wahrscheinlich werden wir dann dennoch nicht in die Firmenzentrale vordringen. Aber das von Monika, Ruth und mir ausgewählte Wochenendziel ist tatsächlich die Stadt, in der der weltgrößte Brauereikonzern seinen Sitz hat. Wir haben aber hoffentlich anderes vor, als nur drei Tage unter dem Zapfhahn zu liegen.
Es gibt ein sehr spezielles und schmales Rathaus, das aber jeder erkennt, der schon in der Stadt war. Und es gibt einen Beginenhof. Man spricht flämisch oder französisch. Mehr weiß ich auch gerade noch nicht, ich bin etwas unvorbereitet. Wohin geht es also? Das verrate ich dann später. Erika darf übrigens nicht mitraten, sie weiß es schon.
Zur Vorgeschichte: Bei einem unserer „Kulturabende“ (es mag auch die Doppelkopfrunde gewesen sein), erzählte Monika, dass sie plane, an die Nordseeküste zu fahren. Ruth und ich überredeten sie, das Startwochenende der Reise mit uns zu verbringen und wir suchten uns eine kleine Stadt aus, die wir noch nicht kannten. Dort verbringen wir jetzt drei Tage zusammen, reisen aber unterschiedlich an, da ich aus dem Büro heraus per Bahn reise (jaja, die DB hat jetzt extra für mich eine Haltestelle eingerichtet!!!), und die Damen mit dem Auto anreisen.
Blöd war, dass ich vollkommen vergessen hatte, dass wir diesen Trip geplant hatten, denn ich vergaß schlichtweg, ihn in den Kalender einzutragen. Das Hotel hatte ich noch am gleichen Abend des Gesprächs gebucht. Aber danach… Wie weggeblasen. Leute, Kalender sind schon sinnvoll. Eine WhatsApp, wann wir denn wie anreisen, erinnerte mich. Ich musste andere Verabredungen verlegen (das war kein Problem), aber mich dann auch um das Zugticket kümmern. Zug ausgewählt, reservierungspflichtig, bitte Alter angeben wegen Grenzübertritt, blablabla. „Fahrkarte nicht verfügbar!“. Geändert. „Sitzplatz nicht verfügbar!“. Neuer Versuch. Blablabla. Es hat eine ganze Staffel Games of Thrones gedauert, bis ich eine Reise buchen konnte, wo im Buchungsprozess nicht gemosert wurde. Aber jetzt freue ich mich!
Wir lesen uns, wenn Ihr mögt, gerne morgen Abend wieder, dann löse ich das Rätsel auch auf. 🙂
Ich würde mich über virtuelle Begleitung sehr freuen und freue mich auch auf die reelle Begleitung durch Monika und Ruth!
Liebe Grüße, Euer
P.S.: Das lizenzfreie Vorschaubild stammt von flurk20050 von der Plattform pixabay. Danke für die Freigabe!
P.P.S.: Ich glaube, ich habe das Rätsel zu einfach gemacht!
heute war mir nach Frikadelle und Salat. Ich konnte mich aber nicht entscheiden, wie ich sie zubereiten sollte. Da entschied ich mich für drei Varianten in Mini, damit ich auch für morgen noch welche für die Kolleginnen und Kollegen übrig habe. Die glauben ja immer, ich wolle sie verwöhnen, dabei sind sie nur Versuchskaninchen! Nein, Spaß!!!! Ehrlich! Dies bedeutete: Alle frei von Schweinefleisch, mindestens eine Variante ohne Zwiebeln und Knoblauch und eine nicht so scharfe Sorte 🙂
Die Brösel werden noch auf grobe Paniermehl-Größe zusammengestaucht. Ebenso werden die frischen Kräuter, die Knoblauchzehen und die eingelegten Gemüse kleingemacht. Ich bin offensichtlich ein Küchensadist.
