Dresden, Tag 2

Ihr Lieben,

immer noch bin ich ganz verzückt von der schönen Oper gestern. Ein paar szenische Elemente haben mich irritiert und zwar dergestalt, dass es deswegen keinen Aufschrei gegeben hat. Schießende Kinder (wobei die Jungs auf die als Wild verkleideten Mädchen schossen), eine debile Wirtsgehilfin (ist das im Libretto so gewollt?) und eine betende Menge. Das Publikum war inklusive meiner einer dennoch begeistert. Besonders das Ännchen und der Fürst waren mit unglaublichen guten Stimmen besetzt.

Der späte Abend war dann nicht ganz so entspannt, weil in einem Zimmer schräg gegenüber (übrigens schon gestern früh) ein Hund um sein Leben kläffte und jaulte. Offensichtlich hatten seine Besitzer das Tier mal eben eine lange Zeit alleine gelassen. Die Rezeption konnte (oder wollte) nichts unternehmen und so bleibt mir nur, zu hoffen, dass der Hund vor Aufregung die ganze Bude… äh… Sorry.

Während des Frühstücks überlegte ich mir dann pingelig genau, welche Stationen ich heute mit dem Bus anfahren wollte. Man muss ja doch eine gewisse Zeit auf die Nachfolgefahrt warten. Elbschlösser? Oder lieber Großer Garten? Und die Zigarettenfabrik im Stil einer Moschee! Ich muss ja auch noch auf die Brühl’schen Terrassen! Also, wird Zeit, dass Du in die Puschen kommst, mein Lieber!

Schon an der Einstiegshaltestelle tummelten sich Millionen von Menschen. So viel also zu meinem Plan. Ich beschloss, die Ausstiegshalte schwer zu begrenzen. Das stellte sich als eine gute Idee heraus, denn bei jedem Wiederzustieg wurde ich mindestens einmal abgewiesen, da der Bus zu voll sei.

Ich fuhr also nur an der Zigarettenmoschee vorbei und verließ den Bus erst beim großen Garten. Diesen kann man mit einer Parkeisenbahn erkunden, die in ca. 20 Minuten einmal durch die riesige Anlage fährt. Sie wird von Dresdner Schülern betrieben. Es wundert vielleicht nicht, dass ich kein einziges Mädchen gesehen habe. Irgendwie ist Eisenbahn doch ein Jungs-Ding. Es ist auf jeden Fall eine Gute-Laune-Aktivität.

Ich fuhr weiter zu den Elbschlössern. Auf den Terrassen des Lingner-Schlosses kredenzte man mir ein süffiges Landbier. Der Blick von dort aus über die Elbe hin nach Dresden ist fantastisch! Ich spinxte noch bei Schloss Eckberg über die Mauer und lief an Schloss Albrechtsberg wieder zum Bus. Die Elbschlösser sind ein wunderbares Ensemble mit stellenweise würdevoller Patina. Sehr lohnenswert ein Ausflug dorthin.

Ich verließ den Bus ein letztes Mal am Albertinum und lief von dort über die Brühlsche Terrasse, an der Kunstakademie (mit der Zitruspresse als Kuppel) vorbei zur Frauenkirche. Leute, Leute. Es ist echt schwer, da mal reinzukommen. Dauernd ist sie für Besichtigungen gesperrt, sei es wegen eines Konzerts oder einer Andacht oder weil die Putzkolonne da mal durch muss – ich weiß es nicht. Ich brachte aber in Erfahrung, dass ich ab 19:30 Uhr mein Glück versuchen könne. Ganz knapp vor meiner Stadtführung. Ob ich es jemals schaffen werde, sie von innen zu besichtigen??? Als Ersatzhandlung besuchte ich dann halt die Kathedrale Sanctissimae Trinitatis. Fühlte sich aber irgendwie nicht richtig an :-).

