Ihr Lieben, heute war mal wieder „Was-muss-denn-weg-Tag“. Siehe da: Der Filoteig hatte heute letzte Vorstellung und die Tomaten waren gerade noch knackig. Zudem hatte ich Samstag Hackfleisch gekauft, ohne rechte Vorstellung, was damit zu tun sei. Also: Es gibt eine Art Strudelauflauf mit Hack und Gemüse.
Die Gewürze: je 1 gehäufter Teelöffel Ras-el-Hanout, Rosmarin gerebelt, Orangenpfeffer geschrotet, Kräutersalz sowie je ein halber Teelöffel Zimtpulver und Rosenpaprika. 1 TL brauner Zucker fehlt auf dem Bild, den gab ich auch noch dazu.
Paprika und Zwiebeln putzen und fein würfeln, Tomaten entkernen und würfeln, Knoblauch hacken. In Öl die Zwiebeln, den Knoblauch und einen EL von der eingelegten Chili sowie 2 EL Tomatenmark (fehlt auf dem Foto) anbraten. Das Hackfleisch dazugeben und krümelig braten. Die Gewürze und einen Eierbecher Wasser dazugeben, gut vermengen und auf kleinster Flamme etwas weiterköcheln lassen. Das Füllung sollte insgesamt nicht zu feucht sein, damit der Teig nicht so durchsuppt (daher auch die Tomaten entkernen). Vor der Auflaufbaumaßnahme nochmals abschmecken.
Den Filoteig in einer eingeölten Auflaufform dünn schichten, nach jeder Lage nur etwas Füllung darauf geben und so verfahren, bis alles verbraucht ist. Am Besten auch mal mit dem Teig über den Rand der Form gehen, dann kann man nachher alles schön bedeckeln. Über die letzte Schicht Fleisch streue ich 100 Gramm gerieben Emmentaler, bevor ich alles mit dem Rest Teig und den „Überhängen“ verschließe. Ein Ei mit einem Teelöffel Milch verquirlen, auf den Auflauf streichen und ab in den 175°C heißen Ofen für ca. 35 Minuten. Wenn der Auflauf oben zu dunkel wird, Alufolie drüberlegen (bei mir war das nach 25 Minuten nötig).
Dazu kann man prima Tsatsiki / Cacik / Raita essen. Und schmeckt auch kalt. Guten Appetit!
Ihr Lieben. Es war mal wieder Wandertag mit Rolf und Otto. Diesmal hat Rolf eine Tour ausgesucht, zu der ich die Beiden zuhause um 11 Uhr abholte. Als wir in Köln losfuhren war strahlender Sonnenschein, an der Düssel war es dann etwas bewölkt. Aber immer wieder kam auch die Sonne durch und trotz niedriger Temperaturen hielten wir uns durch Bewegung warm. Wir fuhren zum Rittergut Schöller und parkten dort. Ja, genau, jenes Rittergut, wo das berühmte Eis erfunden wurde! Lissy, meine Wander-App war dann etwas verwirrt, wo wir langlaufen sollten (wie eigentlich oft: „UmKEhrEN!!!“), aber irgendwann waren wir auf unserer Route.
Sehr bald gelangten wir vom Gut an einen Steinbruch mit umgebenden dazugehörigen Fabrikanlagen. Dieses Bild sowie Eisenbahnen und Straßen prägten dann die nächste Stunde. Das war ein etwas trister Teil unserer Wanderung. Aber ehrlich: Ich hatte mir einen Steinbruch auch etwas idyllischer vorgestellt. Aber ab und zu blitzen Highlights durch, wie der Steinbruchsee oder mal eine Fernsicht. Auch ein Verkehrsschild und ein Sessel erheiterten uns.
Richtig schön wurde es dann im Dorf Düssel, einem Ortsteil von Wülfrath. Lange vor Düsseldorf (so etwa 200 v. Chr.) war ja das Dorf Düssel Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen! Ja, wirklich!!! Düssel glänzt mit zwei schönen Kirchen, einem netten Dorfplatz, Fachwerkhäusern und einem sehr netten Glühweinverkäufer mit sehr leckerem, hausgemachten Glühwein!