Ich male jetzt mal auf, wie die jeweilige Fleischmasse für die drei Sorten zustande gekommen ist :-):
Erläuterung: Ein Drittel ohne Zwiebeln und Gurken, zwei Drittel mit. Das erste Drittel mit Schafskäse etc. weiterverarbeiten, das zweidrittel Restmasse noch einmal teilen und jeweils „mediterran“ bzw. „maghrebinisch“ zubereiten. Das sieht dann so aus:
Aus jedem der drei Teige 10 Klopse à etwa 30 Gramm formen und auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen. dieses sodann bei 180 bis 190°C auf mittlerer Schiene im vorgeheizten Backofen etwa 18 bis 19 Minuten backen. Uffpasse! Ich hatte sie 20 Minuten drin, da waren sie mir ein μ zu dunkel. Aber mein Herd hat auch seinen eigenen Willen.
Warm auf den einfachen Salat geben – lecker! Nein, nicht alle!!! Kalt schmecken die ja auch noch.
P.S.: Ich sehe gerade, dass ich schon mehrmals Frikadellen hier gepostet habe. Na, im Fernsehen gibt es angeblich ja auch nur noch Wiederholungen. 🙂 Zudem sind sie jedes Mal ein bisschen anders.
vor geraumer Zeit hatte ich einmal Orangen- und Zitronenschnaps zubereitet. Der führte bis zu diesem Sommer ein unspektakuläres Dasein, man trank ab und zu davon, beide wurden auch durchweg gelobt. Vor kurzem brachte ich die Schnäpse dann mal auf zwei Grillevents mit und da sorgten sie für überdurchschnittliche Begeisterung. Lag es an der langen Ruhezeit? Oder das alle Beteiligten ohnehin schon leicht angetütert waren? Wir werden es nie erfahren.
Auf jeden Fall hatte ich mal wieder eine gemischte Kiste unbehandelter Orangen/Zitronen aus Mallorca bestellt, von denen ich einige einlegte und andere auspresste. 14 Früchten wurde aber dieses Schicksal zuteil:
Je 7 Früchte jeder Sorte mit einer kleinen Reibe von der Außenhaut befreien, dabei aber lieber vorsichtig vorgehen, um nicht zu viele Bitterstoffe aus der Unterhaut mitzunehmen. Man sieht auf dem folgenden Foto an der Menge, dass ich die Früchte auch nicht komplett abgerieben habe.
Dann werden alle Früchte ausgepresst, das ergibt etwa 500 ml Saft, der zum Abrieb in einen Topf gegeben wird. Dazu dann 250 bis 300 Gramm Zucker geben und alles aufkochen lassen, bis der Zucker sich aufgelöst hat. Alles in einen Glasballon geben und mit 2 Litern Wodka auffüllen. Zwei Zimtstanden dazu, verschließen und ein paar Tage ziehen lassen. Ab und zu probieren und wenn es Euren Geschmack getroffen hat, durch ein Abseihtuch in einen weiteren Glasballon geben, um den Schalenabrieb und die Zimtstangen aufzufangen. Fertig ist ein süppiger kleiner und farbenfroher „Kurzer“ mit einer dezenten Zimtnote. Ich trinke ihn gerne kalt! Und sollte der Ansatz doch zu bitter geworden sein, einfach noch etwas Wodka angießen. Prosit!
ich versuche erneut, ohne Auto zurechtzukommen. Das hat vor Cora auch jahrelang funktioniert. Seit einer Woche fahre ich daher wieder ÖPNV und habe mir seitdem jeden Tag mein geliebtes Gefährt… ja, meine Gefährtin, wie Rosinante es für den Herrn aus La Mancha war, zurückgewünscht.
Sollte die Mär stimmen, dass man den Knoblauchgeruch des Gegenübers nicht wahrnimmt, wenn man selbst ausreichend von dieser tollen Knolle genossen hat, dann dürfte ich mich in Zukunft nur einmal im Jahr duschen, um die Hygieneverweigerer in Bussen und Bahnen nicht mehr zu bemerken. Und neben der körperlichen gibt es ja auch noch die psychische Hygiene. Was bringt einen Menschen dazu, sich eine überfüllte Straßenbahn als Abladeplatz seiner Weltenschwermut auszusuchen? ÖPNV ist nicht einfach, auch wenn sie mal fährt. Denn das ist ja das dritte Ärgernis: Wieso bin ich mit dem Auto doppelt so schnell in der Stadt, selbst wenn die Bahn mal pünktlich ist und warum dauert es zehnmal so lang, wenn man auch mal 45 Minuten auf eine Bahn wartet?
