Raita, Ihr Lieben, ist so einfach wie lecker. Es handelt sich um gewürzten und Gemüse versehenen Joghurt, ähnlich wie Tsatsiki/Cacik. Es gibt viele Varianten, diese ist nur eine davon: 250 gr. Joghurt (vorzugsweise 10%iger) werden mit einem gestrichenen Teelöffel geriebenem Knoblauch, einem TL Kreuzkümmel, einem TL Garam Masala und je einem halben TL Chilipulver, Salz und Pfeffer vermengt. Als Gemüse raspele ich eine halbe entkernte Salatgurke hinein und etwas kleingewürfelte rote Paprika. Dazu kommt drei oder vier feingehackte Minzstengel. Ein Spritzer Zitrone und etwas Olivenöl runden das aus meiner Sicht prima ab.
Man kann als Gemüse auch Weißkohl, Karotten oder Lauch nehmen. Als Kraut werden statt Minze auch Petersilie oder Koriandergrün genommen – letzteres ja so gar nix für mich! Wie immer kann man prima herumexperimentieren.
Raita passt zu allem, bei mir gerne mit Brot, Pakora oder Rösti.
Ihr Lieben, heute sollte es im Supermarkt mit dem großen „A“ Felsenaustern geben. Sofort stand mein Abendessen fest: Gratinierte Austern. Wie groß die Enttäuschung, dass (natürlich!) abends keine mehr da waren. Kennt Ihr das, wenn man sich so richtig in etwas reinsteigert und dann vor eine Wand flitzt?
Dann wenigstens was total unkompliziertes: Butter in einer Pfanne zerlassen und Chilis und Knoblauch (beides gehackt) hineingeben. Hähnchenminischnitzel darin von beiden Seiten kurz anbräunen, mit Salz, Pfeffer, Curry würzen, Apfelringe darübergeben und dann Mozzarellascheiben. Mit grobem Pfeffer und etwas Rohrzucker bestreuen und für ca. 15 Minuten in den vorgeheizten Ofen (170°C) geben. Dazu passt prima ein grüner Salat mit einer simplen Vinaigrette. Etwas Honig und Beeren drüber schadet auch nicht. 🙂
Besonders die Chilis harmonieren mit dem Honig sehr gut. Funktioniert auch bestens mit Blauschimmel, Camembert oder Ziegenkäse. Guten Appetit!
Ihr Lieben, heute wird es mal wieder subkontinental. Es gibt Butterhuhn, ein leckeres und cremiges Gericht aus Indien. Ein halbes Kilogramm Hühnerbrust würfele ich und mariniere es für eine Stunde in mit Chilipulver, Pfeffer, gemahlenem Koriander und gemahlenem Kreuzkümmel gewürztem Joghurt (300 ml). Gewürze je 2 TL. Wer es schärfer mag…. 🙂 Anschließend wird das Gemisch in einem Schnellkochtopf angebraten und dann für 30 Minuten dampfgegart bzw. im normalen Topf durchgeschmort, bis es weich ist.
Zwischenzeitlich brate ich in einem anderen Topf 3 kleingewürfelte Tomaten, eine kleingewürfelte große Zwiebel mit 4 Zehen Knoblauch und einem geraspelten daumengroßen Stück Ingwer an. Eine Handvoll gehackte Cashewkerne (oder Nüsse nach Wahl) darüberstreuen. Wenn das ein bisschen durchgeköchelt ist, kommen Gewürze dazu. Hauptsächlich Garam Masala (2 EL) und Pfeffer. Je nach Gusto halt. An Salz habe ich wegen der gesalzenen Cashewnüsse gespart. Der Topfinhalt kommt in den Mixer und wird püriert. Dann gibt man ihn zu dem inzwischen abgedampften Huhn und rührt noch zwei große Löffel Sauerrahm dazu. Wieder ein bisschen köcheln und dann abschmecken. Einen Megaklacks Butter (75 Gramm) unterrühren, viel Petersilie drüber und fertig ist ein wunderbares Gericht!
Man kann es mit Fladenbrot, Reis oder Kartoffeln servieren. Guten Appetit!