So langsam merkte ich meine Spreiz-Senk-Platt-Quadratfüße, kaufte mir ein paar Postkarten und ließ mich an der Käseglocke auf ein Kellerbier nieder (neinneinnein, ich bin wirklich kein Biertrinker!) und schrieb der Handvoll Menschen, die mir auch noch schreiben. Der Dresdner ist scheinbar sehr originall im Vergeben von Spitznamen. Die Käseglocke ist ein als Wartehalle erbauter Pavillon, der ein kleines gastronomisches Angebot hat. Sehr nette Bedienung, sie lieh mir einen Stift und war total begeistert, dass es noch Postkartenschreiber gibt. Was gibt es noch? Die Zitruspresse hatte ich oben ja schon erwähnt. Auf dem Rathaus steht eine güldne Figur, die die rechte Hand in einer Art und Weise ausstreckt, die an dunkle Zeiten erinnern, die keineswegs irgendein Heil brachten. Man diskutierte und verwarf die Idee der Demontage. Es ist nun das Nieselmännel, das prüft, ob es regnet. Die Friedenstaube auf der sächsischen Staatskanzlei, die es leider nicht mehr gibt, sah eher aus wie eine Henne und wurde entsprechend benannt. Es gibt noch massenweise anderer solcher Beispiele. Naja, in Köln macht man das ja auch. Ich finde insbesondere die „Mülltüte“ sehr passend!

Das Wetter, mit dem ich wirklich Glück hatte!, wurde schlechter und ich fuhr ins Hotel zurück, um mich für den Abend umzuziehen. Auf dem Weg dorthin lief ich über die Augustusbrücke, auf der sich Menschenmassen versammelt hatten. Was war denn da los? Drei Fesselballons machten sich vor der Staatskanzlei zum Start bereit. Das ist schon ein erhabenes Bild, wenn so ein Ding mit Zischen in die Lüfte steigt. Aber mich bekämen da ja keine zehn Pferde rein. Leute, das ist ein Korb! Ein KORB!!! An dünnen Seilen an einer Art Bettlaken befestigt, das sich nur wegen etwas heißer Luft aufbläht. Danke, aber nein danke!

Ich schrieb noch ein wenig Tagebuch, dann eilte ich zu Frauenkirche, um mit einer Menschenmenge zu kollidieren, denn es ist ja voll, also in Dresden, erwähnte ich es schon? Und all diese Menschen wollten ebenfalls in die Kirche. Ich war kurz versucht „Huhu, Horst!“ zu rufen, um mich ann bis zu einer mir völlig fremden Person vorzudrängeln, konnte mich aber gerade noch so beherrschen. Ich kam trotzdem mit dem ersten Schwung rein; viele, viele andere mussten draußen bleiben.

Der Innenraum ist ganz nett gestaltet, es ist für Erntedank geschmückt. Fast noch interessanter fand ich die ein wenig labyrinthische Unterkirche. Nun, ich war auf jeden Fall mal drin!

Ich hatte nur nicht viel Zeit, musste ich doch zu meiner Nachtwächterführung am Taschenbergpalais. Was soll ich sagen? Nach einer halben Stunde war ich völlig genervt von dem Führer und verließ die Gruppe. Ich hätte mir durchaus mehr Zeit für die Frauenkirche nehmen können. Die Witze des Herrn hatten 50er-Jahre-Niveau, sehr zotig, er verhaspelte sich ständig und war an sich sehr anstrengend.

Dresdner, die meine Nachrichten auf Facebook verfolgen, rieten mir, auch einmal ins Dresden 1900 zu gehen, übertitelt mit „Museumsgastronomie“. Das liegt auch sehr schön an der Frauenkirche und es gibt eine Menge sächsischer Spezialitäten. Ich entschied mich für einen Batzen, der Kellnerin zufolge der Haushit, ein Braten mit Biersauce, Sauerkraut und Bratkartoffeln. Das war auch wirklich sehr lecker und der Service war prima.