Heute gab es dann die Herausforderung der besonderen Art. Ohne Cora fuhr ich nach Ahrweiler, um meine liebe Freundin Ike zu besuchen. Und es hat alles geklappt! Gut, ich musste in dem nur zu 10% gefüllten Zug Richtung Remagen einmal den Platz wechseln, weil eine junge Frau glaubte, sie müsse sich direkt mir gegenüber setzen und ihre von Schuhen befreiten Käsequanten direkt auf den Sitz neben mir parkieren. Was stimmt mit diesen Personen nicht????
In Remagen musste ich etwas auf den Anschlusszug warten und erquickte meine stressgeplagte Seele mit einem Piccolöchen. Auch dieser Zug war pünktlich und ich war seit langem mal wieder zufrieden mit der deutschen Bahn. Ein kurzer Fußweg trennte mich von meiner Unterkunft und die ist klein, aber fein. Mit meiner Vermieterin, die ich bis dato nur per WhatsApp kannte, hatte ich dann noch ein kurzes Telefonat und dann war ich in meinem Zweitagespalast. Ein winzige, aber erstaunlich effektiv eingerichtete kleine Wohlfühloase mitten in Ahrweiler! Der Weg zum Bett erfordert akrobatisches Geschick, aber das habe ich ja in den Genen. Niemand stolpert schöner als ich. Im Ernst: Per WhatsApp kamen Tipps, in der Wohnung lagen Prospekte und Hinweise, was man alles unternehmen kann… Ich bin jetzt schon begeistert von der Unterkunft.
Ich musste einkaufen: Wein, Milch, Wasser, Knabberzeug. Dazu lief ich im Nieselregen zum Ahrweiler Edeka. Die haben, sehr löblich!, Weine auch gekühlt im Angebot. Ich kaufte eine eiskalte Flasche Blanc de Noir der Ahrweiler Winzergenossenschaft. Im Nieselregen zurück zum Appartment, wo mich dann Ike telefonisch erreichte. Wir gaben uns 30 Minuten Zeit zum Frischmachen und dann fuhren wir gemeinsam nach Grafschaft zu Brogsitter, wo wir schnell fündig wurden und unsere Weinkäufe erledigten. Die brachten wir dann zu Ike, wo wir auf dem Balkon einen Auxerrois schlürften, den ich beigesteuert hatte.
Die Pizzeria La Perla wartete auf uns. Ike hatte einen Tisch reserviert und wir liefen hinunter ins Dorf. Leider hat es immer noch gefisselt und wir hatten daher einen Tisch drinnen. Ike Steak und Pommes, ich Schnecken und Pizza Mafiosa. Der Laden bumsvoll! Schnecken prima, Pizza gut, Steak zäh. Und Ike hatte es bestellt, weil ihr Patenkind es so toll fand. Wir haben uns nicht beschwert, sondern nur gesagt, dass das Essen gut war, das Steak aber leider nicht so dolle. Warum ich das so episch ausbreite? Man hat sich entschuldigt und einen Rechnungsabzug vorgenommen. Hut ab! Ich mag diesen Laden!
Wir nahmen den Absacker in der Marktschenke. Absacker? Ja, daraus wurde nichts. Denn wir lernten ein paar Ahrtaler kennen, mit denen wir ins Gespräch kamen. Nicht, dass Ike nicht sowieso dauernd hier und da grüßte, aber diese Frauen kannte sie auch noch nicht. Und alle hatten einen sehr pragmatischen Blick auf die Katastrophe, ohne die Verfehlungen der Bundes- und Landesregierungen herunterzuspielen. Aber in einer Zeit der Krakeelerei und Beleidigungen habe ich mal einen vernünftigen Blick auf die Situation vor Ort erfahren dürfen, von Menschen, die hier leben. Diese Menschen könnten vielleicht mit ihrem Wunsch nach mehr Hilfe mehr erreichen, als Parolenkreischer. Es wird aber wie immer sein: Die Lauten werden von der Politik ignoriert, die Leisen nicht gehört.
