Da hat mich dann ein völlig zugedröhnter Österreicher angequasselt, der auf seinen Anschlussflug nach Maputo wartete und im Minutentakt Bier und Wodka in sich reinschüttete. Gottseidank kam dann eine junge Israelin rein, über die er dann herfiel. Ich nutzte die Gelegenheit und empfahl mich.
Man merkt, dass wir auf der Südhalbkugel sind, hier stehen die Männer Schlange an den WCs
Der zweite Flug war dann keine Katastrophe, aber auch kein Zuckerschlecken, wieder Gangplatz, aber mit extrem viel Beinfreiheit. Hier war ich von Franzosen umringt, die mich – in Zusammenarbeit mit der Stewardess – erst mit Wasser übergossen und dann einen kleinen Rucksack auf meinen Schädel fallen ließen. Naja, da kann ja nicht mehr viel kaputt gemacht werden. Sie beschworen in beiden Fällen lautstark die deutsch-französische Freundschaft.
Endlich landeten wir…. ja, genau, mitten in der Wüste. Faszinierend. Der Flughafen Windhoek liegt etwas außerhalb und besteht vorwiegend aus Luftaufsichtsbarracken. Die Einreisefomalitäten zogen sich wie Zahnarztbesuche. Und zeitgleich waren zwei Flieger aus Johannesburg und Kapstadt gelandet. Und der Zoll hat seine Aufgabe noch sehr ernst genommen! Nur die Dame vom „Gesundheitshafen“ war völlig zurükhaltend. Es hat eine kleine Ewigkeit gedauert, bis sich unsere 20-köpfige Reisegruppe zusammenfand. Dann erstmal Namibia-Dollar ziehen und mit Getränken versorgen.
Verpetzt die arme Frau aber nicht.
Unsere beiden künftigen Reisebegleiter sind Jenny, die Köchin, und Dumile, der Fahrer, und im Duo unsere Reiseleiter. Ich gehe davon aus, dass Djoser keinen anderen mehr vor Ort hatte, denn es war wohl ein deutschsprachiger Begleiter angekündigt. Und das können beide nicht. Und ich fürchte, wir haben in der Gruppe zwei oder drei Teilnehmer, denen das vielleicht nicht zusagt. Zu recht womöglich.
Wir fuhren 30 Kilometer in dem klapprigen Jeep-Bus, den ich schon bei der Präsentation im Kölner Hotel gesehen hatte, und ja, ich lag richtig, das wird eine Herausforderung für meine Wirbelsäule. Aber Führer und Reisegruppe scheinen nett und es ist halt ein Abenteuer. Und in den letzten 24 Stunden ist so viel Mist passiert, es kann ja jetzt nur noch Gutes widerfahren 🙂
Die Fahrt lieferte erste, aber nicht beweisfeste Eindrücke von Windhoek und Umgebung. Alles karg, aber dennoch grün, viel Gebirge und sehr zersiedelt. Aber weiß Gott, wo unser Safari-Hotel liegt. Wilde Tiere habe ich auch schon gesichtet. Nämlich eine Herde Schafe.
Gerade sammeln und säubern sich alle im Hotel, das ein wenig altbacken, aber schön ist (ich begab mich nach einer schnellen Dusche in die Hotelbar), danach halten unsere Guides um 18 Uhr eine Pressekonferenz und dann geht es zum gemeinsamen Dinner. Und danach schmeisse ich mich ins Bett.
Morgen erzähle ich dann hoffentlich nur Schönes. Aber ich hoffe, Ihr freut Euch auch an den heutigen Schilderungen, die ich in ein paar Jahren laut lachend und völlig überzogen wiedergeben werde. Auch unangenehmes hat sein gutes.
Also, bis morgen? Würde mich freuen! Euer Gerry
Waffen gehören übrigens nicht ins Handgepäck, die gehören in den Koffer!
Packen, das leidige Thema. Wer hier mitliest, weiß, wie sehr ich das hasse. Jetzt kam erschwerend dazu, dass ich mir überlegen musste, was ich auf einer Rundreise unter womöglich erschwerten Bedingungen zusätzlich mitnehme, da man ja in der Wüste nicht mal eben schnell ein paar Sandalen erwerben kann. Oder doch? Dann wurden wir gebeten, ich erwähnte es bereits, nicht mehr als 15 Kilogramm an Gepäck mitzunehmen, aber die Kameraausrüstung, den Feldstecher, den Reiseadapter, Power-Banks und dergleichen nicht zu vergessen. Eine Herausforderung! Was soll ich sagen: 15 kg Seesack und 6 kg Kabinenrucksack. Aber mit mulmigem Gefühl. Nicht, dass ich sonst immer 10 kg völlig unnötige Klamottage in den Urlaub mitnehme! NEIN!! NIEMALS!!! Wo denkt Ihr hin?
