Ihr Lieben,
diese an Sachma!s nicht gerade arme Reise wird heute um ein weiteres ergänzt. Nach Veröffentlichung meines Tagebuchs trank ich gestern noch einen Rosé in einer Bar. Als ich danach einen doppelten Rosé für die Kabine mitnehmen wollte, erhielt ich vom Kellner die Auskunft, ich hätte mein Limit erreicht, ich könne nur einen einfachen Rosé bekommen. Verdattert nahm ich das erst einmal hin. Auf dem Zimmer googelte ich, Premium Getränkepaket heiße maximal 15 alkoholische Getränke, ansonsten ohne Limit. Tja, ich hatte aber keine 15 Alkoholika.
Ich zur Rezeption. „Nee, Sie haben noch fünf Drinks frei.“ Man ging mit mir zu einer Bar. „Nein, der Gentleman hat noch alle 15 Getränke frei.“ Was ist das für eine Reederei? Wo ich denn einsehen könne, was man mir alles belaste. Ich könne das nicht, aber ich könne jederzeit jeden Kellner fragen. Ich resümiere: An drei verschiedenen Punkten wurden mir drei verschiedene Auskünfte über meinen Kontostand erteilt. Und ich müsse „doch nur einfach fragen“? SACHMA!!

Heute ist wieder Seetag, das Programm ist erneut ohne Highlights. Vor allem: es wiederholt sich. Puzzeln mit Inge, Tanzen mit Pablo, Spanisch mit Jesús. Und möchte ich heute wieder Jonglage und Handschattenspiele sehen? Ich gebe Euch einen Tipp: Nein. Nein, das möchte ich nicht.
Ich schlief lange und nahm das erste Mal Frühstück im Buffet-Restaurant ein. Mache ich dann auch nicht noch einmal. Was für ein Gewusel. Zwei Kaffeekannen für geschätzt 500 Gäste. Und man muss sich ja quasi alles an verschiedenen Ecken zusammensuchen – Eier, Brot, Obst, Kaffee, jedes Mal mit einer Schlange – und dann in einem unchoreografierten Pas de Mille zum Tisch spedieren.
Die Rezeption ließ mich per kleinem Brief unter der Tür wissen, man möchte mit mir sprechen. Die Schreiberin war aber nicht mehr im Dienst und so wurde von einem anderen Rezeptionisten gemutmaßt, was man mit mir besprechen wolle. Ich erwähnte die diversen Vorkommnisse. Ja, bei der Überschwemmung wäre viel los gewesen, in Ausflugsfragen sei man ja nicht involviert und „Ich kann sehen, Sie hatten heute erst einen Drink!“. What? Ja klar, zum Frühstück nehme ich immer gerne einen Cocktail. Ich hatte genau ein Wasser bis dahin.
Ich organisierte mir eine Limo und begab mich auf den Balkon. Dort glotzte ich die englische Küste an, las mich in die Sehenswürdigkeiten Brests ein und machte mich über das Guggenheim-Museum schlau.

Hunger hatte ich zwar keinen, aber es galt, Zeit totzuschlagen, daher ging ich trotzdem zum Mittagessen, wo ich ein paar frittierte Meeresfrüchte knabberte. Diesmal mit einem betagten Schweizer Ehepaar und einem jungen, polnischen Pärchen. Beide Paare ausnehmend sympathisch. Wir hatten eine sehr angeregte Unterhaltung.
Wieder auf dem Zimmer fand ich einen Brief des Ausflugsteams vor. Man bedaure, dass man meine Ausflugsplanung durcheinander gebracht habe. Ich möge doch bitte auf Einladung an einer anderen, wenn auch kleineren Schiffstour teilnehmen. Das fand ich dann irgendwie ganz nett.
Den Nachmittag verbrachte ich mit Handydaddelei auf der Kabine, mein Brest-Rundgang ist auch fertig geplant. Und ich weiß, dass ich im Museum anderes zu erwarten habe, als gedacht.

Als Vorabendprogramm hörte ich mir in einer der kleineren Bars Easy Listening-Musik an. Songs zum Mitsummen. Mag ich. Das Abendessen war wegen zweier Missverständnisse unglaublich reichhaltig, da ich zwei Vorspeisen und zwei Desserts bekam. Wie bitte? Unverschämtheit! Ich sagte doch, es war ein Missverständnis!
So, jetzt langweile ich Euch nur noch mit ein paar Food-Fotos. Ja, alles von heute. 🫣







Morgen landen wir um 7 Uhr an und fahren um 15 Uhr schon weiter, da muss ich früh raus. Habt einen schönen Abend, bis morgen! Euer

P.S.: Die Bullaugen in den Restaurants auf den unteren Decks sind konvex gewölbt. So entsteht der Eindruck, das Meer sei gebirgig.
Schiff ahoi, lieber Gerry..wie immer bin ich sehr amuzed über Deine Berichte als Bettchen-Lektüre, und Rotterdam lockt mich schon ewig..und ja, wenn ich das Meer sehr und rieche, brauch ich nicht mehr viel..ausser wenig Menschen..
sehe, dass hier eine Namensvetterin unter uns weilt und schreibt..
Daher grüsst Petra, die aus Deutz
Danke, meine Liebe. Wir müssten mal wieder ein Ex-Nachbarschaftsevent auf die Beine stellen! 🤩