Das Ahrtal braucht viel mehr Aufschwung. Jetzt sollen aber erst einmal die Straßen wieder aufgerissen werden, um die Abflüsse zu sanieren, dann erneut, um Glasfaser zu verlegen, dann noch einmal, um…. das weiß ich schon gar nicht mehr…. Sandra aus der Gruppe meinte, sie glaube, es dauere 10 Jahre, um Ahrweiler wieder auf die Beine zu bekommen.
Ist das jetzt Erholung? Nieselregen, Problemdiskussionen, Käsefußalarm? Ja, ich bin gottseidank mal wieder weg aus der Fabrik, habe meine liebe Ike getroffen, kann mich auf weitere Freundinnen und Freunde freuen und auf viel Wein und gutes Essen! Bei mir gehören die Ahrweine unter die Top3 Deutschlands!
Nach einer langen Ausschlafnacht kippte ich mir ein paar Tassen Kaffee in den Kopf und lief durch den Ort. Ike hatte mich angerufen und darum gebeten, Brot zu kaufen. Das tat ich dann und war positiv überrascht, was für nette Bäckereien es hier gibt. In einem anderen Laden erwarb ich sehr günstig Schraubverschlussflaschen für zukünftige Schnapsproduktionen. Der Rundgang durch den Ort zeigte, dass der Wiederaufbau zwar stattfindet, aber viel zu langsam. Mit viel zu viel Leerstand.
Ich entschied mich, mit der Ahrtal-Bimmelbahn zu fahren. Hej, die war so schön leer und ich bekomme jetzt die absoluten Hightlights des Ahrtals zu sehen! Yeah! … Äh … Hmpft… Die Fahrt nach Bad Neuenahr war trist und langweilig. In Bad Neuenahr mussten wir dann 20 Minuten zusehen, wie sich dort andere Touristen in den Bimmelzug quetschten und dann einzeln abkassiert wurden. Und dann fuhren wir fast die gleiche Strecke zurück. Nur, dass in Bad Neuenahr so viele Menschen zustiegen, dass wir wie gequetschte Sardinen in der Dose zusammengepfercht waren.
Ein älteres Ehepaar, das ganz vorne saß, krakeelte, dass man ja ohne Knieschaden gar nicht mehr herauskäme. Durchweg, die ganze Fahrt lang! Hinten saßen Menschen, die in einer slawischen Sprache herumlamentierten. Laut, ohne Punkt und Komma. Neben mir saß eine Mutter mit ihrem liebreizenden Kind. Sie ließ ihre Brust herausploppen und säugte ihren Benji. Das fand ich jetzt schon nicht prickelnd. Benji musste aber ab da herumrülpsen und ich dachte den Rest der Fahrt nur daran, dass ich, wenn Benji mich ankotzen würde, dann leider auch kotzen müsse. Fazit: Tut es Euch nicht an! Langweilig, gefährlich, stickig bis muffig und – erwähnte ich es schon? – langweilig!
Ich trank einen Kaffee in meiner Ferienbutze und sortierte meine Gedanken für den Nachmittag. Denn nun hieß es, noch mehr liebe Freunde zu treffen. Ich lief zu Ikes Behausung und kam nur Minuten nach Erikas und Udos Eintreffen an. Eine halbe Stunde später vervollständigten Tita und Frank die Runde. Ike hatte kleine Snacks angekündigt, es wäre allerdings genug für ein komplettes Abendbrot gewesen. Es war sehr schön, mal wieder zusammen zu sein.
Um 19 Uhr war der Tisch beim Körtgen bestellt. Ich erwähnte bereits, dass ich da schon immer hinwollte. Ich mache es kurz. Man hatte mir gesagt, dass das Essen da auch nichts mehr tauge und das Körtgen maßlos überschätzt sei. Ich weiß es jetzt besser, denn ich war ja heute da. Das Essen ist mehr als gut! Ich hatte Nudeln mit Pfifferlingen und die Dessertvariation des Hauses. Perfekt! Die Weine von Körtgen sind etwas bodenständiger als die von Brogsitter, aber ich mag beide gerne trinken. 🙂 Überraschung des Abends war aber, dass Ike die gesamte Rechnung übernahm, im Nachgang zu ihrem Geburtstag. Da hätte ich ja auch Schampus…., nee, Spaß!