Unsere Route…
Der Flieger sollte kurz nach 22 Uhr starten, ich fuhr also um 17 Uhr mit dem Zug Richtung Frankfurt.
Mit der Bahn klappte alles hervorragend, wir waren sogar zu früh am Frankfurter Flughafen. Als ich meinen Check-in-Schalter suchte, bekam ich einen kleinen Schrecken, denn die Schlange vor Ethiopian Airways war exakt 99 km lang. Aber es ging dann doch recht schnell, und an der Sicherheitskontrolle musste ich gar nicht warten. Das habe ich so auch noch nicht erlebt. Aber ist ja ganz schön. Vielleicht ein gutes Omen.
Ich habe schon Mitglieder der Reisegruppe gesichtet; sie hielten Djoser-Papiere in der Hand oder haben sich über die Reise unterhalten. Ich outete mich noch nicht, wir haben uns ja noch lange genug an der Backe. Aber keiner sah geisteskrank aus.
Im Terminal suchte ich leider vergeblich nach einer netten Bar. Ich setzte mich notgedrungen an die Theke einer überteuerten Restauration, wurde dann aber prächtig unterhalten. Das Team war international und sehr lustig. Highlight war dann ein Pärchen, die ihre bestellten Drinks nicht zahlen wollten, weil sie sie nicht mochten. Da flogen aber mal die Fetzen. Gastro ist schon ein herausfordernder Job.
So, in einer Stunde wird geboardet und ich flattere Richtung Addis Abeba, dem afrikanischen Drehkreuz für internationale Flüge.
Ach, die Malaria-Prophylaxe. Ja, nach Durchsicht des Beipackzettels habe ich mich kurzerhand dazu entschlossen, die Tabletten als Notfallbehandlung mitzunehmen, aber keinesfalls als Prophylaxe einzunehmen. Häufige Nebenwirkungen: Merkwürdige Träume, Angstzustände, Schlaflosigkeit und dergleichen mehr. Na, dann doch lieber an- und abschwellendes Fieber bzw. im Idealfall eben keine Einschränkung. Ich hatte gestern noch Kühlschrankleerfress-Gäste, die das auch so sahen.
Wenn alles klappt, habe ich einen kurzen Aufenthalt in Äthiopien und lande mittags dann in Windhoek, Namibia.
Morgen Abend dann mehr, dann von unter der afrikanischen Sonne. Seid Ihr dabei?
lange, lange, lange und noch viel länger habe ich mit mir gerungen, ob ich tatsächlich eine „Busreise“ durch das südliche Afrika unternehmen soll. Eine Reise, die vorsieht, dass ich die Sussusvlei-Dünen hochstapfe, im Okovango-Delta herumpaddele und mit den San, einem Volk im südlichen Afrika, auf Wanderschaft gehe. Eigentlich bin ich inzwischen zu alt und unsportlich für so etwas. (Als ob ich ich jemals sportlich gewesen wäre!)
Aber…. wenn nicht jetzt, wann dann? Etosha- und Chobe-Nationalpark. Hoba-Meteorit. Windhoek, Swakopmund. Victoria-Wasserfälle!!! Der Veranstalter bot zumindest eine Lodge-Variante der Reise an, also würde ich nicht in Zelten schlafen müssen. Nicht, weil ich das nicht spannend gefunden hätte. Aber Himmel: Mein Rücken! Der wird ja möglicherweise auch in klapprigen Jeeps und Bussen schon nicht geschont!
Beim Buchungsprozess aber stieß ich auf eine Hürde. Ich konnte zwischen Lodge- und Zeltvariante wählen, aber nicht, dass ich auch gerne ein Einzelzimmer hätte. Es war vorgesehen, dass man mit einer gleichaltrigen und -geschlechtlichen Person ein Doppelzimmer teilt. Ihr Lieben, das wollte ich nun wirklich niemandem zumuten! Mir übrigens auch nicht. 3 Wochen mit einem Unbekannten (der andere) oder einem Schnarcher (mir)? Aber das wurde nach kurzem Schriftwechsel wohl gelöst und ich darf alleine Wälder sägen. Behauptet zumindest die Buchungsbestätigung.