Hier noch eine Variante, die genau so gekocht wurde, nur mit Lamm.
Ihr Lieben, heute war mal wieder „Was-muss-denn-weg-Tag“. Siehe da: Der Filoteig hatte heute letzte Vorstellung und die Tomaten waren gerade noch knackig. Zudem hatte ich Samstag Hackfleisch gekauft, ohne rechte Vorstellung, was damit zu tun sei. Also: Es gibt eine Art Strudelauflauf mit Hack und Gemüse.
Die Gewürze: je 1 gehäufter Teelöffel Ras-el-Hanout, Rosmarin gerebelt, Orangenpfeffer geschrotet, Kräutersalz sowie je ein halber Teelöffel Zimtpulver und Rosenpaprika. 1 TL brauner Zucker fehlt auf dem Bild, den gab ich auch noch dazu.
Paprika und Zwiebeln putzen und fein würfeln, Tomaten entkernen und würfeln, Knoblauch hacken. In Öl die Zwiebeln, den Knoblauch und einen EL von der eingelegten Chili sowie 2 EL Tomatenmark (fehlt auf dem Foto) anbraten. Das Hackfleisch dazugeben und krümelig braten. Die Gewürze und einen Eierbecher Wasser dazugeben, gut vermengen und auf kleinster Flamme etwas weiterköcheln lassen. Das Füllung sollte insgesamt nicht zu feucht sein, damit der Teig nicht so durchsuppt (daher auch die Tomaten entkernen). Vor der Auflaufbaumaßnahme nochmals abschmecken.
Den Filoteig in einer eingeölten Auflaufform dünn schichten, nach jeder Lage nur etwas Füllung darauf geben und so verfahren, bis alles verbraucht ist. Am Besten auch mal mit dem Teig über den Rand der Form gehen, dann kann man nachher alles schön bedeckeln. Über die letzte Schicht Fleisch streue ich 100 Gramm gerieben Emmentaler, bevor ich alles mit dem Rest Teig und den „Überhängen“ verschließe. Ein Ei mit einem Teelöffel Milch verquirlen, auf den Auflauf streichen und ab in den 175°C heißen Ofen für ca. 35 Minuten. Wenn der Auflauf oben zu dunkel wird, Alufolie drüberlegen (bei mir war das nach 25 Minuten nötig).
Dazu kann man prima Tsatsiki / Cacik / Raita essen. Und schmeckt auch kalt. Guten Appetit!
Ihr Lieben, ich nehme es vorweg: Meine Röstzwiebeln sind so was von röst… man muss während der Zubereitung schon ab und zu mal ein Auge draufwerfen. Aber immerhin seeeehr knusprig.
Spätzle: Ich bin seit Jahrzehnten Besitzer einer Spätzlepresse, die ich nicht wirklich oft im Einsatz habe. Irgendwie hat mich das Ergebnis nie so wirklich überzeugt. Sie war allerdings auch nicht sehr teuer, vielleicht liegt es daran. Nun habe ich mir kürzlich eine noch billigere Spätzlereibe geholt und die wurde heute ausprobiert.
Spätzleteig geht einfach: Pro Person 100 gr. Mehl, 1 Ei, einen viertel Teelöffel Salz und Wasser nach Bedarf. Mehl, Eier und Salz werden zu einem festen Teig verrührt. Dann wird unter weiterem Rühren so lange langsam Wasser hinzugegeben, bis der Teig geschmeidig wird und Bläschen wirft. Via Spätzlereibe ab ins kochende Wasser, nach drei Minuten herausfischen und in eine bereitstehende Schüssel geben. Die Spätzle sahen super aus und es ging sehr einfach!
Ich habe 200 gr. Mehl verarbeitet und gebe auf die Spätzle 100 gr. geriebenen Emmentaler, 200 ml Sahne, 3 Esslöffel gemischte TK-Kräuter sowie Gewürze (Salz (sparsamst, der Käse salzt schon mit), Pfeffer, Muskatnuss). Bei mehr Spätzle die Mengen einfach etwas anpassen. Verrühren und in eine Auflaufform geben. Noch eine Handvoll extra Käse darüber geben und ab für 30 Minuten in den 180°C heißen Ofen.
