Ihr Lieben,
ich deutete es gestern schon an, die Seetage fangen an, furchtbar langweilig zu werden. Da würde ein schönes Bordprogramm ja helfen. Hier ist da leider tote Hose. Klar, es wird immer und überall gesungen, aber auch das erschöpft sich irgendwann. Drei ältere Herrschaften luden mich ein, an einem Brettspielmarathon teilzunehmen, aber ich hatte plötzlich die Vision eines Scrabble-Spiels mit „Schwanzhund“-Diskussionen.
So verging mein Tag dann auch völlig unspektakulär. Morgens einen Kaffee auf die Kabine geholt, danach bisserl gedöst. Mittags gegessen, danach etwas gedöst. Kaffee und Kuchen zu mir genommen, danach… ich sehe schon, Ihr erkennt das Muster wahrscheinlich. Hier ist eine Nichtraucher-Balkonkabine wahrlich ein Geschenk des Himmels. Mit einem Getränk in der Hand auf dem Balkon, das hat wenigstens etwas meditatives. Zumal die angekündigte raue See ausblieb, wir haben nur ein wenig geschaukelt.

Heute Nacht passieren wir die Straße von Gibraltar. Das müsste ich eigentlich schaffen, so lange wach zu bleiben. Denn bekanntlich habe ich ja sehr viel gedöst. Und das wird dann neben der erneuten Zeitumstellung das Highlight des Tages sein.

Es gab keine Prügeleien, keine kulinarischen Highlights, noch nicht einmal ein Sachma!!. Die heutige Abendshow wird von einem Cocktailmixer bestritten, der mit Gläsern und Shakern um sich herwerfen wird. Vielleicht kann man dabei ja ein wenig dösen.
Morgen Málaga auf eigene Faust, da freue ich mich schon, das soll ja ganz hübsch sein. Einen groben Plan habe ich mir auch schon erarbeitet. Mal sehen, in welchem Zustand ich oben auf dem Gibralfaro ankomme, ist recht steil.
Ihr Lieben, morgen gibt es dann wieder einen Bericht mit etwas mehr Elan. Bis dahin döse ich noch ein bisschen. Liebe Grüße, Euer

P.S.: In der Nacht wurde ich von Gekreische wach. Ich sofort auf den Balkon. Ein riesiger Schwarm Möwen begleitete das Schiff. Hitchcock-Vibes! Leider ist das Video nicht wirklich gelungen.