Ich war bei der reisemedizinischen Beratung und wurde in Vorbereitung auf die Tour bei drei Terminen acht (!) Impfungen unterzogen! Und bekam ein Rezept für eine Malariaprophylaxe. Von der soll man müde werden und merkwürdige Träume bekommen. Hm. Prima für eine Reise! Naja, man kann die Tabletten auch erst als Medikation im Falle einer Ansteckung nutzen. Denke noch darüber nach.
Inmitten der ganzen Planung kam eine Einladung des Reiseveranstalters zu einem Info-Tag. Für so alles, was sie anbieten. In einem großen Kölner Hotel. Ich bin hin und habe mir – obwohl ja längst gebucht – den Vortrag zu meiner Reise angehört. Herrjeh! Eine Dame fragte, wie es sich mit den hygienischen Umständen während der Busfahrt verhielte. Der Referent sprach von einer Schaufel. Herrjeh!!!! Ihr werdet im Laufe der Reise vielleicht mehr darüber erfahren. Oder auch besser nicht. 15 Kilogramm sollten wir bitte nur an Gepäck einpacken. Aber Feldstecher, Kameraausrüstung, Taschenlampe und Wasserflasche nicht vergessen. Leute, ich sehe zwar nicht so aus, aber mein Kulturbeutel wiegt schon 10 Kilogramm.
Thema Besorgungen. Was brauche ich? Ich kaufte ein paar als safari-erprobt beworbene Kleidungsstücke (Merke: Mücken werden von schwarz, blau und grau angezogen!) und Sprays gegen alle möglichen Viecher. Neue Akkus für meine neue Kamera (welche ich nicht in der Lage bin zu bedienen) wurden besorgt, ebenso wie ein Jahresvorrat an Medikamenten. Dollarscheine in verschiedensten Stückelungen (auch ein Abenteuer, da dran zu kommen!). Ein neuer Rucksack. Rei in der Tube.
14 Tage vor der Reise erhielt ich dann meine Flugverbindungen. Von Frankfurt nach Addis Abeba und dann weiter nach Windhoek. Zurück die gleiche Chose. Sitz 33 F, 21 J, 44 B und was weiß ich. Da waren Mittelsitze dabei! HORROR! Ich wollte mich bei Ethiopian Airways registrieren, um das zu ändern. Keine Chance. App runtergeladen, klappte, man kannte sogar meine Buchung. Platzänderung? „Sorry, something went wrong.“ Panik.
Aber ich bin gemeinsam in einer WhatsApp-Spiele-Gruppe mit Belma, deren Schwester in der Reisebranche arbeitet, die mir nach kürzester Zeit einen Link schickte, wo ich meine Plätze auf XL-Seats umbuchen konnte. Das hat mich sooooo erleichtert! Ihr Beiden, wie versprochen gibt es mindestens Kühlschrankmagneten! Ich hätte übrigens auch auf Business-Class bieten (!) können. Ja, wie bei einer Auktion. Der Spaß hätte mich aber ab so etwa 2.300 Dollar gekostet!
Nur noch ein paar Tage und dann feiere ich meinen Geburtstag in Botswana! Ach, und das ist übrigens der Grund, warum ich diese Reise mache. Nein, nicht der Geburtstag. Botswana steht auf meiner sich ständig ändernden Liste der Top-10-Reiseziele, genau wie die Victoria-Wasserfälle. Die Wasserfälle erklären sich vielleicht von selbst. Auf Botswana hatte ich mich vor vielen Jahren versteift, als ich die Romane von Alexander McCall Smith über Mma Ramotswe, der fiktiven botswanischen Privatdetektivin, las. In Folge beschäftigte ich mich ein bisschen mit dem „Vorzeigeland Afrikas“ und war schockinteressiert. Wer übrigens am 11. April vor Ort ist, wird auf ein Abendessen und ein Getränk eingeladen.
Und wieso nur „vielleicht Sambia“? Nun, es ist im Reiseprogramm nicht vorgesehen, aber man kann an den Victoriafällen, wo wir uns zwei Tage lang aufhalten, mit einem Tagesvisum das Spektakel auch von der anderen Seite aus ansehen, und das wäre halt mein Plan. Mal sehen, ob es klappt.