Ab da war dann viel Gegend angesagt. Weite Felder, schöne Fernblicke, hie und da auch mal ein Wäldchen. An Tieren mangelt es auch nicht. Schafe, Gänse, Pferde, Vögel, Hunde. Ziemlich am Ende der Wanderung mussten wir noch durch ein wunderschönes Gehöft, wo wir anfingen, herumzuspinnen, wie toll es wäre, ein solches zu haben.
Wieder zuhause angekommen (es war übrigens einiges an Verkehr los) nuckelten wir noch ein bisschen Wein und holten uns Take-Away aus unserem Lieblingswirtshaus in Poll. Das war ein wunderbarer Tag unter Freunden.
Ihr Lieben, ich nehme es vorweg: Meine Röstzwiebeln sind so was von röst… man muss während der Zubereitung schon ab und zu mal ein Auge draufwerfen. Aber immerhin seeeehr knusprig.
Spätzle: Ich bin seit Jahrzehnten Besitzer einer Spätzlepresse, die ich nicht wirklich oft im Einsatz habe. Irgendwie hat mich das Ergebnis nie so wirklich überzeugt. Sie war allerdings auch nicht sehr teuer, vielleicht liegt es daran. Nun habe ich mir kürzlich eine noch billigere Spätzlereibe geholt und die wurde heute ausprobiert.
Spätzleteig geht einfach: Pro Person 100 gr. Mehl, 1 Ei, einen viertel Teelöffel Salz und Wasser nach Bedarf. Mehl, Eier und Salz werden zu einem festen Teig verrührt. Dann wird unter weiterem Rühren so lange langsam Wasser hinzugegeben, bis der Teig geschmeidig wird und Bläschen wirft. Via Spätzlereibe ab ins kochende Wasser, nach drei Minuten herausfischen und in eine bereitstehende Schüssel geben. Die Spätzle sahen super aus und es ging sehr einfach!
Ich habe 200 gr. Mehl verarbeitet und gebe auf die Spätzle 100 gr. geriebenen Emmentaler, 200 ml Sahne, 3 Esslöffel gemischte TK-Kräuter sowie Gewürze (Salz (sparsamst, der Käse salzt schon mit), Pfeffer, Muskatnuss). Bei mehr Spätzle die Mengen einfach etwas anpassen. Verrühren und in eine Auflaufform geben. Noch eine Handvoll extra Käse darüber geben und ab für 30 Minuten in den 180°C heißen Ofen.
Währenddessen einen Esslöffel Butter in einer Pfanne heiß werden lassen und in Ringe oder Streifen geschnittene Zwiebeln so lange darin braten, bis sie angebra…. oooops, äh…. geröstet sind.
Spätzle auf den Teller geben und mit Kohlestückch…. äh… den Zwiebeln bestreuen (ja, ich mochte sie auch dunkel). Dazu passt hervorragend ein allgäuer Bier. Lasst’s Euch schmecken!
Ja, Ihr Lieben, ich bin jetzt in dem Alter, in dem ich nicht mehr würdevoll auf mein Fahrrad steigen bzw. von diesem absteigen kann. Es gleicht mehr einem Ballett des Grauens. Wer zum Teufel dachte sich das „Herrenrad“ aus???? Ein neues Zweirad musste her!
Ich vereinbarte einen Termin zur Beratung in einem größeren Fahrradshop in Köln. 45 Minuten wurden mir eingeräumt. Heute war es soweit! Am Eingang wurde ich dann gefragt, welche Art Fahrrad ich denn zu kaufen beabsichtige. Ähm…. nun…. deswegen ja Beratung, murmelte ich verunsichert. Aha, okay, hinstellen, es kommt jemand.
Es kam ein Adonis mit Ladenlogo auf mich zu – yeah! – und bog eine Nasenlänge vor mir scharf links ab – doppelseufz. Ich verließ nach 5 Minuten Warterei gelangweilt meinen zugewiesenen Platz und strollte durch die Gänge. Leute, es gibt Fahrräder, die kosten so viel wie ein halbes Dutzend Thermomixe! Irgendwann wurde ich dann angesprochen, ob man mir helfen könne. Der orangefarbene Zettel, den ich mir ans Revers heften musste, wies mich nämlich als beratungsbedürftig aus. Ich erklärte, ich käme nicht mehr so einfach ohne groteske Verrenkungen auf meinen Sattel und wäre auch nicht mehr in dem Alter, in dem der Lenker wie ein Widderhorn über dem Vorderrad thronen müsste. Das täte meinem Rücken nicht gut. Ich wolle – wie es sich für einen Herrn mittleren Alters gezieme – meinen Lenker quasi vor dem Kinn haben.
