Tag 4 – Havanna: Einfach mal nix machen?

Ihr Lieben,

einmal nichts tun, dachte ich mir heute morgen. Vielleicht irgendwo frühstücken, dann rumtreiben und dann Mojito trinken. Muss ja auch mal sein. Es kam dann aber doch anders und ich erlatschte einen weiteren persönlichen Weltrekord.

Nachdem ich zuhause einen Kaffee zu mir genommen hatte, lief ich die Calle Infanta bis zur Salvador Allende hoch, um dann Richtung Paseo del Prado weiterzutraben. Auf dem Weg dahin hatte ich wieder viele untouristische Einblicke. Menschen, die in den Müllbergen auf den Straßen wühlten, die mit ihren Lebensmittelmarken an den Panaderías und Bodegas anstanden, die sowieso schon aussahen wie geplündert. Viele Bettler, viele Menschen, die am Straßenrand hockten und auf einem Stück Stoff ihre wenigen Waren auslegten, in der Hoffnung, etwas zu verkaufen. Besonders begehrt ein Mann, der lose Tabletten verkaufte. Ich hoffe, er wusste, welche Pastille wogegen helfen sollte. Viele streunende Hunde und Katzen.

Auf der Salvador Allende besuchte ich dann ein durch Security und Militär (?) bewachtes Centro Commercial. Preise in Dollar oder MLC, das ist so eine Art digitale Devisenwährung für Kubaner. Die Läden auch hier nicht gerade gefüllt, dafür aber ein betuchtes Publikum. Es herrschten aber auch eher Waren des nichtalltäglichen Bedarfs vor. Allein drei Läden für Sneakers. Auf der gesamten Strecke kleine Tiendas, marode Gebäude, alles eigentlich trist, aber überall auch mitreißende Musik.

Nach einiger Zeit sah ich in einer Stichstraße eine Menschenmenge, Schirme und Verkaufsstände. Ich hatte einen Markt gefunden. Hier auch eher Tinnef, fast vergleichbar mit den Wochenmärkten in Köln, die ja inzwischen auch mehr Ramsch verticken als Lebensmittel. Und brechend voll! Wie schade, dass ich einen so empfindlichen Magen habe, denn es gab auch einiges an Streetfood. Zum Beispiel mit gerupftem Fleisch gefüllte Brötchen, „Pan con lechón“. Handgerupft. Gerne von Männern ohne Handschuhe, die dabei eine Zigarre im Mundwinkel hatten. Deren Asche aufs Tablett bröselte. Wie gut, dass ich einen so empfindlichen Magen habe.

Ich schlug mich zum „angenehmen“ Teil Havannas durch, wollte die Stufen des Capitols erklimmen, wurde zurückgepfiffen (Terroralarm: Deutscher in kurzer Hose!) und fragte im Teatro Alicia Alonso nach Karten für Aufführungen. Leider gab es keine, nur Führungen durch das Theatergebäude. Alicia Alonso war übrigens eine berühmte kubanische Ballerina und Choreografin, die mitverantwortlich für den guten Ruf des kubanischen Balletts ist.

Im Hotel Inglaterra nahm ich dann ein kleines Desayuno, ein Frühstück, ein. Bocadito con Jamón y Queso, Mangosaft und Cappuccino. Diese Schinken-Käse-Sandwichs in spanischsprachigen Ländern sind dort für mich immer ein Highlight. Wenn ich die daheim zubereite, denke ich oft, wie langweilig! Ist halt wieder so ein Urlaubsphänomen. Kretischer Honig schmeckt halt nur auf Kreta. Ich musste mich wieder in Geduld üben. Erst kam das Sandwich, dann lange nichts, dann der Saft, dann lange nichts, dann der Cappuccino.

Ich schaute mir wieder die am Paseo ausgestellten Kunstwerke an, bog in die Trocadero und stieß durch Zufall auf das Museum für die schönen Künste. Der Eintritt war mit umgerechnet 40 Cent ein Schnäppchen, dazu 20 Cent für die Garderobenfrau und ebensoviel für die Dame, die auf die WCs achtete (Toilettenpapier ist knapp und muss käuflich erworben werden). Ein Besuch lohnt sich absolut! Oft dachte ich, oh, ein Picasso, ein Legér, ein Botero, ein Gauguin. Aber alles kubanische Künstler.

Übrigens, liebe Influencer: Die genannten waren noch, wie man sieht, wirkliche Influencer! Ich fürchte, dass der kubanischen Kunst insgesamt nicht der Stellenwert eingeräumt wird, der ihr gebührt. Es sind fantastische Werke dabei, auch die, die nicht durch andere inspiriert scheinen.

Ich suchte und fand die Bodeguita del Medio, die Wiege des Mojito. Hui, da war vielleicht was los. Touristen en masse, Strassenkünstler und – verkäufer, Musikanten und … äh… Damen. Ich musste natürlich einen überteuerten, aber leckeren Mojito kaufen. Highlight hier eine Truppe von Tänzern auf Stelzen, die zu kubanischen Klängen der Begleitmusiker die Holzbeine schwangen. Gegen einen kleinen Obulus durfte man Filmen und fotografieren.

Bailando en las calles de la Habana

Und weiter, die Blasen am Fuß konnten mich nicht stoppen! Ich dachte, ich hätte die Tage längst den Platz der Kathedrale gesehen, wurde aber eines besseren belehrt. War die falsche Kirche. Wieder durch Zufall stieß ich auf den wirklich extrem schönen Platz und danach auch noch auf den „Alter Markt“ von Havanna, der Plaza Vieja. Hier ließ ich mich von einem Schlepper auf einen Balkon lotsen, wo ich überteuertes Bier, aber immerhin mit einer schönen Aussicht, trank. Plus den Hausdaiquiri, der mit stolzen 12 US$ zu Buche schlug und winzig, aber sehr lecker war.