Die Reise wird definitiv spektakulär. Natürlich werde ich ein Reistagebuch führen, aber man hat mich – „man“ ist das Internet – vorgewarnt, dass ich diesmal wirklich Probleme haben könnte, jeden Abend eine Netzverbindung vorzufinden. Also, es gilt wie immer: Wenn Ihr nichts von mir hört, dann liegt das eher an der Technik, als daran, dass ich beim Schnorcheln im Okovangodelta von einem Nilpferd entführt wurde und bis zu meiner Entpflichtung als Spielkamerad für dessen Kind herhalten muss.
Würdet Ihr mich denn wieder virtuell begleiten? Ich würde mich sehr freuen! Auch über Kommentare. Freitag geht es los, Samstag lande ich in Windhoek.
im Supermarkt meines Vertrauen gab es frischen Bärlauch. Jippieh! Und Bären fischen ja bekanntlichermaßen Lachse. Noch bekannter ist die Tatsache, dass Nudeln glücklich machen. Wer weiß das denn bitteschön nicht? Also:
Ich koche einen Topf Nudeln bis kurz vor dem Al-Dente-Punkt. Ich schnibbele drei Stangen Frühlingszwiebeln, ein Dutzend Bärlauchblätter, einen kleinen Block Fetakäse und ein Stück rohen Lachs (etwa 400 g) klein und vermenge alles mit den Nudeln, in die ich der besseren Umrührbarkeit wegen vorher 200 ml Milch gegeben habe. Mit einem Becher Sahne verrühre ich viel Pfeffer, Salz, etwas Zucker, zwei, drei Spritzer Tabasco sowie den Saft einer halben Zitrone. 3 EL Olivenöl dazu und einen EL Wasser. Mit der anderen Mischung vermengen und alles in eine (bzw. zwei) Auflaufform(en) geben. Kräftig Muskatnuss drüber geben und mit Mozzarella-Raspeln bestreuen. Ab in den Ofen bei 180°C für 35 bis 40 Minuten.
was für eine reißerische Überschrift, nicht wahr. Vielleicht wechsele ich doch auf meine alten Tage in die Redaktion eines Boulevardmagazins. 🙂 Was hat es aber denn nun damit auf sich?
Also, heute war ich mal wieder im Eselpark Zons, bei absolutem Sauwetter! Aber das war mir fast egal, da ich ohnehin den ganzen Tag in der Mitarbeiterküche Marmelade kochen wollte, die zugunsten des Eselparks verkauft werden sollte. Und da ich noch mehrere Kilogramm Orangen aus meinem Crowd-Farming-Projekt hatte, war auch klar, dass es Orangenmarmelade werden sollte.
Es gibt ja jetzt keine einzige Frucht, die beim Einkochen mehr Arbeit macht, als Orangen. Quitten vielleicht. Man muss den Zestenabrieb dünnst abpiddeln, die Orangen gründlichst schälen, so dass sie – im Gegensatz zu mir – keine Orangenhaut mehr haben und dann auch noch alles ein bisschen zerkleinern, weil sonst der Pürierstab nicht hinterher kommt. Aber das Ergebnis lohnt des Aufwand. Zumal ich viele helfende Hände hatte. Darinka, Alexia, Alex und ich haben um den großen Tisch gesessen und stundenlang die Früchte aufbereitet. Wir hatten aber viel Spaß dabei! Der Rest der Bande musste im Matsch arbeiten. Fehlte nur, dass wir Küchenlieder aus dem 19. Jahrhundert gesungen hätten.
Heute war viel Besuch da, Darinkas Eltern, die ein ganz entzückendes Paar sind, Freunde von Peter aus Kanada, aber auch einige Helfer. Es war wirklich schön heute, es ist immer eine so fröhliche Atmosphäre. Beim Schnibbeln haben wir noch einen Sekt verkostet, ich musste direkt 2 Kisten erstehen. Der Eselsekt gärt auf der Flasche und schmeckt seeeehr lecker! Wie auch die Eselweine. Kontakt kann ich herstellen; ein Teil des Erlöses kommt – dem Winzer sei Dank – dem Park zugute.
Köche erfreuen sich in der Damenwelt äußerster Beliebtheit!
Die fertige Marmelade kann übrigens im Eselpark erstanden werden, aber wenn weg, dann – wer hätte es gedacht – weg. Aber auch wegen der kunstvoll bemalten Eier und Steine von Alex (die übrigens auch das tolle Etikett für die Marmelade entworfen hat) lohnt sich ein Abstecher, um eine Spende dafür zu hinterlassen. Man sollte dabei aber bedenken, wie viel Arbeit in so einer Miniatur steckt. Und – Ihr wisst ja – Besuche bitte bei Darinka oder Peter anmelden!! Mehr Infos auf der Homepage. Übrigens habe ich einige Orangen auch gegen Spende an Freunde und Bekannte abgetreten, da ist einiges zusammengekommen. Danke an Euch alle!
