Barcelona 2025-II: Gerry geht ins Krankenhaus

Ihr Lieben,

Die gestrige Nacht haben wir ja ausgiebig ausgenutzt, da musste ich heute erst einmal bis in die Puppen pennen. Aber nach ein paar Tassen Kaffee ging es dann nach draußen. Bei 33°C und erhöhter Luftfeuchtigkeit fuhren wir erst mit der Metro zur Sagrada Familia, wo der übliche Trubel herrschte, um dann 15 Minuten zum Hospital St. Pau zu laufen. Mit dem Bau des Hospitals wurde 1901 von dem bedeutenden Architekten Lluís Domènech i Montaner begonnen, sein Sohn Pere vollendete es 1930. Es ist ein riesiger Gebäudekomplex, der einen nur staunen lässt. Das Hospital wurde irgendwann aufgelassen, kam ein wenig herunter und wurde dann aufwändig wieder restauriert. Jetzt ist es als Meisterstück des spanischen Jugendstils Weltkulturerbe der UNESCO. Große Teile kann man heute besichtigen und es lohnt sich!

Gegenüber des St. Pau ließen wir uns für ein Menù del día nieder. Ich hatte Gazpacho (esse und mache ich viel zu selten, ich liebe sie) und ein etwas zähes Rind, Dulce de leche-Pudding als Nachspeise, dazu gab es Bier und Brot. 15 Euro. Kann man nicht meckern.

Rolf musste sich dann seinem Beruf widmen und ich brach auf zum Torre Gracies, früher Torre Agbar genannt, nach der Bauherrin, den Wasserwerken Barcelonas. Jetzt steht er im Gracies-Park, einem städtebaulichen Großprojekt Barcelonas. Der Park hat etwas wenig Grün für einen Park, aber ist ja auch noch in Entwicklung. Der Turm hat eine Aussichtsplattform, die man für stolze 21 Euro besuchen kann. Dafür bekommt man einen Rundumblick in etwa 140 Metern Höhe. Wenn man mag, kann man in der Kuppel noch durch eine Art Gerüst klettern. Ich mochte nicht. Das sah alles sehr eng und fragil aus.

Der Barcelonese nennt den Torre spaßhaft… äh, warte mal, wie war das noch… fängt mit Pe an, und ein n und ein i kommen auch drin vor… ach ja, „Pepino“, also Gurke.

Im Parque Gracies befindet sich auch der Mercat dels Encants, ein mit einer futuristischen, bronzeschimmernden Konstruktion überdachten Pröddelmarkt. Auf der oberen Etage gibt es Billigklamotten der bekannten Marken Clavin Hlein und Oumo, wahrscheinlich auch Taschen von ISL oder Doir. Auf der unteren Ebene befindet sich dann ein eher klasischer Flohmarkt. Es war ziemlich wuselig. Und nur der fehlende Platz in meinem Koffer hinderte mich daran, mir 5 Clavin Hlein-Shorts für 10 Euro zu kaufen.

Ich fuhr mit der Metro zurück ins Appartement, schrieb ein wenig, legte mich kurz hin und machte mich ausgehfein. Nach Rolfs Rückkehr liefen wir zu seinem Stammitaliener und zogen uns auf dem Weg dahin noch einen Aperitif rein. Ich nahm eine Sangria de Cava, die brauchte ewig. Als das Prachtstück dann aber ankam, wussten wir, warum. Das Obst frisch handgeschnitzt, mit Liqor 42 und Cointreau drin, feinperliger Sekt. Seeeehr lecker! Rolf unkte, das koste jetzt bestimmt 20 Euro, war dann aber auch nicht teurer als ein Aperol Spritz.

Der Italiener (der eigentlich gar keiner ist, den wir aber seit Menschengedenken so nennen, ohne zu wissen, warum) begrüßte uns mit Handschlag, einem Lachs-Mango-Avocado-Tartar, Pan Tomate, einem Hamburger Special und einer riesigen Paella. Dazu ein leckerer Rosé aus Navarra. Das zog sich dementsprechend ein bisschen, aber da wenige Gäste da waren, waren die Kellner auch in Plauderlaune. Ich musste feststellen, dass ich noch dringend an meinem Hör verstehen arbeiten muss. Aber insbesondere ein Kellner quasselte auch im Allegro-vivace-Tempo. War sehr nett und lecker.