Ich besuchte noch einen Devisensupermarkt und machte mich in einem alten, grünen Chrysler auf den Weg Richtung Wohnung,wo ich eine sehr späte Siesta einlegte.

Am Abend begab ich mich wieder zu meiner heißgeliebten Calle 21. Dort gibt es erstaunlicherweise drei türkische Restaurants quasi nebeneinander. Wobei… am Eigelstein wundert mich das ja auch nicht wirklich.

Eins hatte aber definitiv auch kubanische Gerichte auf der Karte. So ließ ich mich dort nieder. Croquetas de casa? Leider kein Frittierfett. Was ist denn als Vorspeise da? Wie es mit einem Käsetoast wäre. Ach Du jeh. Ich nahm „alte Wäsche“, ropa vieja. Das kannte ich von den Kanaren. War hier aber ganz anders. Dennoch absolut essbar.

Was ich nicht vorhersehen konnte, die Hausband hatte Ihren Platz quasi an meinem Tisch. Es ist etwas problematisch, gesittet zu essen, wenn drei Musiker einem direkt ins Gesicht glotzen. Ich habe dann versucht, im Takt mitzuschmatzen. Die Band war aber super. Kubanische Klassiker, von denen ich sogar einige kannte. Für E. habe ich mir dann „Dos gardenias para tí“ gewünscht. Ich hoffe, sie hat es gehört. So gegen 2 Uhr nachts in Deutschland.

Die Kellnerin fragte ich dann noch nach Geldwechsel, aber sie erreichte keinen ihrer entsprechenden Kontakte.

Resümee. Also, man kann natürlich allem Unangenehmen in Havanna aus dem Wege gehen. Man darf sich dann halt nur in bestimmten Grenzen innerhalb der Stadt bewegen. Aber war man dann in Havanna? Oder nur in einem Teil der Stadt, der quasi einem Themenpark für empfindsame Touristen gleicht? Jeder Tourist, auch ich, hat hier natürlich gut reden. Nur, weil ich mir das Elend auch anschaue, macht mich das ja nicht zu einem besseren Menschen. Und wenn es zu traurig wird, trinkt man einen Mojito an der Plaza Vieja. Ich habe in den letzten drei Tagen viel an meine laut jammernden Mitmenschen in Deutschland denken müssen. Weiß gar nicht, warum…

Jetzt hänge ich am Küchentresen und plane den morgigen Tag. Ich dachte an die Hemingway-Finca außerhalb Havannas. Ich erfuhr aber, dass es drei Tage vor meiner Ankunft einen schweren Hagelsturm gegeben hatte, der das Anwesen so in Mitleidenschaft gezogen hat, dass es geschlossen ist. Das Unwetter hat wohl auch im Zentrum Havannas gewütet. Also, ich überrasche mich morgen dann mal selbst, Euch vielleicht ja dann auch.

Liebe Grüße, Euer Gerry

Tag 3 – Havanna: Carro Clásico Convertible Cubano

Ihr Lieben,

heute gab es um 8 Uhr erst einmal einen kubanischen Kaffee; ehrlich, so fängt der Tag doch deutlich besser an. Aus einer cafetera italiana, die es auch in jedem Spanienurlaub in der Küche gibt. Ich freue mich jedesmal wie Bolle, wenn ich eine vorfinde, aber die, die ich zuhause habe, fristet ein Schattendasein. Merkwürdig. Inzwischen schlafe ich auch gut, obwohl die Matratze Härtegrad 9 hat.

Schon zuhause beschloss ich, heute mal meine Gehwerkzeuge zu schonen und habe mir über einen Facebook-Kontakt (es gibt so einige Kuba-Gruppen dort) eine Fahrt mit einem Classic Car durch Havanna organisiert. Drei Stunden mit einem Chevrolet Impala 1958 Convertible in knallrot. Mein Fahrer heißt Aduan, er holte mich um Viertel vor 10 Uhr vor der Haustür ab. Erwartungen hatte ich kaum, nur dass ich hoffentlich eine Menge Spaß haben würde. Ich nehme es vorweg: Die Tour war super.

Aduan hatte die Ziele ausgesucht, ich saß nur hinten drin und ließ mich kutschieren. Wir fuhren den Malecón bis zu unserem ersten Stopp, einem Handwerkskunst- und Künstlermarkt, dem Mercado San José. Während im Erdgeschoss der wahrscheinlich übliche Touristenkitsch angeboten wurde (wobei sich einige nette Sachen darunter fanden), gab es im ersten Stock Gemälde und Plastiken. Und die haben mich wirklich beeindruckt! Da hätte ich mit einem Sprinter voller Kunst rausgehen können. Allein: Wie transportieren und wo zuhause noch Platz finden? Wirklich sehenswert!!!

Wir fuhren am beeindruckenden Capitolio vorbei, das nach amerikanischem Vorbild errichtet wurde, aber ein paar Meter höher ist. Hier tagt das Parlament. Von dort aus ging es am ersten Telegrafenamt, jetzt das erste LGBTQ-freundliche Hotel Kubas, vorbei nach Chinatown, wo es – naja, es ist wohl halt so – gar keine Chinesen gäbe, wie mir erklärt wurde. Aber es gibt dort eine Manufaktur von Romeo&Julieta, einer der bekannten Zigarrenmarken Kubas. Im Laden durfte leider nicht fotografiert werden. Man hätte auch sehr exklusiven Rum erwerben können, aber ich mochte jetzt nicht noch eine Flasche Rum in den ohnehin schon schweren Koffer packen und damit durch Kuba reisen. Vielleicht erstehe ich am letzten Tag eine Flasche, mal sehen.