Währenddessen einen Esslöffel Butter in einer Pfanne heiß werden lassen und in Ringe oder Streifen geschnittene Zwiebeln so lange darin braten, bis sie angebra…. oooops, äh…. geröstet sind.
Spätzle auf den Teller geben und mit Kohlestückch…. äh… den Zwiebeln bestreuen (ja, ich mochte sie auch dunkel). Dazu passt hervorragend ein allgäuer Bier. Lasst’s Euch schmecken!
UPDATE 2: Dry Aged Beef Gestern habe ich mir mal Dry Aged Rumpsteak besorgt. Das war recht teuer, ist aber gerade sehr hip. Zuhause kam mir dann der Gedanke, dass ich das als alter Sack bestimmt schon einmal gegessen haben werde; immerhin ist lufttrocknen ja früher eine gängige Methode gewesen. Im Internet fand ich immerhin Aussagen dazu, dass es viel aromatischer schmecken soll und dass „Wet Aged Beef“ – wie wir es wohl heute erhalten – ja zum Säuerlichen neigt. Nanu?
Naja, ich habe immerhin Steaks ohne Schimmelbelag erstanden, da war ich dann doch zu feige zu. Das Fleisch kam aus Polen.
Zuerst habe ich Fett mit Chili, Knoblauch und Rosmarin in der Pfanne erhitzt. Vom Fleisch angebraten habe ich zuerst die Fettränder, die ich etwas eingeritzt hatte, um einem Schrumpeln vorzubeugen. Dann briet ich auch jede Seite für 2 Minuten scharf an und legte das Stück dann gesalzen und gepfeffert mit dem anderen Gemüse für 7 Minuten in den auf 150°C vorgeheizten Ofen.
Fazit: Das Fleisch war wesentlich fester als gewöhnlich, aber keineswegs zäh. Geschmacklich tatsächlich aromatischer, aber mein Uruguay-Hüftsteak verteidigt (aus Erinnerung heraus) seinen ersten Platz. Aber trotzdem seeehr lecker!
UPDATE: Hier die „Methode Ruth“ aus ihrem Kommentar: Heute habe ich Ruths Methode ausprobiert, mit einem Stück dick geschnittenem irischem Roastbeef. Ladenkette mit Fleischerei, 15 Euro. Also sehr preiswert. Ich muss sagen, dass ich von Ruths Methode sehr angetan bin. Kurz die Unterschiede für die Leser: Bei meiner Ofenmethode hat man eine halbkrosse Hülle mit einem gleichmäßig von dunkel nach hell verlaufenden rosa Fleisch. Bei Ruths Methode ist die Außenseite viel krosser, man hat aber eher eine „schichtige“ Färbung des Steaks nach innen, die in einem kleinen, blutigen Kern endete. Das finde ich extrem gut, weil dadurch etwas mehr „Textur“ ins Fleisch kommt. Beide Methoden halte ich für absolut geeignet. Ruths ist eher „steakiger“, meine eher „filetiger“ 🙂 Ich hätte beide Varianten mal aufgeschnitten fotografieren sollen, das habe ich leider versäumt. Ich hoffe dennoch, man versteht, was ich mit gleichmäßig und schichtig meine.
Das Fleisch war zart mit guter Kruste. Der Fettrand ist bei beiden Methoden nicht so der Burner. Den kann man aber während der Ruhephase des Hauptstücks abschneiden und knusprig braten.
Danke für diesen mir bisher unbekannten Tipp, Ruth.
_____________________________
Ihr Lieben. Heute mal zum Thema „Kann preiswertes Fleisch gut sein?“. Ich sehe von einer moralistischen Betrachtung über Viehzucht und -haltung hier mal ab. Ich finde, es sollte selbstverständlich sein, sein Fleisch in Supermärkten mindestens aus Biohaltung, besser aber noch, es bei Erzeugern zu kaufen. Ich weiß, dass ist, wenn man z.B. in der Kölner City wohnt…
Meine drei getesteten Steaks habe ich alle identisch zubereitet: kurz auf dem Kochfeld scharf anbraten, dann mit Salz und Pfeffer würzen, grob gehackten Knoblauch und Rosmarin dazugeben und bei 150°C im vorgeheizten Ofen für 7 Minuten in der Pfanne (daher auf Ofeneignung prüfen) nachziehen lassen. Das Fleisch ist dann außen gut gebräunt und innen rosa.