In einer Bärenbar und auf der Terrasse einer anderen Gay-Bar nahmen wir dann noch zwei Absacker und dann zogen wir uns auch zurück. Jeden Abend Party ist halt bei mir nicht mehr.

Morgen wird wieder lange geschlafen, versprochen. Und als Tagesausflug geht es ans Meer. Morgen soll es noch einmal deutlich wärmer werden, da ist Seeluft bestimmt nicht verkehrt.

Bis morgen, Ihr Conejit@s, Euer

P.S.: Barcelona ist erstaunlich unvoll. So habe ich das noch nicht erlebt. Aber das Hospital war mäßig besucht und den Turm hatte ich quasi für mich alleine. Der „Italiener“ hat dann auch Sommerpause angekündigt, es sei zu wenig los.

Barcelona 2025-II: Madonna ohne Chor

Ihr Lieben,

für ein 4Sterne-Hotel war das Concordia ein wenig ungepflegt, aber das Frühstück war sehr gut. Natürlich hat der Onkel Gerry wieder getrödelt ohne Ende und so seinen ursprünglich geplanten Zug nach Montserrat verpasst. Also nahm er den eine Stunde später.

Man fährt von der Plaza España aus etwas über eine Stunde mit der Regionalbahn bis Monistrol Montserrat und steigt dort in die Cremallera, die Zahnradbahn, um, die sich in beachtlichen Schleifen in bemerkenswerte Höhen schnauft. Der Abgrund ist stellenweise eine Handbreit neben den Schienen. Man kann auch mit einem Funicular oder einer Seilbahn hochfahren, aber das ist etwas komplizierter.

Schon auf dem Weg nach oben, Montserrat liegt auf etwa 800 Metern, bieten sich spektakuläre Ausblicke. Das Kloster selbst, man verzeihe mir, hat auf den ersten Blick den Charme eines Plattenbaus, wenn auch aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Das Gelände ist recht groß, das Kloster ist auch das wichtigste in Katalonien, und man kann so einiges besichtigen. Ich war leider etwas unvorbereitet und erhielt zeitnah keine Karte mehr für den Zugang zur Madonnenkapelle, wo man nach stundenlangem Anstehen in einer Sekunde an ihr vorbeihuschen und ihr gleichzeitig huldigen soll. Der sehr berühmte Knabenchor, der sonst mehrmals am Tag trällert, war in Sommerferien. Ich fragte eine junge Frau vom Sicherheitspersonal, welche Karte ich denn nun aus dem reichhaltigen Angebot nehmen solle, wenn ich nur in die Basilika wolle. Ob ich alleine sei? Ja. Dann rein mit ihnen, ich lade Sie ein. Das fand ich super nett!

Die Basilika ist schon erlesen. Man sieht den Strom der Anbeter oben über dem Altarraum an der schwarzen Maria vorbeidefilieren und man kann die Statue von unten erahnen oder sie mit Teleobjektiv auch heranzoomen.

Ich streunte ein wenig herum und hatte nach kurzer Zeit schon alles gesehen. Und sogar mehrere bunte Kerzen angezündet, die ganz profan per Kartenzahlung erworben werden konnten. Aber für mehrere Stunden An- und Abreise wollte ich das nicht alles gewesen sein lassen.

Montserrat gilt als überaus schönes Wandergebiet. Es gibt Dutzende anderer Sakralbauten, Kreuzwege, heilige Höhlen. Aber wollte ich bei 35°C wirklich wandern? Ich suchte mir das nahegelegenste Ziel aus, das Kreuz des Heiligen Michael. Das waren hin und zurück 40 Minuten. Und schon nach dieser kurzen Strecke war ich nur noch welkes Gemüse, galt es doch, neben der Hitze auch noch gefühlte 4000 Höhenmeter zu überwinden.

Aber die Aussichten sind wunderbar. Vom Kreuz aus hat man eine Gesamtsicht auf das Kloster. Ich kann jedem einen Besuch nur empfehlen!