Weiter ging es zum Platz der Revolution, wo ich ein paar Minuten Freizeit hatte. Man setzt dort seine Helden sehr pompös ins Bild. José Martí, Che Guevara, Camilo Cienfuegos… Auf dem Platz sammeln sich sehr viele Oldtimer, da die touristischen Clasicó-Touren sich wohl wenig unterscheiden. Ein Fest für Liebhaber. Selbst ich war ganz hingerissen, obwohl ich mich für Autos eigentlich nicht (und schon gar nicht rasend) interessiere.

Durch das Botschafts- und Reichenviertel Miramar, mit teilweise prachtvollen Villen, und an den Strandhotels Havannas vorbei ging es weiter nach Fusterlandia. Dort, im Stadtteil Jaimanitas, erschuf der kubanische Künstler José Fuster ab den 80er-Jahren eine farbenfrohe Mosaik-Insel. Sein Werk ist inspiriert von u.a. Picasso und Gaudí. Gaaanz wunderbar! Hier konnte ich leider nicht widerstehen und kaufte eine Skulptur. Mal sehen, wie ich die unbeschadet nach Hause bringe.

Zum Schluss fuhren wir noch in den Stadtwald von Havanna, dem Parque Almendares, wo Aluan mich zu einem Waldrestaurant kutschierte, wo es die angeblich beste Piña Colada der Stadt geben sollte. Ich bin kein ausgewiesener Experte, aber sie war wirklich lecker. Gefährlich für den Laden war nur, dass das nicht-alkoholische Basisgetränk in einer ausgehöhlten Ananas kam und die Flasche Rum zur Selbstbedienung daneben gestellt wurde. Gut, ich war bescheiden, aber wer weiß, ob die Flasche nicht schon mal leer zur Theke zurück ging… Man hatte frische Langusten, ob wir nicht vielleicht… Naja, wir wollten, zumal ich so auch zu einer typisch kubanischen Beilage kam, „Moros y Christianos“, Bohnen und Reis. Außerdem konnte ich mich so auch bei Aluan bedanken, der die vereinbarte Fahrzeit schon längst überzogen hatte.

Es war alles in allem kein Schnäppchen, aber die Tour ist – zumal bei Kaiserwetter wie heute – ein Traum. Zu mehreren fällt das dann ja auch am Ende weniger ins Gewicht, denn der Preis ist pro Auto, nicht pro Person. So sah ich unterwegs auch Clasicós mit gefühlt 10 Touristen an Bord. Das wäre mir bei der Hitze dann doch zu kuschelig geworden. Leider habe ich versäumt, ein paar Fotos mit mir hinterm Steuer oder zumindest vor dem Auto stehend machen zu lassen, aber davon geht meine Welt jetzt auch nicht unter. Auch ohne diese Aufnahmen werde ich diesen Ausflug nicht so schnell vergessen.

Dann war erstmal Verarbeitung der gesammelten Eindrücke angesagt. Das klappte hervorragend auf meinem schmalen, dafür aber kilometerlangen Balkon mit Blick auf den Golf von Mexiko. Ein Cristal durfte dabei natürlich nicht fehlen.

Nachdem ich mich gesammelt hatte, beschloss ich, masochistisch veranlagt wie ich bin, wieder per pedes ins Zentrum zu laufen. Diesmal aber durch die Gassen und Straßen der Stadt, nicht am Ufer entlang.

War ich gestern unglücklich über den Verfall, war ich jetzt entsetzt. Ab der zweiten Reihe wird es nämlich leider schlimmer. Dass hier noch niemand von einstürzenden Gebäuden… Obwohl, man weiß es ja nicht…

Wieder wurde ich ohne Ende angequasselt. Cambio, Habanos, Chicas? Ein junger Mann klopfte mir im Vorbeigehen auf meine Plauze und fragte mich, ob ich sein Papá sein wolle. Sachma! Ich war froh, als ich nach einer Dreiviertelstunde am Paseo del Prado war. Da war so einiges los, viele, auch wieder einige sehr begabte Künstler präsentieren sich dort. Und wieder, alle 50 Meter, „Geld tauschen?“. Wenigstens keine horizontalen Angebote mehr. Da ich Geld brauchte, sagte ich zweimal ja. Das erste Mal wollte man mir ungültige Scheine andrehen (die inzwischen aufgegebene Touristenwährung), beim zweiten Mal nur zum offiziellen Kurs. Beide Male wurde ich nach Ablehnung wüst beschimpft. Herrjeh.

Ich schlug mich zur Wiege des Daiquiri durch, so die Eigenwerbung der Bar Floridita, in der sich Ernest Hemingway so gerne aufgehalten hatte. Als touristisches Highlight war die natürlich brechend voll. Und Papa Hemingway wird dort auch verehrt bzw. ausgeschlachtet (kommt auf die Sichtweise an) wie nix. Getränkepreise sind in Dollar zu entrichten. Ich bestellte neben der bronzenen Statue des Autors einen Haus-Daiquiri namens Floridita und war nach wenigen Minuten genervt, weil jeder ein Selfie machen wollte und mal höflich fragte, ob ich kurz beiseite gehen könne, oder mich aber auch einfach wegschubste. Gottseidank konnte ich dann einen anderen Thekenplatz ergattern. Der Daiquiri war übrigens megaleecker!

