Summertime… and the living is anstrengend

Ihr Lieben,

beginnen wir mit dem gesellschaftlichen Ereignis der Saison: Benjiro und ich haben uns heute früh auf der Kfz-Zulassungsstelle in Köln das Ja-Wort gegeben. Es war eine feierliche und anrührende Zeremonie und hat 26,80 Euro gekostet. Das Auto habe ich ja von meinem Vater, daher habe ich das Nummernschild mit seinen Initialen und seinem Geburtstag behalten. Benjiro leistet mir ja wirklich gute Dienste und ich bin mehr als dankbar.

Kurz nach meinem letzten Schnipseleintrag, nämlich Dienstag, war ich in der Yayoi Kusama-Ausstellung im Museum Ludwig. Jetzt fragen sich einige bestimmt, wie ich es geschafft habe, noch an eine Karte zu kommen; ist doch die erfolgreichste Kölner Ausstellung ever komplett ausverkauft gewesen. Des Rätsels Lösung: ich hatte das Ticket schon im April gekauft. Planung ist alles.

Machen wir uns nichts vor, Social Media ist nicht unschuldig an dem enormen Erfolg, postete doch jeder Besucher (so auch ich) Bilder im „gelben Schlangenraum“ oder aus dem „Infinity-Kasten“. Yayoi Kusama ist eine wirklich interessante Künstlerin, inzwischen hoch betagt, die Ausstellung geht zurück bis in ihre Kindheit. Man sollte 2 Stunden einplanen, um einen guten Eindruck zu erhalten. Allerdings, trotz Ticketbegrenzung, war es dermaßen voll, dass ich mich meistens unwohl fühlte. Ihr wisst ja, Menschenmassen und so. Aber es war ein tolles Erlebnis. Die Ausstellung endet Anfang August und wird im September im Amsterdamer Stedelijk-Museum wieder aufgebaut. Ich empfehle allen, einen Städtetrip alleine deswegen!

Am Donnerstag dann, es war schon sehr heiß, traf ich mich mit Artur und Hubertus und Bekannten von ihnen an der Rheinpromenade zu einem Picknick. Gottseidank fanden wir im Schatten eines riesigen Baumes noch ein Plätzchen zum Ausbreiten. Außer mir (Entschuldigungsgrund: ich kam direkt aus dem Büro) hatten alle Wein und Snacks und EISWÜRFEL dabei, daher war das eine sehr angenehme „Landpartie“, ein Wort das viel zu selten gebraucht wird, wie ich finde. Schön anzusehen war, wie sich die Poserszene vor dem Hyatt traf und alle 15 Minuten durch Ordnungsamt und Polizei wieder vertrieben wurde. An dem Abend holte ich übrigens noch mein Fahrrad aus dem Poller Keller ab. Vor dem Gelage.

Für Freitag hatte ich dann die Doppelkopfrunde zur Wohnungeinspielung mit Contra und Re geladen. Allein, es war in meiner Butze nicht auszuhalten. Wir vertagten uns zu Anja, stolze Besitzerin einer Klimaanlage. Ich versprach, dennoch für den Großteil des Essens zu sorgen und odyssierte mittagspäuslich durch die Innenstadt auf der Suche nach Börek und dergleichen. Vergeblich. Schwer angeschlagen kaufte ich letztendlich den Backladen einer bekannten Kette leer. Und man konnte es sogar essen.

Man ließ mich gewinnen (verspätetes Geburtstagsgeschenk), das fand ich prima, und dann gab es auch noch einen Gutschein für Nelson Müller in der Diepeschrather Mühle. Das fand ich noch primaer! Doch, doch, das Wort gibt es!

Samstag sollte ich dann zum Grillen nach Poll (Freitag übrigens auch zu anderen Nachbarn, aber da war ich schon verplant), wieder mit H. & A. Ich machte morgens auch meinen Wassermelonensalat dafür, kaufte ein, holte Post, fuhr zum Baumarkt… und dann war zuhause aus. Kreislauf, Übelkeit, Kopping (habe ich fast nie!). Mein Schädel war zu einer Bessemerbirne mutiert und ich musste schweren Herzens absagen.

Ich meine, ich hätte auch eine Reise nach Berlin angedeutet, zum Abschlusskonzert der Philharmoniker. Flüge, Hotel, Tickets, Bootsfahrt… alles bereits seit September gebucht. Ich wollte zusammen mit Erika und Udo hin. Dann die Hiobsbotschaften: Hotel ohne Klimaanlage, S-Bahn-Betrieb in Berlin massiv eingeschränkt, Züge von E.&U. ersatzlos gecancelt, Ersatzfahrten mit der DB ohne Sitzplatz. Dazu die Vision, in den Oberrängen der Waldbühne 3 Stunden in der prallen Sonne bei 38°C zu brutzeln. Wir berieten uns und sagten das Event ab. Gottseidank fast kostenneutral, die Karten waren sofort weiterverkauft, alles andere war noch stornierbar. Dennoch sehr schade, aber wir grillen dafür kommenden Samstag zusammen. Und gucken das Konzert bei der Live-Übertragung. Wird wohl wieder vom MDR gesendet. Thema: italienische Nächte unter der Leitung von Kirill Petrenko, mit Respighi-Werken und Jonas Kaufmann, der aus Leoncavallos „Pagliacci“ vorträgt. Bin gespannt, ob Erika auch im Garten bei Paul Lincke so stimmgewaltig mitpfeift!

Was gibt es noch zu berichten? Zur Zeit gehe ich gerne arbeiten. Ihr wundert Euch? Hah, ich habe KLIMA im Büro! Ich versuchte, im Spitzboden aka Gästezimmer Kabelkanäle zu verlegen. Nach drei Sekunden gab ich auf! Tja, wenn es nicht so stromfressend wäre, würde ich jetzt schon längst ein Klimagerät mit Außeneinheit beschafft haben. Zur Zeit begnüge ich mich mit einem Ventilator, der eher eine Windmaschine ist. Theoretisch kann ich hier sehr viele ESC-Auftritte nachspielen. Nur die Kleider-vom-Leib-reiß-Kleider brauche ich noch. Ach, und der Foodblog ruht, die Küche ist auch Südwest-Seite.

So, Ihr Lieben, das war’s schon wieder, hoffe, Ihr kommt mit der Hitze besser klar. Ausnahmsweise sende ich mal extrem kühle Grüße! Euer

So ist’s auszuhalten…

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