Alex‘ Kunstwerke
„Was ist bloß mit Cora los?“, so der Titel dieser Folge der beliebten Serie „Cora in der Klinik“. Neulich fand ich ein Schreiben von Toyota Deutschland im Briefkasten, der mich aufforderte, SOFORT einen Werkstattermin zu vereinbaren, weil Cora sonst die Zulassung entzogen werden könnte, da eine Gasdruckpatrone im Fahrerairbag explodieren und so zu einem tödlichen Geschoss werden könne. Bis zum Werkstatttermin nenne ich Cora jetzt mein kleines Todessternchen, was sie so gar nicht lustig findet. Verstehe ich nicht. Kommende Woche ist die OP.
Was ist sonst so passiert? Donnerstag bin ich mit totalen Erkältungssymptomen aufgewacht und dachte nur, nicht schon wieder, aber die Tests waren negativ und heute ist bis auf einen Schnupfen alles wieder abgeklungen. Aber ehrlich, ich kann eigentlich gar nichts mehr bekommen, denn in Vorbereitung auf meine Afrika-Reise habe ich so ziemlich alle Impfungen abgeräumt, die es zu kriegen gibt.
Apropos Corona: Es ist ja fast wieder Normalität eingekehrt. Das ist schon schön. Die Doppelkopfrunden treffen sich wieder, ich gehe oft mit oder zu Freunden essen oder habe Besuch. Wie ein Spuk im Hinterkopf fühlen sich die letzten drei Jahre an.
Als letztes noch ein einigermaßen erfreuliches Thema: Unsere Petition gegen Raser wurde jetzt in mehreren Sitzungen und Ausschüssen auf die Tagesordnung gesetzt und wir bekommen viel Unterstützung. Klar, die Mühlen Gottes mahlen langsam und die Kölner Verwaltung möchte sich ja nicht über Gott stellen, daher wird hier noch ein Gang mehr runtergeschaltet. Aber es kommt Bewegung in die Sache. Unsere größte Hoffnung ist es, dass wir im Sommer Ruhe haben.
Meine Lieben, jetzt seid Ihr quasi wieder halbwegs auf dem laufenden. Ich hoffe, es geht Euch gut und ich wünsche Euch allen, auch wenn es zur Zeit nicht wirklich danach aussieht, einen wunderschönen Start in den Frühling!
P.S.: Den Kuchen von gestern gab es im Park auch noch, dazu den Elsässer Apfel von Alex und zu Peters „allergrößter Freude“ einen Zitronenkuchen von Anni. Wir anderen mochten ihn aber gerne essen.
morgen ist wieder einmal Eselpark angesagt – ich werde da hauptsächlich Orangenmarmelade einkochen, deren Verkaufserlöse dem Eselpark zugute kommen soll – und was passt besser zu einem solchen Besuch als ein tierischer Kuchen?
Vor ewig langer Zeit hatte ich mal einen Zebrakuchen vorgesetzt bekommen, den ich optisch einfach gelungen fand. Ich habe mich ein bisschen im Netz schlau gemacht und wollte dann auf eine der Seiten verweisen, deren Rezept ich klauen wollte und stellte fest, dass die Teigzusammenstellung bei allen fast identisch ist. Eigentlich ist es auch idiotensicher.
Aus 300 Gramm Mehl, einem Tütchen Backpulver, 200 Gramm Zucker, 4 Eiern, 250 Milliliter Sonnenblumenöl, einer Prise Salz und etwas Vanillekonzentrat wird ein Teig gerührt, der so lange mit Mineralwasser aufgefüllt wird (etwa 100 Milliliter), bis er eine gerade nicht mehr zähe Fließkonsistenz hat. Die Hälfte davon abnehmen und mit zwei Esslöffeln Backkakao vermengen. Jetzt kommt die Geduldsprobe. In eine mit Backpapier ausgelegte und gefettete Springform wir löffelweise abwechselnd heller und dunkler Teig in die Mitte gegeben, so dass der zuerst platzierte Teig nach außen Richtung Springformrand läuft. Leute, das nimmt etwas Zeit in Anspruch!