Mir war ziemlich nach Hopfenkaltschale, aber die Terrasse der Bar am Hauptplatz vor der Basilika war überfüllt. So entschloss ich mich, wieder in die Stadt zurückzukehren, um dort einen Schoppen zu trinken. Zuvor galt es aber, in der Arena an der Plaça Espanya Wein und Kekse zu kaufen, mein Köfferchen im Hotel abzuholen und mich dann langsam in Richtung von Rolfs Wohnung aufzumachen. Er kam ja selbst erst nachmittags aus Amsterdam wieder, daher hatten wir 18 Uhr für ein Treffen ausgemacht. Ich war zu früh und kehrte in der Casa Dorita ein, um die Zeit zu überbrücken. Ich schickte Rolf die Adresse und ein Foto mit Bier in der Hand. Er kam flugs herbei und holte mich dann, nach einem weiteren gemeinsamen Bier, ab.

In der Wohnung angekommen, machte ich mich nur oberflächlich frisch und dann gingen wir aus. Leute, was kann man hier schlemmen, ohne arm zu werden! Wir hatten etwa 8 Tapas und schafften nicht alles. Dazu Wein für 3 Euro pro Glas. Und der Kellner schenkte mehr als großzügig ein! Pappsatt brachen wir auf Richtung Regenbogenviertel.

Wir wuselten uns durch drei Kneipen, plauderten mehr oder weniger nett mit Kellnern und Gästen und zogen uns dann doch schnell zurück in Rolfs Appartement. Ich alter Mann werde inzwischen gerne früh müde. Alles in allem war das aber ein sehr, sehr schöner Tag.

Was wir morgen machen, entscheidet sich erst nach dem Frühstück. Seid Ihr dabei? Würde mich freuen. Euer

Man nennt das wirklich Bikini.

Barcelona 2025-II: Die Anreise

Ihr Lieben!

Es ist eigentlich überhaupt nichts passiert. Außer, dass ich Land und Leute gewechselt habe. Aber ich plaudere trotzdem gerne zwei Minuten mit Euch.

Ein Abflug am frühen Morgen, Ihr wisst das, ist ja so gar nichts für mich, spät abends ist dann aber auch irgendwie doof. Irgendwie hängt man dann den ganzen Tag in den Seilen. Nicht, dass ich es nicht trotzdem schaffe, kurz vor Abflug totale Hektik zu verbreiten. Bestimmte Tabletten hatte ich im Büro vergessen, Bargeld hatte ich auch keins mehr, zum Friseur musste ich auch mal wieder… Was, schon so spät?? Ach Herrjeh. Friseur ließ ich dann ausfallen. Und wie immer war ich dennoch mehr als zeitig am Gate. Das Boarding ging pünktlich los, wir hoben mit nur ein paar Minuten Verspätung ab. In Barcelona dann aber die Überraschung. Man hatte nicht mit unserem Kommen gerechnet. Niemand da, der die Passagierbrücke ans Flugzeug andocken wollte, keine Gepäckauslader. Das hatte schon etwas komisches an sich. Dauerte dann auch nur 10 Minuten, in der es die Mitpassagiere schafften, sich im Gang übereinanderzustapeln. Man kennt es.

Mit dem Flughafenbus und ein bisschen Fußweg war ich dann um kurz nach 21 Uhr am Hotel nahe der Plaza España, wo mich der Portier vor der Tür anblaffte, was ich wolle. Hm. Am Flughafen war ich schon (wieder einmal) Opfer der berühmten Antiterror-Wischprobe. Wie sehe ich denn heute um Himmels Willen aus?

Das Zimmer liegt neben dem Swimmingpool. Das wurde mir an der Rezeption als großes Plus verkauft. Naja. Die Poolbar war auf jeden Fall schon mal nicht besetzt. Denn da wollte ich mir was ausleihen.

Ich eilte zuvor in den gegenüberliegenden Supermarkt, um mir Rosé zu besorgen. Den brachte ich dann aufs Zimmer in den Kühlschrank, wobei mir auffiel, dass ich wieder eine verkorkte Flasche erstanden hatte. Grmpft. Zur Pool-Bar, keiner da. Rezeption unbesetzt, Restaurant leer. Wieder in den Supermarkt. „Korkenzieher?“. „Nö!“. Beim Chinapröddelladen, die es hier in Spanien an jeder Ecke gibt, würde ich dann fündig. Ihr kennt ja meine Verschwörungstheorie bzgl. der Korkenzieherindustrie in südlichen Ländern? Siehste!

Ich aß in einem Imbiss einen extragroßen Bocadillo, zischte mir ein Bier und zog mich dann ins Hotel zurück.