Am Nachbartisch saß ein älterer Mann, der schwer alkoholisiert mit allen Umsitzenden in grottemschlechten Englisch (er hatte Italiener und Amerikaner an der Angel) über die Probleme der Welt disputierte. Ziemlich auffällig. Er könnte vielleicht Nachtwächter in Dresden werden.

So, das war wieder ein erlebnisreicher Tag. Ich brauche definitiv mehr Zeit. Ich habe noch 271 Pläne, wie packe ich die in einen Tag?

Die Auflösung gibt es morgen (Spoileralarm: ich schaffe nicht wirklich alles). Bis denn und liebe Grüße aus der Landeshauptstadt!

Euer Gerry

Was ist eigentlich aus seinem Bruder Milli geworden?

Dresden, Tag 1

Ihr Lieben,

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, holt euch doch schonmal einen Kaffee, oder auch ein Bier, je nach Tageszeit bzw. Lust, bis ich mich sortiert habe.

Fangen wir beim Frühstück an, das war ganz ordentlich. Einziges Manko waren die nur zwei existierenden Kaffeemaschinen für gefühlt 2000 Gäste.

Als erstes wollte ich einen bezahlbaren Parkplatz für Cora suchen. Man knöpfte mir tatsächlich für die eine Nacht 24 Euro an der Hotelrezeption ab. In der Königsstraße aber wurde ich fündig und konnte dort einen Parkplatz für zwei Tage für insgesamt 6 € ergattern. Das ist einigermaßen in der Nähe des Hotels, auch wenn ich jetzt für meine abendliche Flasche Wein etwas weiter laufen muss. Denn, ihr ahnt es schon, ich habe entsprechend vorgesorgt.

Mit der Straßenbahn, wofür das Deutschland-Ticket nicht alles gut ist, fuhr ich zum Postplatz, wo ich einen der Sightseeingbusse enterte. Die Tickets hatte ich schon zu Hause gebucht, der Online-Vorteil ist, dass man einen zweiten Tag umsonst oben drauf bekommt. Alle Busse waren heute übrigens ziemlich voll, Dresden ist rasend gut besucht! Ich startete am Taschenbergpalais, von wo aus der Bus einige Stationen mit mir abfuhr. Auf der Strecke konnte ich leider nicht so viel sehen, da die Fenster geschlossen und das Dach zugedeckt waren. Aber einige Blicke konnte man erhaschen und die Erläuterungen waren auch ganz interessant. Teile der Strecke waren nicht wirklich sehenswert, einen guten ersten Eindruck hat man dennoch auf jeden Fall erhalten.

Eine ziemlich entspannte Fahrt also, bis zum Blauen Wunder, wo ich den Bus das erste Mal verließ. Das blaue Wunder ist eine Brücke, die blau angestrichen ist und die, sofern ich es richtig verstanden habe, als einzige Dresdner Brücke im Krieg nicht zerstört wurde. Und jetzt nehmt einen kräftigen Schluck von eurem Getränk, denn es folgt ein Superlativ auf das andere. Ich fuhr mit der ältesten Schwebebahn der Welt den Berg hinauf, lief ein wenig durch die dortige Villenlandschaft, dann die steilste Pflasterstraße der Welt ins Tal hinunter, sodann die steilste Treppe der Welt den Berg wieder hoch in den Stadtteil Weißer Hirsch, um dort mit einer der ältesten Standseilbahnen der Welt wieder herunterzufahren. Bei einigen dieser Superlative bin ich mir nicht sicher, ob sie den anspruchsvollen Kriterien des Guinness Book of Records standhalten würden. Für mich fühlte es sich steil an.

Ich erklomm erneut den völlig überfüllten Bus (wahrscheinlich der überfüllteste der Welt!), um an der Molkerei Pfunds den nächsten Stop einzulegen. Diese Idee hatten 2423 andere Personen auch. Entsprechend voll war es denn auch in dem kleinen und wirklich schönen Ladenlokal. Allerdings gibt mir zu denken, dass offensichtlich ein älterer Herr (?) vor vielen Jahrzehnten beschloss, seinen Käseladen mit lauter nackten Jungs zu dekorieren; vielleicht kommt da der Name Milchbubis her!?