Hier das Ergebnis, in chronologischer Kauf- und Zubereitungs-Reihenfolge (alle beim gleichen Metzger):
Kalbsentrecôte aus den Niederlanden (18 Euro im Angebot) viel Fett, das etwas ranzig war und deswegen auf dem Teller blieb. Rest des Steaks war zart und gerade wegen des vielen Fettes drumherum sehr aromatisch. Ist zart geworden. Platz 3, trotz des guten Eindrucks.
Hüftsteak aus Uruguay (27 Euro) leicht marmoriert, butterzart und leicht aromatisch. Würde ich im Restaurant problemlos servieren können. Platz 1.
Filetsteak aus Argentinien (40 Euro) Fast gänzlich ohne Fett, aber leider nicht groß genug geschnitten (Filet sollte einen Tacken weniger als rosa haben, aber die identische Zubereitung war ja Bedingung). Zart, aber nicht wirklich saftig und wenig aromatisch. Platz 2, aber fast gleichauf mit dem Kalb.
Testsieger in der Mitte 🙂 Beim Filet sieht man schon, dass es „unsaftiger“ ist.
Alle drei waren gut und aus jahrelanger Brutzelerfahrung heraus kann ich sagen, dass mehr Geld in der Regel auch besseres Ergebnis zeitigt. Hier war aber trotzdem alles dicht beieinander, wobei jetzt kein Discountersteak für 15 Euro dabei war.
Wie bereitet Ihr Steaks zu? Wo kauft Ihr ein? Seid Ihr „Rares“, „Mediums“ oder „Well-dones“?
Dieses leckere Gericht bedeutet übersetzt „Kartoffel Blumenkohl Gewürze“. Mein ehemaliger pakistanischer Mitbewohner hatte es mehrmals gekocht und es gehörte sofort zu einem meiner Lieblingsgerichte. Man kann es problemlos auftischen, wenn Vegetarier oder Veganer zu Gast sind, und selbst ausgewiesene Fleischfreunde werden hier nichts vermissen!
Heute hatte ich da wieder mal Lust drauf. Die unten erklärte Variante ist für Mitteleuropäer geeignet. Wer eine scharfe Variante bevorzugt, muss bei den Gewürzen tiefer in den Bottich langen (2-3 mal so viel Garam Masala und Chili, ein bisschen mehr von den anderen Gewürzen – experimentieren ist ausdrücklich erlaubt :-)).
Das Rezept reicht eigentlich für 4 Personen, aber Achtung: Es besteht Suchtgefahr, besser mehr kochen!
Man putzt und zerkleinert einen Blumenkohl, säubert ihn gründlich, dann gibt man ihn mit einem TL Kurkuma und einem TL Salz in Wasser, bringt das Ganze zum Kochen, bis der Blumenkohl weich ist, aber trotzdem noch Biss hat. Abgießen und beiseite stellen. Durch das Kurkuma bekommt er eine wunderbar gelbe Farbe. Die folgenden Schritte kann man dann während der Kochphase des Kohls durchführen.
Eine in Würfel geschnittene Zwiebel wird in einem ausreichend großen Topf mit einem TL Knoblauchpaste, einem TL Ingwerpaste und einem TL Chilipaste bei mittlerer Hitze gebräunt. Dann geben wir nun 7 bis 8 mittlere geschälte und in Würfel (etwa 1cm x 1cm) geschnittene Kartoffeln und wenn diese angeschwitzt sind drei gewürfelte Flaschentomaten und einen TL Zucker dazu.