Tita und Frank fuhren noch nach Hause, während Ike, Erika, Udo und ich noch einen Absacker am Markt nahmen. Wir konnten bis Mitternacht draußen sitzen, bis wir gebeten wurden, zu gehen. Die Sperrstunde war erreicht. Ehrlich? Ich habe Mitleid mit den Anwohnern! Die meisten anderen Kneipengäste hatten vergessen, dass es ein gesellschaftlich akzeptiertes Level an Lautstärke im Freien gibt.
Das war ein wunderbarer Tag und ich kletterte dankbar die mehr als tödlichen Stufen zu meinem Bett hoch.
Sonntag dann räumte ich ein bisschen in der Butze auf (Hotels haben auch Vorteile!) und begab mich samt Gepäck wieder zu Ikes Wohnung. Zu viert spazierten wir in den Weinbergen um das Calvarienkloster herum, ich zündete in der Grabkammer der seligen Blandine ein Kerzchen an, und genossen das gute Wetter, die frische Luft und die schönen Ausblicke. Nach der Wanderung fuhren wir noch in den Altenwegshof, wo es deftige Küche zu sehr fairen Preisen gibt. Das unter Lindenbäumen mit Blick auf die Ahrtal Mountains! Sehr schön da, daher auch später bumsvoll. Diesmal auf die Kappe von Erika. Danach trennten wir uns alle, die Bad-Münstereifelaner traten wieder in die Pedale (Respekt!) und Ike brachte mich zum Bahnhof Remagen. Denn hin nach Ahrweiler kann man mit dem Zug, zurück nur mit einem unzuverlässigen Schienenersatzverkehr. Ich frage mal so lose in die Runde: WIESO??? Die Züge müssen doch sowieso die Strecke zurück fahren, wieso nimmt man dann nicht Passagiere mit? Oder werden die Züge in Walporzheim alle entsorgt? Die Logik dahinter wird mir für immer verschlossen bleiben.
Auf jeden Fall war das ein wunderbares Wochenende, wir hatten uns in kompletter Formation ewig nicht gesehen. Und mit dem Wetter hatten wir ja auch Glück. Und die Rückfahrt verlief auch unproblematisch, außer das der Zug brechend voll war. Also, es geht irgendwie auch ohne Auto. Nämlich, wenn jemand anderes fährt. Hihi.
Liebe Grüße, noch einen schönen Sonntagabend, Euer
nein, das „Art“ steht keineswegs für die kunstvolle Zubereitung dieses Essens. Aber ich hatte mal wieder Lust auf Gyros (insbesondere nach dem Ausscheiden der Türkei aus der EM – was ich für den größten Teil der Mannschaft schade, für den Großteil der (bescheuerten) Fans aber gut finde), das ich etwas lieber mag als Döner, da das Fleisch doch knuspriger und „bissiger“ ist.
Mein einziger Gyros-Dealer in der Nähe, Christos, musste seinen Imbiss räumen und von Poll nach Porz ziehen, daher – mangels Bestellgelegenheit – improvisierte ich das jetzt einfach mal:
Gestern schon bereitete ich Tsatsiki zu, damit es gut durchziehen kann. Joghurt mit entkernten und in Würfel geschnittener Gurke, Salz, Pfeffer, durchgepresstem Knofi, Dill, etwas Zitronensaft und etwas Olivenöl vermengen, schon ist das fertig.
Aus Schweineschnitzeln schnitt ich kleine Streifen, die ich schon seit dem Vormittag in Olivenöl (3EL) marinierte, zusammen mit Oregano (1EL), Majoran (1TL), Kreuzkümmel (1TL, gemörsert), Rosenpaprika und Paprika edelsüß (je einen dreiviertel TL), Zitronensaft (ein Spritzer), gehackten Zwiebeln (1 kleine) und gepresstem Knoblauch (3 Zehen).
Anderthalb Stunden vor Verzehr schnitt ich aus Kartoffeln pommesähnliche Gebilde und wässerte sie für etwa eine halbe Stunde, das soll Stärke entziehen und die Pommes knuspriger machen. Dann Ofen vorheizen auf 200°C und die abgegossenen und abgetrockneten (!) Pommes für etwa 20 Minuten darin auf mit Backpapier belegtem Backblech knusprig backen. Dann weitere 5 Minuten bei mit einem Holzlöffel offen gehaltener Herdklappe garen, das soll Dampf besser entweichen lassen und die Pommes knuspriger machen. Beide „knuspriger“-Tipps habe ich übrigens von der REWE-Homepage.