Ahja, alles klar, wurde mir beteuert. Da müsse ein Trapezrohrgestell (oder so ähnlich) her. Angeguckt, draufgeschwungen. Mir war sofort klar, dass ich darüber in zwei Jahren auch nicht mehr würde steigen können. Ich fragte nach einem Herrenrad mit tiefem Einstieg. Also ein Damenrad?, wurde ich gefragt. Neinneinnein, ein Herrenrad mit tiefem Einstieg. Einen verdutzten Wimpernschlag später stand mein Berater mit einem sehr simpel anmutenden Dame… äh… Herrenrad mit tiefem Einstieg vor mir. Ich drehte eine Runde auf dem hauseigenen Parcour und der Bund war geschlossen.
Ich gebe zu: ich hatte jetzt auch nicht das Bedürfnis, 25 weitere Räder zu begutachten. Mein sehr freundlicher Berater versicherte mir, man könne – gerade weil es so ein einfaches Rad sei – nichts falsch machen. Und es ist eines der preiswerten Räder gewesen. Noch ein Schloss gekauft, dass schwerer als das Rad an sich ist (und fast so teuer!), eine Versicherung abgeschlossen (damit kann man Verkäufer unglaublich glücklich machen!) und den Abholtermin ausgemacht (morgen!).
Ich habe mir fest vorgenommen, bei schönem Wetter Radtouren zu unternehmen bzw. auch damit öfter zum Büro zu fahren. Jetzt fehlt nur noch ein Name. Cora ist mein Corona-Car, mit Conrad, dem Wackeldackel, und Kevin, Petras Wächter der Hutablage und in Personalunion Hüter einer unbezahlbaren Klopapierrolle. Denkt Ihr, es wird auch ein Name mit einem K-Laut? Nee, ich denke, mein neues Veló sollte Jan heißen. Wisst Ihr wieso? Noch bin ich aber offen für andere Vorschläge.
Also, demnächst vielleicht neben den Wanderungen auch Radtouren hier im Blog.
Alles Liebe, Euer Gerry
P.S.: Braucht jemand ein gebrauchtes Fahrrad mit hohem, HERRschaftlichem Einstieg und Widderhornlenkern, die total sportlich aussehen??
UPDATE 2: Dry Aged Beef Gestern habe ich mir mal Dry Aged Rumpsteak besorgt. Das war recht teuer, ist aber gerade sehr hip. Zuhause kam mir dann der Gedanke, dass ich das als alter Sack bestimmt schon einmal gegessen haben werde; immerhin ist lufttrocknen ja früher eine gängige Methode gewesen. Im Internet fand ich immerhin Aussagen dazu, dass es viel aromatischer schmecken soll und dass „Wet Aged Beef“ – wie wir es wohl heute erhalten – ja zum Säuerlichen neigt. Nanu?
Naja, ich habe immerhin Steaks ohne Schimmelbelag erstanden, da war ich dann doch zu feige zu. Das Fleisch kam aus Polen.
Zuerst habe ich Fett mit Chili, Knoblauch und Rosmarin in der Pfanne erhitzt. Vom Fleisch angebraten habe ich zuerst die Fettränder, die ich etwas eingeritzt hatte, um einem Schrumpeln vorzubeugen. Dann briet ich auch jede Seite für 2 Minuten scharf an und legte das Stück dann gesalzen und gepfeffert mit dem anderen Gemüse für 7 Minuten in den auf 150°C vorgeheizten Ofen.
Fazit: Das Fleisch war wesentlich fester als gewöhnlich, aber keineswegs zäh. Geschmacklich tatsächlich aromatischer, aber mein Uruguay-Hüftsteak verteidigt (aus Erinnerung heraus) seinen ersten Platz. Aber trotzdem seeehr lecker!