Mein nächster Halt war dann in der Innenstadt von Dresden, ich verließ den Bus am sogenannten Zwinger. Der ist zur Zeit eine große Baustelle, dies schmälert jedoch nicht die enorme Pracht, die dieses Gebäudeensemble ausstrahlt. In das Ticket für die Sightseeingbusse sind eine Tagesführung und eine Nachtwächterführung inkludiert. Ich beschloss, die Tagesführung sofort an Ort und Stelle zu machen, denn sie sollte nach fünf Minuten Wartezeit schon losgehen. Wir hatten einen witzigen Stadtführer namens Alexander, der uns den Zwinger, den Fürstenzug sowie die Frauenkirche erklärte. Das sind zwar nur drei der vielen Bauwerke Dresdens, aber dafür erfahren wir eigentlich fast alles über sie. So heißt der Zwinger z.B nicht Zwinger weil dort Menschen wie in Zwingern festgehalten wurden, sondern weil Zwinger damals einfach der Begriff für einen Umbauten Platz war. Der Fürstenzug ist das größte zusammenhängende Wandrelief der Welt (schon wieder ein Superlativ) und was die Frauenkirche ist, na ja, das muss ich wohl keinem erklären! Jeder Deutsche ab einem gewissen Alter hat an ihrem Wiederaufbau mitgewirkt. Ich persönlich finde das Geld nicht verschwendet, aber andere Menschen mögen da anderer Meinung sein. Wir erfuhren natürlich auch noch ein paar andere Kleinigkeiten, z.B über das Taschenbergpalais oder die Kathedrale.

Jetzt gerade sitze ich gegenüber dem Dresdner Kulturpalast und belohne meine bisherigen Anstrengung mit einem Freiberger Pils. Ein erstes Zwischenresümee kann ich schon geben: Dresden ist auf jeden Fall eine Reise wert. Es gibt viel zu sehen, auch wenn alles quasi unecht ist, Dresden wurde im Krieg ja fast vollkommen zerstört. Aber die ganze Neogotik, der Neobarock, der Neoklassizismus rekonstruiert wunderbar eine geschlossene harmonische Innenstadt, in der einige bemerkenswerte Menschen leben. Einige erinnern an die berühmte Berliner Schnauze, aber insgesamt sind alle furchtbar herzlich, fragt mich insbesondere einmal nach dem Busfahrern, wenn wir uns das nächste Mal sehen…

Der Abend war dann der Kultur gewidmet, ich besuchte die Semperoper, der Freischütz wurde gegeben. Carl Maria von Weber war ja ein großer… sagen wir Neffe der Stadt, nicht dort geboren, aber ab 1817 Kapellmeister, wo er die Oper komponierte; daher ist das wohl eine ganz passende Oper für einen Dresden-Besuch.

Gerade ist Spielpause und ich bin restlos begeistert, die Akustik des Hauses, die Sänger, der Chor, das Orchester, die Inszenierung: alles ist perfekt! Die Szenen in der Wolfsschlucht verursachten bei mir Gänsehaut!

Am Ende der Vorstellung wurde der Sänger des Max, Tomislav Mužek, mit einem Preis geehrt, das war ein schöner Abschluss des Abends.

Morgen werde wieder viel mit dem Sightseeingbus fahren. Für den Abend habe ich einen Nachtwächter-Rundgang gebucht. Ich würde mich wie immer über Begleitung freuen!