Das Ganze wird mit einer Gewürzmischung (Masala) aufgegossen. Man gibt in etwa 300 ml Wasser: 1TL Korianderpulver 1TL gemahlenen Kreuzkümmel 1TL Paprika rosenscharf 1TL Salz 1TL Garam Masala und einen halben Teelöffel Chiliflocken.
Bei mittlerer Hitze köcheln lassen. Wenn die Kartoffeln fast gar sind und die Flüssigkeit etwas einreduziert ist, kommt der Blumenkohl dazu. Dann für ein oder zwei Minuten unter Umrühren weiter köcheln lassen. Zum Ende streut man eine Handvoll Petersilie über das Gericht (auch ein Esslöffel Olivenöl schadet zum Schluss nicht) und es kann serviert werden. Vorher natürlich noch nach persönlichem Geschmack nachwürzen.
P.S.: Wenn es zu scharf geworden ist, kann man die Schärfe mit etwas veganem Joghurt abmildern. Aber bei diesem Rezept ist das nicht erforderlich, da die Würze mitteleuropäischem Gusto entsprechend angepasst wurde (ich habe allerdings für mich dann doch noch eine Schippe draufgetan: doppelt Garam Masala, doppelt Kreuzkümmel und doppelt Chili) 🙂
Ihr Lieben, auf dem Markt gab es heute knackige und große Chilis, die als mittelscharf deklariert waren. Davon erstand ich eine große Handvoll.
Ich spülte sie ab, entfernte die Stiele und schnitt sie in grobe Stücke. Diese setzte ich dann in kaltem Wasser mit einer Tasse Essig auf und brachte das Ganze zum Kochen, 3 Minuten etwa. Abgießen und abtropfen, dann in den Multizerkleinerer, zusammen mit zwei Soloknoblauchknollen und einem Esslöffel Salz und Außenbordmotor starten (ich habe einen Zerkleinerer mit Zugschnur). Alles nochmal verrühren und dann in ein sauber ausgekochtes Glas füllen, andrücken und mit Olivenöl aufgießen. Jetzt hat man einen prima Vorrat an Chili für mehrere Dutzend scharfe Gerichte. Das Abkochen, der Essig und das Öl sorgen für eine ausreichende Haltbarkeit. Sollte das Öl die Oberfläche nicht mehr ganz bedecken, einfach etwas nachgießen.
Ihr Lieben, heute traf sich erneut das Forschpolder Kochprojekt. Diesmal wieder in Poll. Nach einem kleinen Begrüßungscocktail machten wir uns an die Arbeit. Bitte seht uns nach, dass wir ab und zu keine Mengenangaben machen, wir haben sehr „frei nach Schnauze“ gekocht.
Zuerst setzen wir Salzkartoffeln auf; viel zu viele, wie sich später herausstellt. 6 große Kartoffeln ergeben nämlich eine Menge Püree! Wenn die Kartoffeln fertig sind, abgießen und etwas abkühlen lassen.
Währenddessen werden Prinzessböhnchen mit Bacon umwickelt. Dafür nehmen wir die tiefgefrorenen, die kann man besser bearbeiten. Den Bacon in Bohnenrichtung mit einem Zahnstocher fixieren. Beiseite stellen.
Gleichzeitig (jaja, vier Hände!) braten wir Knoblauchscheiben mit gehackten Schalotten und Zwiebelscheiben in einem Butter-Öl-Gemisch an und lassen nach kurzer Zeit das parierte Roastbeef in die Pfanne gleiten. Dies wird von allen Seiten unter Salzen und Pfeffern scharf angebraten (jeweils ca. 2 Minuten in sehr heißer Pfanne) und dann auf einen Rost gehievt, der wiederum auf einem Backblech positioniert wird. Der Braten wird mit Rosmarinzweigen und dem Pfannengemüse belegt (wir geben auch noch zwei frische geschnittene Schalotten drüber, oder was uns sonst noch passend erscheint) und in den vorgeheizten Backofen geschoben. 160°C O-/U-Hitze zuerst, die wird nach 20 Minuten auf 120°C runtergeregelt. Insgesamt bleibt der Braten ca. 80 bis 90 Minuten im Ofen. Wir benutzen zur Kontrolle ein Bratenthermometer. Zwischen 55 und 60 °C Kerntemperatur wird es „von noch etwas rot“ bis „zartrosa“.