Ihr seht, alles in allem ein unaufgeregter Tag. Frühstück hier im Hotel ist übrigens bis 11, Checkout bis 12. Ich liebe dieses Land. Nur den Wein, den muss ich gerade aus einem Pappbecher trinken, da geht die spanische Kultur dann doch ein bisschen den Bach runter.

So, morgen wird dann aber nicht so rumgetrödelt, da geht es dann zur Sache! Obwohl… Frühstück bis 11? Ähm… räusper.

Nos vemos mañana, Ihr Lieben, oder? Euer

Am Hauptbahnhof mit einem solchen Schild zu werben, ist schon ganz schön mutig, liebe REWE-Zentrale…

Prolog: Barcelona otra vez

Ihr Lieben,

einen Gutschein für einen Blindflug hatte ich noch im Posteingang meiner E-Mail. Ihr kennt das ja schon, Reisedaten eingeben und warten, wo einen die Airline hinschickt. Es wurde erneut Barcelona. Hm. Nicht, dass ich die Stadt nicht mag, aber ich esse ja auch nicht jeden Tag Pfannekuchen! Egal, Rolf angeschrieben, ob er denn da zufällig da sei. Ja, ab Dienstag, ich könne dann bei ihm übernachten. Ich antwortete, ich wolle seine Gastfreundschaft aber doch nicht überstrapazieren. Keine Reaktion. Eine halbe Stunde, zwei Stunden, vier Stunden vergingen. Panik. Dann schrieb ich, dass ich das Angebot natürlich gerne annähme! Für die erste Nacht hatte ich zuerst ein etwas abgeranztes Hostal gebucht, bis ich mich dann doch umentschloss und zu einem hoffentlich netten Hotel wechselte. Bustickets vom Airport buchte ich dann auch sofort sowie einen XL-Seat Reihe 1 für den Flug.

Leider gehen Hinflug sehr spät und Rückflug am Freitag sehr früh, aber drei volle Tage habe ich ja wieder. Für Dienstag ist – je nach Wetterlage – ein Ausflug außerhalb von Barcelona geplant, Mittwoch dann wird der Tag in der Stadt verbracht und Donnerstag ans Meer gefahren, so der St(r)and* heute. Aber erstens kommt es ja oft anders und zweitens als man denkt.

Wie immer freue ich mich über Eure virtuelle Begleitung und wenn Ihr hier mal nichts von mir lest, liegt das eher an technischen Problemen, als daran, dass ich in einer Churros-Bar ins Schoggi-Fass gefallen bin, wo ich den Rest meines Lebens glücklich herumpaddele.

Also, bis morgen? Liebe Grüße, Euer

P.S.: Ich habe übrigens noch nie Churros gegessen, vielleicht sollte ich das diesmal einfach tun.

*) hihi

Kann ich plötzlich zeichnen und malen?

Ihr Lieben,

nein, kann ich natürlich nicht. Aber die KI beschäftigt mich in meiner Freizeit sehr und ich experimentiere viel damit herum. Die Frage, die sich aber stellt: Wem gehören die Ergebnisse, die mittels KI geschaffen werden? Und welchen Stellenwert sollten sie einnehmen? Ich glaube, dass es eine eigene Kunstform sein wird. Nach dem Motto: das kann ja dann jeder. Aber hat man das nicht auch über Mark Rothko gesagt? Oder über John Cage?

Ich habe nette Ergebnisse mit Leonardo AI erzielt, dieses Tool malt einem Barockschinken auf Befehl, Ihr konntet sie teilweise hier schon sehen. Ein paar wenige sind dazugekommen.

Inzwischen beschäftige ich mich damit, mit dem Stift auf Tablet und Handy zu zeichnen. Ich kann gar nicht richtig zeichnen! Aber die KI wandelt das Gekritzel in Bilder um, dann kann ich das Gekritzel anpassen und so Schritt für Schritt wundersame Bilder generieren. Reich würde ich damit aber wahrscheinlich nicht. Plane ich allerdings auch nicht. Hier ein paar Ergüsse:

Ich meine übrigens, man sieht deutlich, womit ich begonnen habe. Wobei der Charme des Simplen ja durchaus auch etwas hat. Daraus folgt: Ein bisschen Übung ist schon vonnöten. Vorhin habe ich mir eine Zeichnungs-App gekauft, die hat keine KI Funktionen, aber mit der plane ich, Entwürfe weiterzuentwickeln.