Viele liebe Grüße aus Dresden,
Euer Gerry

Hier im ird’schen Jammertal
Wär‘ doch nichts als Plack und Qual,
Trüg‘ der Stock nicht Trauben;
Darum bis zum letzten Hauch
Setz‘ ich auf Gott Bacchus Bauch
Meinen festen Glauben!
Ei, du musst mitsingen! (Kaspar, Freischütz)

Dresden, die Ankunft

Ihr Lieben,

das war ja mal eine superschlaue Idee, ausgerechnet heute nach Dresden zu fahren. Zwar wusste ich bei der Planung, dass es Verkehrsaufkommen geben würde – wegen des Tags der deutschen Einheit -, was ich aber völlig ignoriert hatte, war der Beginn der Herbstferien in mehreren Bundesländern. Und so quälten Cora und ich uns Richtung Osten, wieder einmal, denn letztes Jahr hatten wir ja zusammen unsere kleine Lutherreise unternommen. Insgesamt haben wir fast 8 Stunden gebraucht. Interessant zu wissen wäre jetzt ja, ob meine Freunde von der Deutschen Bahn heute doch entgegen meiner gestrigen Unkerei ihre Fahrgäste pünktlich ans Ziel gebracht haben. Zumindest musste ich, wie sonst im Ruhebereich des Zuges, keine geblökten Telefonate ala „Wir müssen die release tasks neu rethinken“ ertragen. Auch hin und her rennende, völlig außer Kontrolle geratene, kleine kreischende Kinder blieben mir erspart. Dafür dann eben Staus, notorische Linksfahrer, Reißverschlussverfahren-Verweigerer und dergleichen mehr…

Direkt vor dem Hotel habe ich einen Parkplatz bekommen, der am Tag 25 € kostet. Aber für heute Nacht will ich es gut sein lassen, denn ich habe keine Lust mehr, durch halb Dresden zu kurven, um einen freien der preiswerteren Automatenparkplätze zu finden (6 € am Tag – Das nimmt Frau Oberbürgermeisterin Reker in Köln pro Stunde!).
Das Hotel ist bombastisch groß, mein Zimmer ist ganz okay, aber doch nicht so luxuriös, wie ich es mir vorgestellt habe. Vor allem wurde der offene Kleiderschrank seit Wochen nicht entstaubt. Lebe ich halt aus dem Koffer. Am Empfang wollte man von mir einen Voucher haben, den ich nicht besaß. Das hat für ein wenig Aufregung gesorgt, ich hatte nur eine Rechnung dabei. Ein netter junger Mann half mir dabei, meine E-Mails zu durchforsten, um die entsprechende Nachricht zu finden.

Nachdem ich mich kurz frisch gemacht hatte, lief ich sofort in die Innenstadt. Der erste Eindruck ist, das Dresden sehr, sehr laut ist: am Canaletto-Ufer läuft Hip-Hop, es wird gegröhlt und gesoffen, auf der gegenüberliegenden Seite, neben dem Zwinger, findet offensichtlich eine Techno-Party statt. Krakeelende Touristen wanken durch die Straßen und vervollständigen so das akustische Gesamtbild. Der erste visuelle Eindruck von Dresden ist allerdings phänomenal. Die wunderbar beleuchteten barocken Bauten, die Elbe, die flanierenden Menschen… einfach wunderbar. Ich ließ mich gegenüber der Frauenkirche nieder, um erst einmal meinen Bierdurst zu löschen. Es stellte sich heraus, dass es ein Alpenrestaurant ist, so aß ich Raclette, das ja, wie wir alle wissen, von August dem Starken in Dresden erfunden wurde. Man muss sich einfach nur alles schön reden. Geschmeckt hat es dennoch.

Während ich dort speiste, kam ein Zug von bunt beleuchteten, sehr eigenwilligen Fahrrädern über den Platz vor der Frauenkirche geradelt, offensichtlich eins der nächtlichen Events, die man hier buchen kann. Es wurde geklingelt, gehupt und gejohlt. Eine lustige Prozession. Hoffe ich. Nicht dass es eine Demo von den Bekloppten war…

Ein weiteres interessantes Erlebnis bot eine Gruppe von jungen Menschen, von denen gut die Hälfte mit einer Flasche Bier bewaffnet war, sie schickten ihre restlichen Mitstreiter/innen vor, um nachzufragen, ob man das mit ins Restaurant nehmen dürfe. Also, manche Menschen haben doch wirklich einen Schatten, oder? Sie durften übrigens wohl nicht.