UPDATE: Hier die „Methode Ruth“ aus ihrem Kommentar: Heute habe ich Ruths Methode ausprobiert, mit einem Stück dick geschnittenem irischem Roastbeef. Ladenkette mit Fleischerei, 15 Euro. Also sehr preiswert. Ich muss sagen, dass ich von Ruths Methode sehr angetan bin. Kurz die Unterschiede für die Leser: Bei meiner Ofenmethode hat man eine halbkrosse Hülle mit einem gleichmäßig von dunkel nach hell verlaufenden rosa Fleisch. Bei Ruths Methode ist die Außenseite viel krosser, man hat aber eher eine „schichtige“ Färbung des Steaks nach innen, die in einem kleinen, blutigen Kern endete. Das finde ich extrem gut, weil dadurch etwas mehr „Textur“ ins Fleisch kommt. Beide Methoden halte ich für absolut geeignet. Ruths ist eher „steakiger“, meine eher „filetiger“ 🙂 Ich hätte beide Varianten mal aufgeschnitten fotografieren sollen, das habe ich leider versäumt. Ich hoffe dennoch, man versteht, was ich mit gleichmäßig und schichtig meine.
Das Fleisch war zart mit guter Kruste. Der Fettrand ist bei beiden Methoden nicht so der Burner. Den kann man aber während der Ruhephase des Hauptstücks abschneiden und knusprig braten.
Danke für diesen mir bisher unbekannten Tipp, Ruth.
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Ihr Lieben. Heute mal zum Thema „Kann preiswertes Fleisch gut sein?“. Ich sehe von einer moralistischen Betrachtung über Viehzucht und -haltung hier mal ab. Ich finde, es sollte selbstverständlich sein, sein Fleisch in Supermärkten mindestens aus Biohaltung, besser aber noch, es bei Erzeugern zu kaufen. Ich weiß, dass ist, wenn man z.B. in der Kölner City wohnt…
Meine drei getesteten Steaks habe ich alle identisch zubereitet: kurz auf dem Kochfeld scharf anbraten, dann mit Salz und Pfeffer würzen, grob gehackten Knoblauch und Rosmarin dazugeben und bei 150°C im vorgeheizten Ofen für 7 Minuten in der Pfanne (daher auf Ofeneignung prüfen) nachziehen lassen. Das Fleisch ist dann außen gut gebräunt und innen rosa.
Hier das Ergebnis, in chronologischer Kauf- und Zubereitungs-Reihenfolge (alle beim gleichen Metzger):
Kalbsentrecôte aus den Niederlanden (18 Euro im Angebot) viel Fett, das etwas ranzig war und deswegen auf dem Teller blieb. Rest des Steaks war zart und gerade wegen des vielen Fettes drumherum sehr aromatisch. Ist zart geworden. Platz 3, trotz des guten Eindrucks.
Hüftsteak aus Uruguay (27 Euro) leicht marmoriert, butterzart und leicht aromatisch. Würde ich im Restaurant problemlos servieren können. Platz 1.
Filetsteak aus Argentinien (40 Euro) Fast gänzlich ohne Fett, aber leider nicht groß genug geschnitten (Filet sollte einen Tacken weniger als rosa haben, aber die identische Zubereitung war ja Bedingung). Zart, aber nicht wirklich saftig und wenig aromatisch. Platz 2, aber fast gleichauf mit dem Kalb.
Testsieger in der Mitte 🙂 Beim Filet sieht man schon, dass es „unsaftiger“ ist.
Alle drei waren gut und aus jahrelanger Brutzelerfahrung heraus kann ich sagen, dass mehr Geld in der Regel auch besseres Ergebnis zeitigt. Hier war aber trotzdem alles dicht beieinander, wobei jetzt kein Discountersteak für 15 Euro dabei war.
Wie bereitet Ihr Steaks zu? Wo kauft Ihr ein? Seid Ihr „Rares“, „Mediums“ oder „Well-dones“?