Ich schlenderte die Calle Obispo runter bis zur Plaza de Armas, wo ich ein Taxi zum Hotel Nacional nahm. Dort suchte ich nach dem Geldwechsler von vorgestern. Ich fand stattdessen eine Geldwechslerin, die aber nur für 50 Dollar Pesos dabei hatte. Und das alles in kleinen Scheinen. Sie zählte etwa eine Stunde lang durch. Naja, fast. Aber ich war froh, wieder Pesos zu haben. Wenn auch in einem Stapel von etwa 10 cm Höhe.

Ich beschloss, sofort einige dieser Pesos auf den Kopf zu hauen, nämlich in einem der Restaurants auf der Calle 21, das ich jetzt auch mal namentlich erwähne: CuatroLunas heißt es. Ich war äußerst angetan. Auf der Straße angequasselt, das ist ja eigentlich nicht meins, aber die Karte sah gut aus und so folgte ich dem Mann in den zweiten Stock. Ich fand mich in einem eher schicken Restaurant wieder. Alle sehr freundlich, das Ambiente nett. Ich bestellte Schweineschnitzel mit frittierten Malanga. Ich hatte keine Ahnung, was letzteres sein sollte. Die Schnitzel waren dünn und etwas durchsehnt und lagen auf eher kaltem Püree, garniert das Ganze mit Karotten und Zwiebeln. Die Malanga sahen aus wie Kroketten und wurden mit purem Honig als Sauce serviert. Klingt grauslich? Ja, tut es, aber es war superlecker! Alles passte irgendwie zusammen. Das muss man so erst einmal hinbekommen.

Dann die nächste positive Überraschung. Ich dachte, ich müsste jetzt aus meinem Stapel Kleingeld viereinhalbtausend Pesos zusammensuchen. Aber die Rechnung war in mehreren Währungen ausgewiesen und das fast zum Eltoque-Kurs. Das ist die inoffizielle Tabelle für Geldwechsel in der Straße. Ich trank noch einen tausend Jahre alten Rum, ließ ein Megatrinkgeld da und war trotzdem inkl. zwei Bier pappsatt und glücklich für gerade mal 20 Dollar. Man drückte mir eine Visitenkarte in die Hand, ich solle beim nächsten Mal vorher anrufen, dann bekäme ich wohl den heute leider besetzten Logenplatz auf dem Balkon.

Was soll ich sagen? Das war ein durch und durch geiler (oops, Verzeihung), vielseitiger und spannender Tag. Wenn man mal eine nur kurze Zeit in Havanna sein sollte (wobei eine Stippvisite bei 11 Stunden Flug ja nur etwas für die ganz Harten ist), kann man so einen super Tag verbringen. Man muss allerdings, wenn man auf Aluan zurückgreifen will, entweder Spanisch oder Französisch beherrschen. Dabei ist sein Schwager Hamburger und lebt hier seit Ewigkeiten.

Für morgen habe ich noch nicht wirklich ein Programm, aber ich versuche, mich abends mal zur Wiege des Mojito durchzuschlagen. Den gibt es in Hemingways zweiter Lieblingsbar.

Süppelt Ihr einen mit? Dann bis morgen! Liebe Grüße, Euer Gerry

Gerry im Oldtimer
Gerry als Sancho Pansa

Tag 2 – Havanna: Licht & Schatten

Ihr Lieben,

nach deutscher Zeit war ich erst gegen halb sechs in der Heia, das war halb eins hier. Ich hätte eigentlich einen Tag durchratzen müssen. Wegen der Aufregung habe ich dann aber eher mau geschlafen, so dass ich mich nach fünfeinhalb Stunden schon wieder aus den Laken schälte. Nix zu frühstücken im Haus, nicht mal Wasser.

Ich beschloss, den Malecón, Havannas Uferstraße, entlang in den Sonnenaufgang zu laufen und im Zentrum ein Café zu finden. Das ist das Schöne am Alleinreisen, dass man so bekloppte Vorhaben nur mit sich selbst diskutieren muss.

Das Meer schwappt dermaßen stark gegen die Uferbefestigung, dass man gar nicht auf der meerseits gelegenen Seite des Malecón spazieren gehen kann, man wäre umgehend komplett durchnässt. Auf der anderen Seite einst prächtige Gebäude, die zumeist total dem Verfall preisgegeben sind, an nur einigen wenigen wird versucht zu retten, was noch zu retten ist. Morbide, aber charmant.

Am Canal de Entrada angekommen, der Havanna trennenden Wasserstraße, bot sich mir ein wunderschöner Sonnenaufgang mit Blick auf das Castillo de los Tres Reyes Morro und die Festung San Carlos de la Cabaña.

Am Revolutionsmuseum und der Kathedrale vorbeigelaufen, stieß ich auf ein schönes kleines Plätzchen mit einem Café. Dies hatte leider noch geschlossen. Auf mich stießen dann aber Alex und Yassi, die anboten, mir die Gegend ein wenig zu zeigen. So von Freund zu Freund natürlich. Mir war völlig klar, dass sie Geld haben wollten, dennoch ließ ich mich überreden. Es war dann auch ganz spannend, ich habe gefühlt 200 Hände geschüttelt (ich war der gute Freund aus Deutschland), konnte in staatliche und private geführte Läden reinblicken (deutliche Unterschiede), hatte kurze Unterhaltungen mit Kubanern, die mir berichteten, wie schwer das Leben sei, bekam wichtige Lokalitäten für kubanische Musik gezeigt, eine Mauer der Märtyrer, alles sehr nett erklärt, alles sehr interessant.