Nach dem Essen lief ich noch zu einem Supermarkt, um mich mit Keksen zu versorgen, dann fuhr ich mit der Straßenbahn zum Hotel zurück. Ich hatte in der Nacht nicht so gut geschlafen und war inzwischen todmüde! Morgen starte ich dann nach dem Frühstück mit einer Hop-On-Hop-Off-Tour, ich hoffe ihr seid dabei und hoppt alle mit!

Viele liebe Grüße aus Dresden von Eurem Gerry


Dresden: Der Prolog

Ihr Lieben,

morgen geht es direkt nach der Arbeit für 5 Tage nach Dresden! Mit Cora, da Flüge und Bahn viel zu teuer waren und die Bahn ewig braucht, was bei der in letzter Zeit selbst erlebten Unzuverlässigkeit und den Schilderungen von abenteuerlichen Bahnreisen von Freunden mich großen Abstand von dieser Idee hat nehmen lassen.

Die Fahrzeit mit Cora ist mit etwa 6 Stunden veranschlagt, das ist auch nicht gerade wenig, ich hoffe aber, ich komme nicht in so viele Staus (insbesondere auf der Rückreise – am Tag der deutschen Einheit).

Warum Dresden? Naja, ich war erst einmal da, kurz nach der Wende. Ein „rübergemachter“ Freund wollte zur Hochzeit seiner Schwester, hatte keinen Führerschein, wollte aber ein bisschen angeben. Er mietete einen dicken Audi, den ich dann chauffieren sollte. Die Hochzeit war gelinde gesagt eine Katastrophe, schoss man sich doch mit steigendem Alkohollevel auf den blöden Wessi ein. Am nächsten Tag schien das alles vergessen und der Vater der Braut befand, er müsse jetzt Audi fahren, ich bekäme dafür seinen Trabant. Ich habe Blut und Wasser geschwitzt (wobei der Freund versprach, notfalls für Schäden aufzukommen). Immerhin konnte ich so einmal einen Plastebomber (hellblau!) fahren.

Dresden hat mir damals gar nicht gefallen, ich hatte allerdings auch nicht allzu viel gesehen: Plattenbauten, eine graue und lieblose Innenstadt. Aber wir hatten auch einen kleinen Ausflug ins Elbsandsteingebirge, das habe ich in allerbester Erinnerung und versuche, erneut dort hinzufahren. Es hängt alles ein bisschen davon ab, wie sehr ich kraxeln muss, denn so kurz nach einer Dreifach-Hernien-OP sieht es mit meiner olympischen Leistungsfähigkeit ein bisschen mau aus.

Man sieht jetzt in allen möglichen Foren, wie prächtig sich Dresden entwickelt hat. Bilder, die den Namen „Elbflorenz“ wieder rechtfertigen und Lust auf eine ausführliche Besichtigung machen. Mein Hotel ist sonderschick (hoffe ich zumindest, nicht dass der Supersonderpreis mich in die Abstellkammer des Hausmeisters beamt), das Wetter soll ganz okay sein und eine Karte für die Oper habe ich auch! Ich bin mehr als gespannt.

Falls ich übrigens mal nichts poste, liegt das wahrscheinlich an der Technik und nicht daran, dass ich W-Lan-los im Zwinger vor mich hinvegetiere.

Kommt Ihr mit? Würde mich freuen! Euer

P.S.: Das wunderbare Panoramabild ist von Ma-Frank/Pixabay, Danke für die lizenzfreie Bereitstellung gegen Spende!