Ich halte an dieser Stelle fest, ich bin kein Künstler und mir tun die wirklich begabten Musiker, Schriftsteller und Maler leid. Mit voranschreitender Technik wird es ihnen gehen wie Gustav Hartmann. Sie werden zu Folklore. Ich glaube aber auch, dass Lyrik wie von Mascha Kaleko oder Ernst Jamdl (heute ist sein 100. Geburtstag), Malerei wie von Caravaggio oder Neo Rauch, Musik wie von Bach oder Penderecki niemals von KI imitiert werden können.

Und da ich schon dabei bin, zu schreiben, noch kurz die Geschehnisse der letzten Tage. Es gab Sonntag ein Familientreffen in Grevenbroich, mit lecker Konditorkuchen, aber leider kein Selfie davon. Außerdem habe ich mich Dienstag und Mittwoch mit Nachbarn zum Feierabendsnack getroffen, hier auch keine Fotos verfügbar. Auf der Arbeit ist es gespenstisch ruhig und ab heute habe ich auch noch Urlaub! Daher lesen wir uns ab Montag wieder, wenn ich aus Barcelona schreibe. Wieder einmal.

Liebe Grüße, ich wünsche alles Gute, Euer

Hier noch ein paar andere AI-Erzeugnisse meiner einer:

Gerry und die KI

Ihr Lieben,

KI ist ja derzeit ein großes Thema, letztlich musste ich sogar zusammenfassen, wie ich KI in meiner Abteilung nutze bzw. nutzen würde. Es ist nicht so, dass ich KI verteufele, aber sie hält in vielen Dingen nicht meinen Erwartungen stand. Texte erkennt man in der Regel sofort als KI-generiert. Wobei es bei weniger wortgewandten Menschen ja durchaus eine Unterstützung sein kann. Niemals aber sollte man sich komplett darauf verlassen, wie unlängst ein Anwalt am Arbeitsgericht Köln erfahren musste, der wegen seines KI-Schriftverkehrs mit dem Gericht ermahnt wurde. Die KI hatte falsche Entscheidungen erfunden und der Anwalt scheiterte kläglich. Oh, ein Wortspiel.

Bei der Bildgenerierung dagegen hatte ich die letzten Abende und Wochenenden viel Spaß. Hier eine Auswahl meiner Ergüsse:

Wie steht Ihr zu KI? Lasst es mich doch bitte mithilfe oder ohne Hilfe von KI wissen. 🙂

Steak aus dem Airfryer???

Ihr Lieben,

da denkt doch jeder Koch, derhatsedochnichalle! Und ich gebe zu, dass meine ersten beiden Versuche auch nur okay waren. Das erste war knochentrocken und… äh… ja sehr al dente. Das zweite war dann schon besser.

Heute überlegte ich mir, wie ich es schaffen könnte, das Innere saftiger zu halten und ein bisschen Pep in die ganze Sache zu bringen. Zuerst einmal braucht man qualitativ hochwertiges Fleisch, welches ich Zimmertemperatur annehmen ließ. Etwa zweieinhalb Zentimeter dick und 300 Gramm schwer war das Hüftsteak.

Ich heizte die Garkammer 3 Minuten bei 190 °C vor und massierte inzwischen Salz, Pfeffer, Chili und einen Schluck Sake in das Steak ein. Dann legte ich es auf die Bratplatte in der Garkammer und briet es 6 Minuten auf der „Roast“-Stufe weiter. Ich nahm einen halben Block Feta (den mit Schaf und Ziege!!!), den würzte ich mit Pfeffer, Chili und Zucker. Darauf kamen kleine, halbierte Datteltomaten. Auf das Steak drauf und weitere vier Minuten garen.

Herausnehmen, mit ein paar Ringen Frühlingszwiebeln besprenkeln und eine Minute ruhen lassen. Es war butterzart und ein Gedicht! Ihr seht, es geht. Man spart Zeit und Energie!

Versucht es auch mal, falls Ihr so einen „Donatello“ habt.

Mürbeteigplätzchen mit Gedöns

Ihr Lieben,

meine Erdbeercréme-Törtchen von neulich kamen vor allem wegen des buttrigen Mürbeteigbodens sehr gut an. Da beschloss ich, heute Mürbeteigplätzchen mit Zugaben zu kreieren.