Am Ausgangspunkt angekommen, fragten sie dann, ob ich sie nicht zu einem Frühstück einladen könnte, sie hätten nicht so viel Geld. Ich ließ sie bestellen, dann wollten sie aber auch noch Geld für die Führung, das war mir zwar, wie gesagt, von Anfang an klar, und ich gab ihnen 30 $. Das hat ihnen aber überhaupt nicht gereicht, sie wollten 30$ mehr, die sie dann auch von mir bekamen, auch weil ich es hasse, in der Öffentlichkeit eine Szene zu machen. Den Preis fand ich für einen anderthalbstündigen Spaziergang dann insgesamt doch recht knackig, da das Frühstück für uns drei auch eben mal 45 Dollar gekostet hatte. Immerhin hatte ich so vorerst die deutsch-kubanische Freundschaft gerettet. Aber es kam noch dicker, ob ich Kaffee brauche. Man könne mir solchen wirklich preiswert und in bester Qualität organisieren. Als dann Yassi fünf 50-Gramm-Tütchen anschleppte und dafür auch wieder 30$ haben wollte, beschimpfte ich sie als Gauner und verließ den Ort des Geschehens.

Immerhin hatte ich sehr viel Nichttouristisches von Habana Vieja und Habana Centro gesehen. Vieles leider sehr verfallen, ich mag mir gar nicht vorstellen, was sich da nach Sanierung für Kleinodien zeigen würden. Ich streifte ziellos weiter durch die Stadt, fand durch Zufall die Calle Obispo und die Plaza de Armas. Hier sah es schon ganz anders aus, als in dem zuvor besichtigten Teil, viel herausgeputzter und wesentlich touristischer. Hier wird man ständig angesprochen, ob man Zigarren kaufen möchte, ob man Geld tauschen möchte, ob man Liebesdienste benötigt…

Ich stieß wieder auf den Malecón, dem ich bis zur Anlegestelle der Fähren nach Casa Blanca folgte, das ist die dem Kanal gegenüberliegende Seite von Havanna. Man setzt für nicht einmal einen Cent, nämlich zwei Pesos über. In Casa Blanca gibt es die zuvor erwähnten Festungsanlagen und eine mit Sockel 24 m hohe Christusstatue, zu der man sich einige Serpentinen entlang hochkämpfen muss. Man hat beim Aufstieg einen wunderbaren Ausblick auf Havanna mit seiner markanten Capitolkuppel. Für die Rückfahrt musste ich sehr lange auf die Fähre warten, aber das ist ja ohnehin das erste, was man für Reisen, und dann eben insbesondere vielleicht auf Kuba, lernen muss: Geduld.

Vor 21 Jahren spielte die Fähre eine Rolle in einem schrecklichen Ereignis. Einige Kubaner kaperten sie gewaltsam und wollten damit nach Florida übersetzen. Unterwegs ging ihnen schnell das Benzin aus, sie wurden wieder nach Kuba gebracht und dort in einer Nacht- und Nebelaktion hingerichtet. Die Weltgemeinschaft nahm dies empört zur Kenntnis. Heute noch werden deswegen die Taschen und Rucksäcke vor Betreten der Fähre auf Waffen kontrolliert.
Die „Congreso“ benamste Fähre ist übrigens dermaßen marode, dass es mich wundert, dass sie noch den archimedischen Gesetzen gehorcht. Auf deutsch: Wieso schwimmt dat Ding eijentzlich noch?

Es wurde Zeit, einen Supermercado zu suchen, da ich morgen früh nicht wieder ohne Wasser, Kaffee und Milch dastehen wollte. In einer Nebenstraße der Calle Obispo fand ich einen kleinen Tante-Emma-Laden, auf spanisch in etwa, weil so schön alliterativ, „Tienda de la Tía Teresa“. Die Produkte waren ausgepreist und nicht gerade billig, vergleichbar mit deutschen Kiosken (bei meinem nächstgelegenen langt man inzwischen auch unglaublich zu). War mir jetzt auch egal und ich platzierte meine Order, als mich von hinten eine kleine Dame am Ärmel zupfte. Ob ich nicht etwas Geld übrig habe. Naja, sie konnte ja jetzt nichts dafür, dass ich meinen Teil an guten Gaben für den Tag eigentlich schon übererfüllt hatte und bat die Señora hinter der Theke, einen Wunsch der Frau mit auf meine Rechnung zu setzen. Es kamen dazu: Cola, Eis, Schokolade und Kekse. Das fand ich ausreichend und erklärte meinen Einkauf für beendet. Tante Teresa erklärte, ich sei ein Engel, die kleine Ärmelzupferin erklärte mir aber, nun hätte ich ihr ja immer noch kein Geld gegeben. Leute, ich war baff. Ich kann mir das nur mit absoluter Verzweiflung erklären.
Auf dem Hügel in Casa Blanca sprach mich ein kleiner Junge auf caramelos, Bonbons, an, ich gab ihm eine Handvoll Mini-Haribo-Tüten. Der war happy, bedankte sich überschwänglich und erklärte ungefragt, er teile die mit seinen Geschwistern. Was soll ich sagen: Die Kinder machen es uns manchmal vor.