Kölner Ansichten

Vor drei Wochen nahm ich in Köln ein paar Bilder auf. Die Ansicht vom Dom brachte es in der Facebook-Gruppe „Deutschlands schönste Plätze“ auf mehrere tausend Likes. Das verführte jemanden, es in einer anderen, sehr großen FB-Gruppe als ihres auszugeben. Ich war nicht schlecht überrascht, als ich dort mein Werk ohne Quellenangabe und hochgejubelt (ebenfalls mehrere tausend Likes und hunderte von Kommentaren) wiederfand.

Ich schrieb der Dame in die Kommentarspalte, dass ich das nicht in Ordnung fände, woraufhin sie meine Beschwerde mit einem Like versah. Häh? Erst als ich pampig wurde und auch den Administrator der Gruppe anschrieb, wurde mein Bild herausgenommen.

Schnipsel

Ihr Lieben,

so oft möchte ich einen Schnipsel meines Lebens teilen, hatte mir aber bisher dafür auf meiner Seite gar keinen Platz eingeräumt.

Eine Beobachtung, ein Ärgernis, eine Erfahrung. Vieles kann man in einem Satz oder Bild ausdrücken. Das kann etwas Lustiges, etwas Trauriges, etwas Spannendes oder etwas Langweiliges sein. Es ist auf jeden Fall etwas, das mich beschäftigt.

Meine kleine Seite ist auch so etwas wie ein Tagebuch für mich. Daher können etwa Erinnerungen ihren Platz hier finden. Oder eine Fotografie des Tages. Ich bin selbst gespannt, was ich daraus mache.

Euer

Knurrhahn auf Mangold – eine lauwarme Vorspeise

Ihr Lieben,

vor einiger Zeit konnte ich Knurrhahn-Filets erstehen. Ihr kennt mich inzwischen, gelle? Ich kaufe Lebensmittel auch wegen der interessanten Namen. Klar, ich googelte: Angeblich heißt der Knurrhahn nicht so, weil er so grantelig ist, wie ich es oft bin, sondern weil seine Schwimmblase „knurrige“ Geräusche macht. Wie man das herausgefunden hat, bleibt aber jetzt ein Rätsel, denn wir googeln nicht weiter, sondern machen ein leichtes Gericht, das wenig Aufwand erfordert und dennoch lecker ist. Aber Achtung: Meine sogenannten Filets waren voll von Gräten, ich würde beim nächsten Mal einen anderen Fisch nehmen!

Ein paar Eier werden hart gekocht (hm, das klingt ungewollt brutal).

Der Ofen wird auf 150°C vorgeheizt.

Die Mangoldblätter werden gewaschen und geputzt und salatschleudergeschleudert.

Eine Packung Himbeeren wird geputzt.

(Ich wollte noch halbierte bunte Kirschtomaten dazugeben, aber die vorgestern gekaufte Packung war komplett durchgeschimmelt. Hab nicht genug hingeguckt. Schade.)

Eine kleine Vinaigrette wird zubereitet.

Die Knurrhahn-Filets werden entgrätet, gewaschen, abgetupft und in etwas Mehl gewendet, gepfeffert, gesalzenen und sodann kurz in Butter auf der Hautseite angebraten (max. 2 Minuten), gewendet und dann im Ofen warm gehalten. In der gleichen Pfanne brät man eine in kleine Stückchen geschnittene rote Zwiebel, gibt dann die Mangoldblätter und die Himbeeren für etwa eine Minute dazu. Mangold hat übrigens die gleichen Schrumpfeigenschaften, wie Spinat, also gut einkaufen!

Den Mangold und die Himbeeren mit den geviertelten Eiern auf einen Teller geben, mit der Vinaigrette beträufeln und die Fischfilets darauf drapieren. Noch ein wenig Salz, Pfeffer und Zitronensaft (nur einen Spritzer) und vielleicht etwas Kresse (ich nahm die rote) drüber und fertig ist eine kleine, aber feine Vorspeise. Ein Stück Baguette oder Brot hilft, die leckere Vinaigrette aufzutupfen.