Am Ende sieht die so gefüllte Backform so aus:
Jetzt die Springform für etwa 40 Minuten in den auf 180°C vorgeheizten Ofen spedieren und nach Stäbchenprobe herausholen und auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.
Normalerweise gehört da jetzt eine sehr dünn gerührte Zitronenglasur drauf, damit man das Muster noch erkennen kann. Da aber König Peter I. keine Zitrone mag, habe ich Schokoladenganache darüber gegeben. Das Muster sieht man je dennoch beim Anschnitt. Ganache? 300 Zartbitter-Schokolade in Stücken werden mit 200 Milliliter Sahne bei geringer Hitze geschmolzen und verrührt. Etwas erkalten lassen, noch einmal aufrühren und auf dem Kuchen verstreichen.
Frisch aus dem Ofen!
Guten Hunger!
Um einen deutlich sichtbareren Effekt zu haben, muss man offensichtlich mehr Teig der gleichen Farbe auf einmal auftragen, so sieht es esslöffelweise aus und der Kontrast ist nicht wirklich sichtbar.
kann man von glücklichen Hühnern sprechen, wenn sie geschlachtet werden? Eigentlich gar nicht. Aber ein Quasi-Nachbar und Mitpetent gegen die Raserszene in Poll kennt einen Bauern, der seine Hühner zumindest artgerecht hält und sie gesund und biologisch füttert. Eines dieser Hühner habe ich erstanden.
Das zweieinhalb Kilogramm schwere Huhn musste erst einmal ein bis zwei Tage ruhen. In der Zwischenzeit überlegte ich mir, wie man es zubereiten könnte. Mir fiel meine Reise nach Marrakesch ein, wo ich köstliches Bulgur mit Hühnerfleisch gegessen hatte, und entschied mich für die folgende Variante:
Eine Handvoll getrockneter Aprikosen werden in kleine Würfelchen geschnitten und ein paar Cashewkerne klein gehackt. Zweihundert Gramm Bulgur (der kleine Bruder vom Couscous) werden in eine Schüssel gegeben und mit 400 ml heißer Hühnerbrühe übergossen. Quellen und abkühlen lassen. Dabei ab und zu umrühren.
In einer Pfanne werden währenddessen in Olivenöl eine gehackte Zwiebel, etwas Chili und Knofi angedünstet. Dann wird das „Gehackte“ zugegeben und mit Lieblings-Gewürzen verköstlicht! Ich nahm Ras-el-hanout, eine marokkanische Gewürzmischung, die es inzwischen in vielen Supermärkten oder Asia-Läden zu kaufen gibt. Ein Curry oder Garam Masala täte es aber auch sehr gut. Diese Mischung, die ein bisschen in der Pfanne gebrutzelt hat, heben wir jetzt zusammen mit einem Esslöffel Orangenabrieb und einer Handvoll gehackter Petersilie unter das Bulgur.
Das Huhn wird gewaschen, trockengetupft und dann innen und außen gepfeffert und gesalzen und mit der Bulgurmasse gefüllt. Mit z.B. Rouladennadeln oder Zahnstocher verschließen.
Jetzt bereiten wir noch die Einpinselsauce zu. In einem Töpfchen werden geschmolzene Butter, Honig, Salz, Pfeffer und Orangensaft vermischt.
Der Bräter, der nun zum Einsatz kommt, wird mit dicken Kartoffel- und Möhrenstücken ausgelegt. Etwas Weißwein angießen. Darauf legen wir unser Huhn und pinseln es das erste Mal ein. Der Ofen, in den wir das gute Stück auf die Mittelschiene spedieren, ist schon vorgeheizt auf 180°C. Alle 30 Minuten mit der Butter-Orangen-Sauce übergießen bzw. einpinseln. Das Huhn dabei ein- oder zweimal wenden. Auf Verbrennungserscheinungen achten, aber auch darauf, dass die Haut Farbe bekommt und knusprig wird.
Nach etwa anderthalb bis 2 Stunden sollte das Huhn fertig sein. Kerntemperatur 83 Grad steht im Großen Buch der Hühnerbraterei. Wer also so ein Messgerät hat… Ich hatte zwei Stunden, das war zwar ein Tacken zu lang, aber auch nicht dramatisch.
Rausholen, auf den Tisch spedieren und hoffentlich glücklich sein! Meine lieben Nachbarn, die Testesser, haben zumindest bis zum Abschied alle überlebt!