Meine Quanten hatten nach 8 Stunden Gelatsche inzwischen die Breite eines Elefantenfußes angenommen, und so wollte ich mir ein Taxi gönnen. Ich winkte eins heran und fragte nach dem Preis. 10 Dollar, bitte. Auf spanisch murmelte ich, „Ihr habt sie doch nicht alle“, da waren es nur noch 5. Und ich solle anrufen, wenn ich zum Flughafen müsse, das koste nur 20 Dollar. In der Bude sitze ich seitdem auf dem schmalen Balkon mit Meeresbrise (wurde tagsüber ganz schön warm!) und schreibe dies, unterstützt von einer Dose Cristal Bier.
Gleich mache ich erst einmal kurz Siesta, und dann gucke ich mir ein bisschen die weitere Umgebung von Vedado an.

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Da bin ich wieder! Von wegen kurz. Eine halbe Stunde versuchte ich den Lärm der Stadt zu ignorieren, der durch die geöffneten Fenster drang; danach kapitulierte ich, schloss die Balkontüren, legte Oropax an und, hoppla, schlief 4 Stunden. Jetzt aber mal flugs nach draußen, den Malecón in anderer Richtung entlang, irgendwann wieder landeinwärts und die Calle 23 runter, die auch La Rampa heißt und sehenswert sein sollte. Naja. Laut Reiseführer von 2017, einer Zeit, in der Kuba von der Regierung Obama profitierte und prosperierte. Bis dann das orange Elend kam.

Ich kam an einem Protzbetongebäude vorbei, dem Pabellón de Cuba, aus dem dermaßen laut karibische Rhythmen dröhnten, dass ich an ein Livekonzert glaubte. Endlich was los! Ich erklomm die oben liegende Terrasse, um festzustellen, dass etwa 10 Paare gesetzten Alters dort herumrumbaten und herumsalsaten, aber mit einem Hüftschwung, Respekt! So hatte ich meine Ration Let’s Dance auch in Kuba. Nix mit Karfreitagsruhe. Ja, heute ist Buen Viernes, wir befinden uns in der Semana Santa.

Ich war hungrig. In einer für kubanischen Verhältnisse zu dieser Uhrzeit ziemlich gut besuchten Pizzeria fand ich ein Tischchen und bestellte die Pizza della Casa. Ähm, wir haben aber keinen Schinken und dies nicht und das nicht, ob ich nicht lieber etwas anderes nähme. So wurde es eine Pizza Vier Käse. Die war auch okay, aber zumindest in dieser Pizzeria wurde Pizzaboden neu interpretiert.

Auf dem Rückweg lief ich die Calle 21 entlang. Die ist wesentlich interessanter als die Rampa. Hier gibt es einige einladende Restaurants und wohl auch kleinere Klubs.

Ich humpelte nach Hause und lasse den Tag jetzt am Küchentisch Revue passieren und mit dem Studium nutzloser Reiseführer ausklingen.
Morgen wird es bestimmt lustig, ich habe eine Verabredung der besonderen Art. Neinneinnein, nicht mit einer Santería-Priesterin.
¿Nos vemos?

Viele Grüße, Euer Gerry

Kuba – die Anreise

Ihr Lieben,

in letzter Zeit gab es ja viele Bahn- und Flughafenstreiks, dazu kommt die Unzuverlässigkeit der Bahn in den letzten Jahren, was mich veranlasste, wieder am Vorabend nach Frankfurt zu reisen, um auch wirklich meinen Flieger zu bekommen.

Da es zudem einen Vorabend-Check-in gab, fuhr ich erst einmal zum Frankfurter Flughafen. Vom Bahnhof bis zum Check-in-Schalter sind es gefühlt 17 km. Dafür stand ich aber in der Business-Schlange an zweiter Stelle. Zum Hotel waren es dann 30 Minuten mit der S-Bahn.

Vielleicht habt Ihr hier gelesen, dass ich bei meinem letzten Frankfurt-Aufenthalt in einer grauslich-greulichen Bruchbude nächtigte. Diesmal habe ich mir ein 4-Sterne-Haus mit Frühstück etwas außerhalb, aber mit guter Anbindung zum Flughafen gegönnt. Naja, gegönnt ist gut, zahlte ich doch insgesamt nur 51,- Euro. Gegenüber liegt ein Lidl, in dem ich mich mit Abendbrot versorgte. Gegen halb 10 nickte ich bei furchtbarem Fernsehprogramm ein. Ich weiß schon, warum ich zuhause keinen Anschluss mehr habe.

Das Frühstück war leider nicht so meins. Rührei aus dem Tetrapack und kein Obstsalat. Dafür aber richtig guter Filterkaffee (nachdem ich den Cappuccino aus dem Spezialitätenautomat als untrinkbar einstufte).

Tiefenentspannt fuhr ich zum Flughafen, irrte dort wieder kilometerlang herum (ich bin kein wirklich großer Fan des FRA, Ihr merkt es…) und kam dann aber dank Fast Lane in 0,nix durch die Sicherheitskontrolle, vom Fliegerproletariat neidisch bis hasserfüllt beäugt. Wie? Ach, jetzt nehmt doch nicht alles so ernst…

Der Flug war sehr angenehm, aber in der Holzklasse hätte ich wahrscheinlich eine Krise bekommen, bei immerhin 11 Stunden Flug. So hatte ich zweieinhalb mal Fine Dining, zwei Stunden Mittagsschlaf (fast ausgestreckt!), nette Filme auf sehr großen Monitoren (Barbie war sehr unterhaltsam und der aktuelle Eberhoferkrimi ganz lustig). Dazu bevorzugte Behandlung auch nach der Landung, was aber insofern nicht geholfen hat, als dass das Gepäckband am Ende des Tages nicht mitspielte…
Als es endlich losging, gab es Verwirrung, da unsere Gepäckstücke aus dem Flieger auf zwei verschiedene Gepäckbänder verteilt wurden. Da haste aber mal Menschen hin- und herirren sehen.