Dieses leckere Gericht bedeutet übersetzt „Kartoffel Blumenkohl Gewürze“. Mein ehemaliger pakistanischer Mitbewohner hatte es mehrmals gekocht und es gehörte sofort zu einem meiner Lieblingsgerichte. Man kann es problemlos auftischen, wenn Vegetarier oder Veganer zu Gast sind, und selbst ausgewiesene Fleischfreunde werden hier nichts vermissen!
Heute hatte ich da wieder mal Lust drauf. Die unten erklärte Variante ist für Mitteleuropäer geeignet. Wer eine scharfe Variante bevorzugt, muss bei den Gewürzen tiefer in den Bottich langen (2-3 mal so viel Garam Masala und Chili, ein bisschen mehr von den anderen Gewürzen – experimentieren ist ausdrücklich erlaubt :-)).
Das Rezept reicht eigentlich für 4 Personen, aber Achtung: Es besteht Suchtgefahr, besser mehr kochen!
Man putzt und zerkleinert einen Blumenkohl, säubert ihn gründlich, dann gibt man ihn mit einem TL Kurkuma und einem TL Salz in Wasser, bringt das Ganze zum Kochen, bis der Blumenkohl weich ist, aber trotzdem noch Biss hat. Abgießen und beiseite stellen. Durch das Kurkuma bekommt er eine wunderbar gelbe Farbe. Die folgenden Schritte kann man dann während der Kochphase des Kohls durchführen.
Eine in Würfel geschnittene Zwiebel wird in einem ausreichend großen Topf mit einem TL Knoblauchpaste, einem TL Ingwerpaste und einem TL Chilipaste bei mittlerer Hitze gebräunt. Dann geben wir nun 7 bis 8 mittlere geschälte und in Würfel (etwa 1cm x 1cm) geschnittene Kartoffeln und wenn diese angeschwitzt sind drei gewürfelte Flaschentomaten und einen TL Zucker dazu.
Das Ganze wird mit einer Gewürzmischung (Masala) aufgegossen. Man gibt in etwa 300 ml Wasser: 1TL Korianderpulver 1TL gemahlenen Kreuzkümmel 1TL Paprika rosenscharf 1TL Salz 1TL Garam Masala und einen halben Teelöffel Chiliflocken.
Bei mittlerer Hitze köcheln lassen. Wenn die Kartoffeln fast gar sind und die Flüssigkeit etwas einreduziert ist, kommt der Blumenkohl dazu. Dann für ein oder zwei Minuten unter Umrühren weiter köcheln lassen. Zum Ende streut man eine Handvoll Petersilie über das Gericht (auch ein Esslöffel Olivenöl schadet zum Schluss nicht) und es kann serviert werden. Vorher natürlich noch nach persönlichem Geschmack nachwürzen.
P.S.: Wenn es zu scharf geworden ist, kann man die Schärfe mit etwas veganem Joghurt abmildern. Aber bei diesem Rezept ist das nicht erforderlich, da die Würze mitteleuropäischem Gusto entsprechend angepasst wurde (ich habe allerdings für mich dann doch noch eine Schippe draufgetan: doppelt Garam Masala, doppelt Kreuzkümmel und doppelt Chili) 🙂
Ihr Lieben, auf dem Markt gab es heute knackige und große Chilis, die als mittelscharf deklariert waren. Davon erstand ich eine große Handvoll.
Ich spülte sie ab, entfernte die Stiele und schnitt sie in grobe Stücke. Diese setzte ich dann in kaltem Wasser mit einer Tasse Essig auf und brachte das Ganze zum Kochen, 3 Minuten etwa. Abgießen und abtropfen, dann in den Multizerkleinerer, zusammen mit zwei Soloknoblauchknollen und einem Esslöffel Salz und Außenbordmotor starten (ich habe einen Zerkleinerer mit Zugschnur). Alles nochmal verrühren und dann in ein sauber ausgekochtes Glas füllen, andrücken und mit Olivenöl aufgießen. Jetzt hat man einen prima Vorrat an Chili für mehrere Dutzend scharfe Gerichte. Das Abkochen, der Essig und das Öl sorgen für eine ausreichende Haltbarkeit. Sollte das Öl die Oberfläche nicht mehr ganz bedecken, einfach etwas nachgießen.