Während die Pommes sich von Knollen in Glücksstäbchen verwandeln, wird das Fleisch mitsamt Marinade in einer großen Pfanne bis zum gewünschten Knusprigkeitsgrad gebraten.
Die Pommes noch salzen und ggf. mit etwas Paprikapulver bestäuben, alles zusammen mit halben Zwiebelringen anrichten und verschlingen.
Ich wünsche Καλή όρεξη! Euer
P.S.: Pommes aus der Fritteuse schmecken einen Tacken besser, aber diese „gesündere Variante“ ist auch schon ziemlich gut.
vorgestern habe ich mehr Körnerbrötchen gekauft als benötigt, da es drei zum Preis von zweien gab. Das dritte Brötchen hatte dann zwei Tage Zeit, in der Tüte rumzufaulenzen und war heute früh entsprechend unfrisch. Dennoch kann man solche Brötchen sehr gut in einen leckeren Frühstücksbestandteil verwandeln:
Man schnibbelt sich eine Omelettfüllung zurecht, das waren bei mir Frühlingszwiebel, Putenbrust und Edamerwürfel, verquirlt pro Brötchenhälfte ein Ei mit Gewürzen (ich nahm Chilisalz, Salz, Pfeffer und einen guten Schwung gefriergetrockneter Kräuter der Provence), gibt die Füllung dazu, verrührt alles gut, höhlt die Brötchenhälften aus (die Krume kann man im Ofen mitbacken und zur Panade reiben oder als Frikadellenbindung aufheben) und gibt die Ei-Masse in die Aushöhlung.
Ab in den vorgeheizten Ofen, bis die Masse stockt. Das Brötchen ist dann stellenweise wieder schön knusprig und die Eimasse schön heiß. Guten Appetit.
Cora und ich haben uns getrennt. Nachdem Sie in einem Jahr von einem Schlüsselkratzer verletzt, von einem LKW angebumst, von dessen Besitzer nicht wirklich fachgerecht repariert („Bitte, bitte ohne Versicherung!“), wieder angebumst und schließlich wegen eines Tornados unter Dachpfannen und anderen Gebäudeteilen begraben wurde, ging es ihr schon nicht mehr allzu gut. Die Wunden rosteten schnell, durch das durch die geborstene Windschutzscheibe eingetretene Wasser bildeten sich Stockflecken im Innenraum. Auf einer unserer letzten Fahrten dann löste sich ein Teil der Bodenverkleidung und auf dem Rückweg meldete sich die Motorkontrollleuchte und das linke Vorderlicht fiel aus. Letzteres Phänomen trat vor zwei Jahren schon häufiger auf und konnte (bis dahin hatte ich gefühlt ein Dutzend Leuchtmittel verbraucht) erst durch Austausch der Lichtmaschine gelöst werden.
Die letzte TÜV-Abnahme erforderte schon einen tiefen Griff ins Portemonnaie, das stand uns diesen Monat in wahrscheinlich noch größerem Ausmaß wieder bevor. Denn man konnte immer deutlicher hören, dass die Motorkontrollleuchte nicht aus Spaß vor sich hin glühte. Wir diskutierten ein bisschen und Cora entschied, sich nicht mehr vom TÜV demütigen lassen zu wollen.
Ich inserierte Cora für 1.000 € auf einer auf Autoan- und -verkauf spezialisierten Webseite und hatte innerhalb von wenigen Minuten schon über 50 Rückmeldungen. „Kein Scherz! Ich zahle 3.000 €. Wann kann ich kommen?“ war die interessanteste. Ich schrieb zurück, dass ich für das Zustandekommen eines verpflichtenden Kaufvertrages danke und hörte nichts mehr. Andere schrieben, 300 € würden ja reichen, sie holten den Wagen ja schließlich ab. Ich kontaktierte schlussendlich einen Klaus, der schrieb, dass er eine Werkstatt leite und für seine Auszubildenden defekte Autos benötige, je schlimmer der Zustand, desto besser fürs Lernen. Wir kamen ins Geschäft und machten einen Übergabetermin aus. Cora war übrigens damit einverstanden, als Unterrichtsmaterial zu dienen, das sei ja ein sinnvoller Abgang.