Draussen vor dem Flughafengebäude standen ausreichend Taxifahrer, die mir ihre Dienste anboten. Ich sollte meinem Vermieter Bescheid geben, aber weder das W-LAN am Flughafen noch meine vor Abreise für Kuba konfigurierte eSIM funktionierten. Das Büro des kubanischen Telefonanbieters war auch geschlossen. Yeah. Ich rief über meine deutsche Nummer die Mutter des Vermieters in Havanna an. Bin gespannt auf die Rechnung.

Die ersten Oldtimer

Ich handelte den Taxista um 5 Dollar runter, die ich ihm dann als Trinkgeld gab. Am Haus wartete dann Elena, die mit mir die 59 engen Stufen eines heruntergekommenen Treppenhauses hochschnaufte. Ich wegen des ganzen Gepäcks, sie, weil sie auch einiges *hüstel* zu tragen hatte. Die Wohnung stellte sich aber dann als sehr ordentlich heraus, umlaufender Minibalkon, Klimaanlagen, hübsch eingerichtet und meeeeterhohe Decken. Das Meer und der berühmte Malecón sind keine 100 Meter entfernt.

Mama warnte mich vor Überfällen, erklärte, sie wisse jetzt nicht, wo noch Supermärkte geöffnet wären, die Kreditkarten akzeptierten, ermahnte mich, Wasser und Strom zu sparen und entschwand. Ich inspizierte meine neue Bude und packte dann aus.

Blick vom Balkon

Gottseidank gibt es einen kleinen Safe. Denn jetzt kommt ein schwieriges Thema. La moneda, los dineros, pinkepinke, Kröten, Mäuse, Kohle. Es gibt einen festgelegten offiziellen Wechselkurs von ca. 1:25 für US$. Ich schreibe dies bei einem Bier für 400 Pesos. Das würde demzufolge 16 Dollar kosten. Schwarz gewechselt ist der beste Kurs zur Zeit 1:330. Jetzt kostet das Bier plötzlich 1,20 US$. Die Geldautomaten und Banken wechseln nahezu zum offiziellen Kurs. Was muss man also tun? Massenweise Bargeld mit sich rumschleppen! Für 3 Wochen! Ohne zu wissen, wieviel man braucht. Unangenehm.

Ich verstaute meine Taler und Kreuzer im Safe und ging mit nur ein bisschen Geld auf die Straße. Kurz runter zum Malecón, am prachtvollen Hotel Nacional vorbei. Durstig und hungrig.
Ich wollte Pesos, für den ersten Abend notfalls auch zum Wucherpreis. Aber vor allen Geldautomaten tummelten sich Männergruppen, was mich – weiß gar nicht warum, danke Mamacita! – abhielt, die Kreditkarten zum Glühen zu bringen.

Hotel Nacional

Ein Mann quasselte mich an, ob ich ein Taxi brauche. Nö. Ob ich denn Geld tauschen wolle. Hmmmm…. jooo…. äh…. , zögerte ich. Ich solle ihm folgen. Bei ihm zuhause wäre es sicherer, als auf der Straße. Ich lief ihm durch schlecht ausgeleuchtete Straßen hinterher. Kurz dachte ich darüber nach, was Mama Elena wohl mit dem ganzen Geld aus dem Safe machen würde, sollte man mich tot im Gebüsch finden. Er fragte, wie viel ich denn tauschen wolle. Ich flüsterte schweißgebadet „100 Dollar“. Ach, dann ginge das auch hier, zog er mich in einen kleinen Laden mit mehreren Menschen drin. Da ging dann alles ganz schnell, wenn auch nur zu einem Kurs von 1:310. Abzüglich 500 Pesos Provision für Pedro (Name von der Redaktion geändert).
Jetzt ging das Bangen los, ob es wohl Falschgeld ist.

Ich setzte mich in einen Burgerladen um die Ecke und aß einen Chickenburger und trank ein paar Bier.
Ich lernte Chiara, Sam und ihren etwas quengeligen Sohn Jim kennen. Aus Raleigh, North-Carolina. Sie zahlten gerade. Ich ließ mich auf ein Gespräch ein. Sie orderten trotz bereits beglichener Rechnung nach und jetzt weiß ich ALLES über sie. Naja, irgendwann musste der Kleine mal ins Bett und ich konnte mich meinem Burger und meinem Tagebuch widmen. Das Ihr jetzt erst weißgottwann zu lesen bekommt.

Wem die Stunde schlägt, da sang Hemingway schon ein Lied von; die Rechnung kam, die Penunze, die Asche, das Geld wurde akzeptiert. Yeah!
Glücklich taumelte ich in meine Unterkunft zurück. 3 Uhr 44 ist es jetzt bei Euch. Hier schlägt es in einer Viertelstunde 23 Uhr.
Morgen gibt es einiges zu tun. Mehr Pesos, Telefonkarte und Orientierung, was wann wie mit wem am besten zu tun ist.

Liebe Grüße aus dem Off, Euer Gerry (der sich ohne Internet nur wie ein halber Autor fühlt)

P. P. S Es geht jetzt! Yeah. Habe noch eine Stunde an den Telefon-Einstellungen rumgemurkst. Ohne Anleitung! 🤩

Aus dem Burgerladen als Take-away

Kuba 2024: Der Prolog

Ihr Lieben,

eigentlich wäre dies ja der Prolog zu meiner Südamerikareise, die aber Ende letztes Jahr mangels Beteiligung abgesagt wurde. Zu der Zeit lag ich krank in Singapur in meinem Hotelbett und buchte im Fieberwahn einfach für den gleichen Zeitraum einen Hin- und Rückflug nach Kuba. Nicht wissend, was mich dort erwartet.