Immer auf der Suche nach etwas Besonderem. Da fällt einem Orange-Ingwer natürlich sofort ins Auge, weil es zwei meiner (zugegebenermaßen sehr vielen) bevorzugten Geschmäcker bedient.
Ich fange mit dem positiven Aspekt an: Die Chips sind in ihrer Form herrlich individuell. Jeder sieht anders und herrlich krumm aus. Und sie sind sehr knusprig.
Jetzt die andere Seite der Medaille: Beim Öffnen der Tüte entströmt ein muffiger Geruch. Ich schmecke nur einen Hauch Ingwer heraus und nur ein Häuchchen Orange. Alles wird überdeckt von einer eher unangenehm-salzigen Schärfe (die aber mit frischem Ingwer nichts zu tun hat).
Ich habe als Gourmand-Gourmet die Hälfte der Tüte weggeworfen. Das heißt bei Chips schon was.
Ihr Lieben, heute traf sich erneut das Forschpolder Kochprojekt. Diesmal wieder in Poll. Nach einem kleinen Begrüßungscocktail machten wir uns an die Arbeit. Bitte seht uns nach, dass wir ab und zu keine Mengenangaben machen, wir haben sehr „frei nach Schnauze“ gekocht.
Zuerst setzen wir Salzkartoffeln auf; viel zu viele, wie sich später herausstellt. 6 große Kartoffeln ergeben nämlich eine Menge Püree! Wenn die Kartoffeln fertig sind, abgießen und etwas abkühlen lassen.
Währenddessen werden Prinzessböhnchen mit Bacon umwickelt. Dafür nehmen wir die tiefgefrorenen, die kann man besser bearbeiten. Den Bacon in Bohnenrichtung mit einem Zahnstocher fixieren. Beiseite stellen.
Gleichzeitig (jaja, vier Hände!) braten wir Knoblauchscheiben mit gehackten Schalotten und Zwiebelscheiben in einem Butter-Öl-Gemisch an und lassen nach kurzer Zeit das parierte Roastbeef in die Pfanne gleiten. Dies wird von allen Seiten unter Salzen und Pfeffern scharf angebraten (jeweils ca. 2 Minuten in sehr heißer Pfanne) und dann auf einen Rost gehievt, der wiederum auf einem Backblech positioniert wird. Der Braten wird mit Rosmarinzweigen und dem Pfannengemüse belegt (wir geben auch noch zwei frische geschnittene Schalotten drüber, oder was uns sonst noch passend erscheint) und in den vorgeheizten Backofen geschoben. 160°C O-/U-Hitze zuerst, die wird nach 20 Minuten auf 120°C runtergeregelt. Insgesamt bleibt der Braten ca. 80 bis 90 Minuten im Ofen. Wir benutzen zur Kontrolle ein Bratenthermometer. Zwischen 55 und 60 °C Kerntemperatur wird es „von noch etwas rot“ bis „zartrosa“.
Für die Rotweinsauce beginnen wir mit einer Mehlschwitze (2 EL Butter, 2 Esslöffel Mehl) und löschen mit einem Glas Rotwein ab. Dann gilt es rühren, rühren, rühren. Wir geben Gemüsepaste dazu und gießen mit heißem Wasser auf. Dann würzen wir mit Rosmarin, Estragon, Thymian, Tomatenmark, Schalottenwürfeln und Salz und Pfeffer und köcheln das Ganze ein. Den Saft einer halben Orange (die andere Hälfte war im Cocktail) finden wir auch nicht verkehrt. Immer wenn es wieder zu dick wird: Schuss Wein drauf.
Die abgekühlten Kartoffeln werden mit Butter und Sahne sowie Salz, Pfeffer und Muskatnuss zerstampft, die Mengen nimmt man nach Gefühl, und zu Kugeln geformt. Butter wird in einer Pfanne heiß gemacht und die Kugeln dort zu Plätzchen gedrückt und braun angebraten, gewendet und auf der anderen Seite auch gut gebräunt. Die Böhnchen ebenfalls in Butter heiß anbraten, der Speck sollte kross werden, die Bohnen trotzdem schön knackig bleiben.