Für die Rotweinsauce beginnen wir mit einer Mehlschwitze (2 EL Butter, 2 Esslöffel Mehl) und löschen mit einem Glas Rotwein ab. Dann gilt es rühren, rühren, rühren. Wir geben Gemüsepaste dazu und gießen mit heißem Wasser auf. Dann würzen wir mit Rosmarin, Estragon, Thymian, Tomatenmark, Schalottenwürfeln und Salz und Pfeffer und köcheln das Ganze ein. Den Saft einer halben Orange (die andere Hälfte war im Cocktail) finden wir auch nicht verkehrt. Immer wenn es wieder zu dick wird: Schuss Wein drauf.
Die abgekühlten Kartoffeln werden mit Butter und Sahne sowie Salz, Pfeffer und Muskatnuss zerstampft, die Mengen nimmt man nach Gefühl, und zu Kugeln geformt. Butter wird in einer Pfanne heiß gemacht und die Kugeln dort zu Plätzchen gedrückt und braun angebraten, gewendet und auf der anderen Seite auch gut gebräunt. Die Böhnchen ebenfalls in Butter heiß anbraten, der Speck sollte kross werden, die Bohnen trotzdem schön knackig bleiben.
Das Roastbeef aus dem Ofen rausholen, kurz stehen lassen, dann in Scheiben schneiden. Alles appetitlich anrichten; die Sauce wird noch etwas abgeschmeckt und durch ein Sieb passiert. Dazu passt primissimo ein Primitivo aus Apulien.
Das Gute an einem Pilaw (auch Palau oder Plov) ist, dass keiner sagen kann, das das nicht so, sondern so und so gemacht werden muss. Es ist im Grunde genommen in Brühe mit Gewürzen zubereiteter Reis. Wie man den dann streckt, ist jedem selbst überlassen.
Ich habe Lammfleisch am Knochen in einer Marinade für ein paar Stunden im Kühlschrank ziehen lassen:
Das alles kam zusammen mit einer grob gehackten Zwiebel in einen Schnellkochtopf mit halbvoll kochendem Wasser. Ja, Ihr lest richtig, alles. Ja, auch der Joghurt, wie soll man den auch vom Rest der Marinade trennen? Sieht etwas befremdlich aus.
Eine dreiviertel bis ganze Stunde dampfgaren, dann abdampfen, die Lammteile rausholen (das Fleisch sollte sich von selbst von den Knochen lösen, sonst etwas nachgaren) und im Ofen bei 120°C warmhalten, bis der Reis fertig ist. Von der Brühe (die man durchsieben sollte, wenn man keinen geschroteten Pfeffer und Zwiebelmatsche im Reis haben will) doppelt so viele Tassen abfüllen wie man Reis plant. Dann die Brühe abschmecken. Salz, Pfeffer, etwas mehr Gemüsepaste… 1 gehäufter TL Kurkuma für die Farbe… vielleicht noch einen EL Garam Masala. Alles aber nach eigenem Gusto.
Den gewaschenen Basmatireis in den Topf geben, kurz mit zwei kleingehackten Zwiebeln in etwas Öl anschwitzen und die abgemessene Brühe darauf geben. Köcheln, bis die Brühe weg ist, dann sollte der Reis gar sein. Notfalls etwas Brühe nachgießen.
Nochmal abschmecken – war bei mir nicht erforderlich – und den Reis auf Teller geben und das Fleisch darüber drapieren. Klacks Joghurt drauf. Ein paar gehackte Nüsse oder Kerne sowie Frühlingszwiebeln machen sich auch gut. Guten Appetit!
P.S.: Ein Pilaw kann man prima auch ohne Fleisch zubereiten, wenn man ordentlich Rosinen oder zerkleinertes getrocknetes Obst wie Aprikosen oder Datteln hineingibt und mit Zimt würzt: Echt lecker.
Es ist vergleichbar mit den Variationsmöglichkeiten bei einem Risotto. 🙂