Zwar hätte ich Cora auch online abmelden können, für eine taggenaue Bestätigung hätte ich allerdings eine DE-Mail-Adresse benötigt. Wie wir alle wissen, erwies sich das Konstrukt DE-Mail als Flop und neue DE-Mail-Konten werden gar nicht mehr angelegt. Gottseidank braucht man in Köln für eine reine Abmeldung vor Ort keinen Termin. Am Abholtag dann nahm ich daher Urlaub und stand um 6 Uhr auf (absolut!!! meine Zeit), um der Erste bei der Zulassungsstelle zu sein. HAHA! Werch ein Illtum, wie Ernst Jandl einmal formulierte. Ich war 15 Minuten vor Schalteröffnung vor Ort und stand hinter Tausenden anderen Personen in der Warteschlange. Ich nehme an, dass einige dort übernachtet hatten.
Ich war schon im Resignationsmodus, als sich Punkt 7 Uhr die Türen öffneten. Ein Mann trat vor und skandierte „Erst einmal nur die reinen Abmeldungen!“. Das waren dann ein Mann vor mir und ich. Huch! Kurz an der Anmeldung (im Sinne von Rezeption) vorstellig werden für eine Wartenummer. Das war dann aus unerfindlichem Grund die 0003. Vielleicht fällt die Nummer 0001 dem Probedruck zum Opfer, wer weiß. Langer Rede kurzer Sinn: Ich war um 7 Uhr 15 nach Zahlung einer Gebühr in Höhe von 16,50 € schon fertig. Beim Verlassen überlegte ich kurz, der inzwischen auf eine Million Personen angewachsenen Menschenmasse im Wartebereich zuzuwinken und einen schönen Tag entgegenzutröten, fand die Idee dann aber doch schäbig.
Daheim legte ich erst einmal die entstempelten Nummernschilder hinter Front- und Heckscheibe (damit kein übereifriger Nachbar einen Schrottfund an die Stadt meldete) und räumte den Wagen aus. Ich fand sechs Regenschirme über das Auto verteilt. Zuhause wundere ich mich immer, warum ich so wenig Schirme habe, obwohl ich ständig welche kaufe. Natürlich wurden auch „Kevin Klorolle“ (den die liebe Petra mir geschenkt hatte) und mein Wackeldackel Conrad gerettet. Dann hieß es warten auf den Käufer. Alle, denen ich erzählt hatte, dass Cora gegen Barzahlung den Besitzer wechselt, hatten sofort eine Räuberpistole parat; ich sah mich schon mit Kopfschuss im Graben neben der Poller Hauptstraße liegen oder wegen des Inumlaufbringens von Falschgeld auf der Anklagebank sitzen.
Jetzt hieß es Warten auf das Christkind. Mit einiger Verspätung kam dann ein der deutschen Sprache nicht wirklich mächtiger, sehr junger Mann mit einem Abschleppwagen vorbei, auf dem ein Hänger stand. Er wollte gar nichts über das Auto wissen, wir füllten hektisch den Dreizeilen-Kaufvertrag aus, den ich heute früh aufgesetzt hatte, er drückte mir fünf 200-Euro-Scheine in die Hand und das war’s dann.
Tja, ich würde es nicht direkt Objektophilie nennen, aber ich bin schon ziemlich traurig. Cora und ich haben echt einiges erlebt. Die Lutherreise, Fahrten nach Holland (u.a. mit den riesigen Bildern von Theo Broeren im Kofferraum), Reisen an die Küste, nach Dresden und natürlich zu Großeinkäufen und zur Arbeit. Ich hoffe, die Azubis malträtieren sie nicht zu sehr (wenn die Geschichte überhaupt wahr sein sollte). Ob es eine/n Nachfolger/in geben wird? Ich weiß es noch nicht, könnte schon morgen soweit sein. Und mit diesem Cliffhanger verabschiede ich mich für heute und sende liebe Grüße an Euch und ein Toitoitoi an die deutsche Fußballnationalmannschaft.