Der Teig, ganz simpel: 250 Gramm Mehl, 65 Gramm Zucker, eine Prise Salz und ein Ei vermengen. Dann 150 Gramm Butter in kleinen Mini-Würfeln portionsweise unterkneten. Das geht völlig ohne Küchenmaschine, ein Küchenhandschuh reicht. Es sollten keine zu großen Butterinseln im Teig bleiben, kleine sind aber okay. Für eine Stunde kalt stellen.

Nach der Stunde teilte ich den Teig in drei Teile. Die erste Portion bekam eine drittel Dose, mit der Moulinette zerkleinerte, gesalzene Cashewkerne untergemengt, die zweite drei Esslöffel Schokotröpfchen. Beide im Kühlschrank zur Kugel geformt wieder kaltstellen. Die dritte Portion vermischte ich mit drei Teelöffeln abgetropfter Rumrosinen (auch Nordische Bohnesupp genannt). Dieser letzte Teig wird sehr klebrig und irgendwie instabil. Den gab ich in den Tiefkühler.

Ofen vorheizen auf 180° C Umluft. Die beiden ersten Teige zu Rollen formen, Scheiben abschneiden und auf Backpapier aufs Blech geben. Jeweils 9 Minuten backen, rausholen und abkühlen lassen. Jeder ergab 15 mittelgroße Kekse.

Der dritte Teig war zwar jetzt fest, aber ich war wegen der Konsistenz besorgt, daher verteilte ich ihn murmelweise in eine gefettete Muffinform. Nach 5 Minuten Backzeit drückte ich die Häufchen noch einmal platt, nach weiteren 5 Minuten hatte ich 12 Rosinenkekse.

Alle schmecken sehr lecker und buttrig (wegen des sog. „überfetten“ Mürbeteigs) und sind mit wenig Aufwand zuzubereiten.

Vivaldi meets Butterkekse

Ihr Lieben,

wenn ich einmal in Rente bin, dann schreibe ich ein seeehr dickes Buch über mein Arbeitsleben. Leider muss ich mich bis dahin relativ geschlossen halten. Aber satirische Sendungen wie Stromberg oder Büro, Büro treffen nicht im Entferntesten auf meine Realität. Wollt Ihr exklusiv vorab etwas hören, dann sprecht mich einfach auf den Tag des Sommerfestes an. Womit wir schon mittendrin sind im heutigen „Schnipsel“. Denn wir hatten Sommerfest. Und Betriebsversammlung. Und ein Seminar. Und eine Möbellieferung. Und einen Caterer, einen Getränkelieferanten und Fremdpersonal. Alles an einem Tag. Am späten Nachmittag raffte ich mich auf und ging relativ lustlos mal schauen. Naja, ich verrate mal was positives über die Firma: Es gibt auch sehr nette Kolleg:innen, daher war’s dann am Ende des Tages doch sehr nett. Fotos gibt es allerdings keine.

Am Freitag fuhr ich mal wieder nach Neuss; auf der Hinfahrt lief zwar nix wie geplant, aber ich konnte mit ungeplanten (i.e. verspäteten anderen Zügen) über Umwege so fahren, dass ich sogar 10 Minuten zu früh in Neuss war. Amy leidet sehr unter der Hitze. Yep, auch wenn es nicht mehr ganz so heiß ist, hechelt die Arme um ihr Leben. Wir bestellten uns etwas beim Griechen, manchmal habe ich einen unsäglichen Hype auf etwas (in dem Fall halt Gyros), der wird dann auch durch Essen befriedigt, das jetzt nicht soooo der Knaller war. Aber es war wie immer schön, außer dass ich schon um halb 10 zurückfahren musste, weil ich sonst mit einem ätzenden Schienenersatzverkehr hätte fahren müssen. Um mal Rosenstolz zu zitieren: Ich sag Dir NEIN! Amy war nicht zu einem Selfie zu überreden, aber ein Foto durfte ich machen:

Am Samstag war Kultur angesagt. Schon vor einiger Zeit entdeckte ich ein Plakat, das ein Treffen von Vivaldi und Piazzolla in der Kirche St. Gereon versprach: Die 8 Jahreszeiten. Petra, ihr Mann Matthias und ich erstanden Karten. Das war dann auch okay. Erstens ist die Kirche sehr schön, dann mag ich auch Vivaldi gerne und Piazzolla noch viel lieber hören. Leider kamen Ensemble und Kirchenakustik nicht wirklich zusammen, so dass das perlig-aufregende Vivaldis und das hingebungsvoll-dramatische Piazzollas nicht zur Geltung kamen. Zudem haben mir einige Arrangements nicht besonders gefallen. Gegen Ende machte die Combo dann mit der Milonga del Ángel, Adiós Nonino und dem Libertango noch Punkte. Vor und nach dem Konzert waren wir im Brauhaus um die Ecke, dem „Hähnche“. Super Service, gutes Essen! Mit einem Tisch auf der kleinen Außen-Terrasse wirklich ein guter Laden!