Das Roastbeef aus dem Ofen rausholen, kurz stehen lassen, dann in Scheiben schneiden. Alles appetitlich anrichten; die Sauce wird noch etwas abgeschmeckt und durch ein Sieb passiert. Dazu passt primissimo ein Primitivo aus Apulien.
Heute war Wandern mit Rolf und Otto angesagt. Voraussetzung war, dass Rolf seine zweite Impfung von gestern schadlos überstanden hätte. Er hatte. Also, um 12:30 Uhr wurde ich abgeholt und wir fuhren in den Königsdorfer Forst. Nicht zu verwechseln mit dem Königsforst. Der Herr König hatte halt irgendwie viel Forst. Und wohl auch Dorf. Und so manches andere.
Mit Königsdorf an sich verbinden uns viele Erinnerungen und es verbindet uns noch immer viel. Viele Freunde haben dort gewirkt und gelebt und wirken und leben dort immer noch.
Der KöFo (um es nicht immer wieder ausschreiben zu müssen) ist jetzt nicht rasend spektakulär. Aber gut zu erwandern und mit ein oder zwei Schmankerln. Wir liefen zuerst durch ein Viertel von offenbar recht betuchten Menschen. Nun, die soll es ja auch geben. Aber wer soll das alles putzen, was die da so umbaut haben?
Morast, Insektenhotelanlage „all inclusive“ und Waldkindergarten
Wir liefen dann an einem ummauerten Grundstück vorbei, auf dem sich eine Altersresidenz für Nonnen im Ruhestand befindet und kamen dann im Forst an. Wenn so ein Wald unbelaubt ist, wirkt er ja erstmal ein bisschen trist. Aber die Sonne schien und die Vögel tröteten sich einen um die Wette. Manchmal mussten wir über umgestürzte Bäume klettern (von denen es Unmengen gab!) oder durch Schlammlöcher waten, aber alles in allem ein eher geruhsamer Spaziergang. Bis wir zu einem Hügel… ach, was sag ich!… einem Berg kamen. Ich war der Auffassung, dass wir den hochkraxeln müssen, bis Lissi (meine Wander-App) „Kehren Sie jetzt um“ krakeelte. Leider erst kurz vor dem Gipfel.
Das mittlere Bild zeigt den Aufstieg (von oben). Eine Kamera kann das gar nicht richtig einfangen! Die drei Wanderer sind sich überraschend einig, dass es sich um 1700 Höhenmeter handeln muss.
Wir liefen dann parallel zum eigentlich Pfad weiter und kamen an den Wanderhöhepunkt an: die Himmelsleiter! 218 Stufen, die wir hätten ersteigen müssen, wenn ich nicht schon fälschlicherweise zum Sturm auf den Berg geblasen hätte. Dort tummelten sich dann auch ein paar andere Wanderer, Jogger und Mountainbiker. Vorher waren wir einigermaßen einsam unterwegs.
Meine Wander-App röchelte uns dann noch einmal vor, dass wir nach links abbiegen müssten und dann verabschiedete sich mein Handy. Ich verstehe nicht, warum. Normalerweise hält mein Akku mehr als einen Tag. Wir sind dann mit Rolfs Navigationssystem wieder zum Ausgangspunkt zurück, haben also die eigentliche Route abbrechen müssen. Aber wir waren trotzdem gute 11 Kilometer unterwegs (statt der geplanten 13 bis 14) und haben noch eine hübsche Kapelle besucht (wo ich – was ich ja gerne mache- ein Kerzlein anzündete) und vorher noch einen spektakulären Blick auf Brauweiler und über die Ebenen bis nach Köln gehabt.
Bei Rolf haben wir dann auf der etwas kühlen Terrasse den Nachmittag ausklingen lassen und ich fuhr in einer fast menschenleeren Bahn wieder nach Hause. Jasmina schrieb übrigens, nachdem Rolf Bilder der „Himmelstreppe“ postete, dass sie eine Woche vorher dort wandern war. Irgendwie sind wir ein Volk von Wanderern und Spaziergängern geworden. Ist das nicht herrlich deutsch? Nur das mit dem Kaffee und Kuchen muss ich noch üben, mir ist dann doch eher nach einem Wein 🙂
Hier kann man guten Gewissens von einer Tankstelle sprechen. Prost!