Euer
Woran erkennt man eigentlich Falschgeld? Und was soll ich um Himmels Willen mit so großen Scheinen??? „Zwei Brötchen, bitte“? Unser Kennenlernbild 😍🥰 Mach es gut, Du tolle Lady!
die Vorhersage fürs Wetter ist ja mal wieder mau, ab heute Abend sind mal wieder Gewitter und für morgen Regen angesagt. Da ich mich zuhause nicht zwischen Terrasse putzen und Wäsche waschen entscheiden konnte, kurvte ich mit Cora Richtung Drachenfelsbahn. Ich wohne schon so lange im Rheinland, aber ich war erst zweimal am Drachenfels. Einmal während des G7-Vorsitzes Deutschlands in 2007, wo ich eine Gruppe von Gästen des Umweltministeriums mitbetreute, die an einem Abend ihrer Konferenz auf dem Petersberg im Gipfelrestaurant zu speisen gedachten. Da habe ich dann wenig vom Drachenfels an sich gehabt. Das zweite Mal auf einer Wanderung 2021 im totalen Nebel. Man sah die Hand vor Augen nicht.
Heute war es bei der Ankunft zwar etwas diesig, aber man hatte beste Sicht. Nachdem ich ein wenig mit dem modernen Parkscheinticket gekämpft hatte, konnte ich dort auch einer polnischen Familie weiterhelfen, der Kreditkarten nicht anerkannt wurden. Ich habe das Ticket dann für sie bezahlt und sie gaben mir das in bar wieder. Touristenfreundlich ist das auf jeden Fall schon einmal weniger, dass man nur eine Bezahlmethode hat.
Die Drachenfelsbahn war bis auf den letzten Platz gefüllt und hoch ging es über die Mittelstation bis zur Bergstation, wo die Menschenmasse sich über die Aussichtsplattform ergoss. Ein babylonisches Stimmgewirr erfüllte die Luft, Kinder- und Elterngeschrei („Kathleen-Saphirette, ich sage es nicht noch einmal…“), Hundegebell („Wuschel, ich sage es nicht noch einmal…“), Vogelgezwitscher. Ich machte mich auf zur Turmruine. Ich frage mich ernsthaft, wie die ganze Burg ausgesehen haben muss, denn eigentlich stehen die Überreste auf einem Nadelfelsen. Vielleicht war die Festung recht klein oder wand sich spiralförmig um den Berg.
Etwa 700 Meter von der Ruine entfernt befindet sich das Schloss Drachenburg. Man konnte sich bei der Namensgebung vielleicht nicht entscheiden, was es letztendlich sein sollte. Da war ich jedenfalls noch nie in meinem Leben und ich lief zu Fuß hinunter. Mir begegnete dann ein kleiner Tross aus Eseln, die faule, dicke Kinder hinauftrugen. Naja, wenigstens keine Erwachsenen. Eintritt bezahlt und gestaunt. Das Gemäuer ist wirklich ein Kleinod. Auch innen sehr sehenswert. Zur Ersteigung des Nordturms musste man Schlange stehen, der Einlass war durch eine Ampel geregelt. Demonstrationen, dass die Ampel weg muss gab es aber keine. Nach 47.219 Stufen hat man auch eine super Aussicht über das Bonner Rheintal. Lohnt auf jeden Fall!
Ich lief den Rundweg entlang und wollte so wieder in den Ort Königswinter gelangen. Hustepiepen, ich musste wieder hochlaufen und an dem Schlossburgpalastgemäuerfestungsbau hinaus. Wenigstens kam ich noch an der spektaku… äh… interessan… äh… also, da konnte man noch ein paar Steine sehen, Meer der Felsen genannt und immerhin für Geologen vielleicht besuchenswert. Ich nahm für die restliche Teilstrecke wieder die Bahn hinunter zum Parkplatz.
Das ist ein sehr schöner Tagesausflug, aber insgesamt nicht billig. Für das Parken habe ich 5 Euro bezahlt, die Zahnradbahn schlägt mit 12 Euro zu Buche und der Schlosseintritt mit 8 Euro. Wenn man jetzt zu zweit ist und drei Kinder dabei hat, von denen auch noch, sagen wir mal, jedes drei Weizenbier trinkt und zwei Portionen Pommes verschlingt… dann kommt schon ein stattliches Sümmchen zusammen.