Sonntag durfte ich dann faulenzen, bzw. nur Dinge tun, die mir Freude bereiten. So trödelte ich viel rum, buchte für anstehende Reisen noch Tickets, musizierte ein bisschen und buk Kekse. Die Mürbeteigtörtchen letztens waren so gut angekommen, dass ich aus dem gleichen Teig Plätzchen machte. Drei Sorten: mit gesalzenen Cashews, Schokolinsen und mit Rumrosinen. Die Wohnung duftet!

Ansonsten habe ich mich die Woche viel mit Papierkram beschäftigt. Meine Zahnzusatzversicherung erkannte große Teile der ersten Teilrechnung nicht an, die KVB schuldete mir Taxigeld, Rewe hat an der Kasse meine Boni nicht berechnet (übrigens das einzige „Problem“, das binnen zwei Stunden nach nur zwei Mails (!!!) gelöst war – bin schwer beeindruckt vom Kundendienst!), mein Telefontarif musste umgestellt werden, Pakete wurden falsch zugestellt und und und. War das eigentlich immer schon so viel? Ach ja, und einen Roulette-Gutschein von Eurowings habe ich noch eingelöst. Es geht schon wieder nach Barcelona. Naja, Rolf freut sich vielleicht :-). Ab 4. August bin ich 4 Nächte dort.

Ich wünsche allen noch einen entspannten und krümelmonsterkeksigen Abend! Euer

P..S.: Die Salzcashewkekse lassen sich hervorragend über Vanilleeis zerbröseln und das schmeckt traumhaft!

Erdbeer-Törtchen

Ihr Lieben,

heißt es Tartelette, Tortlett, Törtchen…? Ich weiß es doch auch nicht. Ich hatte auf jeden Fall massenweise Erdbeeren, die DRINGEND verarbeitet werden mussten. Ich entschied mich dafür, Bowle zu trinken. Aber ich hatte ein halbes Kilogramm Erdbeeren. So viel Bowle kann selbst ich nicht… Ich putzte erstmal alle Erdbeeren, halbierte sie und vermengte sie mit 4 Teelöffeln Zucker.

Ich entschied mich, aus einem Teil eine Erdbeer-Vanille-Quark-Creme zu machen und damit Mürbeteig-Törtchen zu füllen. Und das geht so:

220 Gramm Mehl, 125 Gramm kalte, in kleine Würfel geschnittene Butter, 65 Gramm Zucker, eine Prise Salz und 1 ganzes Ei werden zügig mit den Händen zu einem kompakten, glänzenden Teig verknetet und dann so richtig mafiös kalt gestellt.

Dann verrührt man einen großen Becher Magerquark mit einem Becher fertiger Vanillesauce (die hatte ich noch im Kühlschrank, man kann die natürlich auch selbst schnell herstellen), würzt die mit geschätzten 5 Esslöffeln Zucker, püriert mehrere Löffel der gezuckerten Erdbeermasse und rührt das alles mit Agar-Agar zu einer Masse.

Der gekühlte Teig wird in 12 gleichgroße Stücke geteilt, diese werden in eine beschichtete (und ggf. gefettete) Muffinform zu Tartelettes ausgeformt und bei 180°C etwa 15 Minuten gebacken. Aufpassen, dass nix verbrennt.

Die kann man auch Schöner machen, aber ich bin ja nicht so der geduldige Bäcker. Zudem fällt es nachher gar nicht auf.

Mit einem Spritzbeutel die gefestigte Masse (mehrere Stunden Kühlschrank!!) auf die Mürbeteigtaler auftragen und noch mit einer oder mehreren halbierten Erdbeeren verzieren. Lecker!

Viel Spaß beim Nachmachen, ist unaufwändig und macht schon was her.

Euer