Dieses gesunde und kalorienarme Gericht kann man natürlich (und sollte man, wenn man nicht auf Gräten steht) auch mit anderen Fischfilets und z.B. Spinat machen. Selbst Kopfsalat eignet sich. Und statt der Himbeeren kann man kleingeschnittene wasweißich (gibt’s inzwischen in jedem Supermarkt :-)) nehmen.

Lasst es Euch schmecken!

Huhn in Spitzmorchel-Sauce

Ihr Lieben,

neulich erstand ich aus einer Laune heraus ein Päckchen getrocknete Spitzmorcheln, die werden heute mal verarbeitet. Ein Klassiker hierfür ist eine Spitzmorchelsauce. Man kann natürlich mit allen anderen getrockneten Pilzen ebenso verfahren.

Die Pilze werden unter fließend kaltem Wasser gut abgespült, für eine halbe Stunde eingeweicht und dann gut abgetropft. In einer Pfanne wird Butter geschmolzen, darin eine halbe klein gewürfelte Zwiebel mit etwas Knoblauch gedünstet. Die kleingehackten Morcheln dazugegeben und etwas sautieren. Mit einem guten Schluck Weißwein ablöschen, ein Becher Sahne hinein, mit Salz, Pfeffer, etwas Muskatnuss und etwas Zucker würzen und für ein paar Minuten einköcheln lassen.

Nebenbei setzt man Nudelwasser auf (immer daran denken, gut zu salzen), brät Hühnerbrüste rundherum an und hackt eine Handvoll Petersilie. Die Petersilie wird – bis auf ein wenig Garnitur – in die Sauce gegeben.

Huhn auf die vorgewärmten Teller, Nudeln dazu, Sauce drüber und mit der restlichen Petersilie (und vielleicht einer kleinen Morchel, die muss aber mitgekocht worden sein!) anrichten.

Einfache, gutbürgerliche Küche. Etwas Gemüse kann auch dabei, etwa Mandelbroccoli oder dergleichen, aber ich lasse es heute mal weg.

Haut rein.

Chili-Käse-Burger

Ihr Lieben,

ich habe hier zwar schon einmal Burger präsentiert, aber heute ist die Chili-Käse-Sauce der Stargast, daher wieder einmal Fast-Food, slowly cooked 🙂

Zuerst einmal bereite ich die Pattys (für die Anglistiker patties) zu: 400 Gramm Hackfleisch werden mit einer gehackten Zwiebel, drei Knoblauchzehen, Pfeffer, Paprikapulver, einer gehackten Jalapeño und einem Ei verknetet. Ich besitze eine Burgerpresse, in der ich dann die Pattys forme. Kaltstellen, dann können sie sich bis zum Braten besser binden. Übrigens sind wie immer der Phantasie bei der Würzung keine Grenzen gesetzt!

Dann bereite ich die Käse-Sauce vor. In einem Topf erwärme ich einen Becher süße Sahne, gebe etwas Sriracha-Sauce, zwei kleingehackte scharfe (!) Chilis sowie einen Teelöffel Zucker hinzu, presse zwei Knoblauchzehen hinein und pfeffere gut. Dann unter Umrühren peu a peu Schmelzkäse (ich nahm Cheddar) zugeben, bis eine sehr dickflüssige Konsistenz erreicht ist.

Die Buns (aka Burgerbrioche) habe ich gekauft. Sie werden im vorgeheizten Ofen einmal kurz gegrillt, während oben die Pattys in der Pfanne schmurgeln. Ich mag sie innen noch etwas rosa, daher auf gute und frische Qualität beim Hack achten. Zwischen die Buns nun Salat, Tomate, G(ewürzg)urke, Patty, Sauce; Jalapeño-Schnipseln und Käsescheiben schichten und fertig ist unser leckerer (und chilliger!) Burger.