Ich halte mich nicht für eine absolute Niete in Geografie, aber ich habe die Dimensionen Kubas doch deutlich unterschätzt. Nein, es ist definitiv nicht das Rhodos der Karibik. Die größte Ausdehnung beträgt doch immerhin 1250 Kilometer.

Egal, dachte ich, nimm Dir einen Mietwagen. Du bist in Südafrika oder im Baltikum auch schon ganz schön lange Strecken mit dem Auto gefahren. Ich wollte Kuba dann halt erfahren. Aber ich erfuhr etwas ganz anderes. Die Mietwagenpreise sind astronomisch hoch. Es gibt kein Benzin. Ich erfuhr aus Reisegruppen bei Facebook, dass Ausländer ihre Mietwagen zurückgegeben haben, weil es kein Benzin gab, trotz bevorzugter Behandlung von Touristen an ausgewählten Tankstellen. Man stelle sich vor, dass man an einer Schlange Einheimischer vorbeifahren kann, weil man Tourist ist. Das würde ich absolut nicht wollen. Ob das wirklich so ist? Immerhin sind das Informationen aus dem Internet. Dennoch entschied ich mich gegen einen Mietwagen.

Man schrieb mir in ebendiesen Gruppen, ich solle zuhause bleiben, es gäbe kein Klopapier, kein Benzin, keinen Strom; und das auch von Kubanern. Amerikaner, die all-inclusive-Aufenthalte an den schönen Stränden gebucht hatten, berichteten, sie bekämen nichts vernünftiges zu essen. Auf der anderen Seite ermutigten mich viele, zu kommen, da der Tourismus für das Land sehr wichtig sei. Viele Touristen schrieben in den Facebook-Gruppen, dass sie einen tollen Aufenthalt hatten. Davon übrigens oft jene, die sich eben nicht auf die All-Inclusive-Ressorts beschränkt hatten. Ich war ein wenig verunsichert, überlegte, mich einer organisierten Reisegruppe anzuschließen, habe mich dann aber doch dazu entschlossen, die Reise selbst zu planen.

Die politischen Umstände machen Kuba zu einem speziellen Reiseziel. Ich möchte gar nicht näher darauf eingehen, ich verstehe zu wenig davon, was da passiert. Klar, die Invasion in der Schweinebucht hatten wir in der Schule besprochen, Guantanamo ist jedem geläufig. Die Namen von Che Guevara und Fidel und Raul Castro haben wir alle gehört. Freunde von mir waren auf Kuba und fanden es dort super. Aber das war zu anderen Zeiten, z.B. 2012 oder 2017. Dann kamen Trump, Covid und Inflation. Vielleicht lehrt mich die Reise auch etwas über den kubanischen Sozialismus und wie er einzuordnen ist. Ich möchte dennoch eher unpolitisch hier berichten.

Ich begann, mir einen Reiseverlauf zu überlegen, wollte ich doch so viel wie möglich sehen, aber dennoch nicht jeden Tag Umzugsstress erleiden. Wir sind wieder bei einer kleinen Insel in meinem Kopf und einer großen in der Realität. Ich würde nicht alles besuchen können. Also begrenzte ich meine Planungen auf 5 Aufenthalte in größeren Städten, von denen aus ich gegebenenfalls kleinere Touren unternehmen könnte. Und hier ist der Plan:

28.03. bis 02.04. La Habana; 02.04. bis 06.04. Trinidad; 06.04. bis 09.04. Camagüey; 09. bis 12.04. Holguín (wobei ich am 11.04. nach Guardalavaca fahren möchte, um mit mir meinen Geburtstag in einem Strandrestaurant zu feiern); 12. bis 15.04. Santiago de Cuba; vom 15. auf den 16. schlafe ich dann in einem Nachtbus, um vom 16. bis zum 18.04. noch einmal in Havanna zu sein.

Ich habe bereits eine Oldtimerfahrt in Havanna gebucht, die Überlandbusse bezahlt, einen Transfer von Holguín nach „HütedieKuh“ angefragt, nach Interessenten wegen eines Ausfluges in das Viñales-Tal gesucht… Was am Ende dann alles daraus wird, das steht ein bisschen in den Sternen. Ich fühle mich gleichzeitig gut und schlecht vorbereitet.

Kurz vor Abreise wurde es auch dienstlich und privat etwas wuselig, so dass ich wegen letzter Erledigungen etwas in Hektik gerate. In meiner Wohnung wird während des Urlaubs der Rest der Tornadofolgen beseitigt (neuer Boden, Anstriche), so dass ich seit heute zwischen Kartons lebe. Gottseidank haben Luis und seine drei Mädels beim Packen geholfen. Morgen wird dann der Koffer beladen, Mittwoch geht es nach der Arbeit nach Frankfurt, von wo aus ich am Donnerstag abfliege.

Jetzt kommt meine Standard-Schlussformel eines jeden Prologs: Wenn ich mal nichts schreibe, liegt das wahrscheinlich eher an der Technik, als dass ich in einem Rumfass mit einem letzten *hicks* mein Ende fand… nur ist diesmal tatsächlich wohl mit Stromausfällen zu rechnen und damit einhergehend eine stabile Internetverbindung nicht gegeben. Aber ich versuche mein Bestes, um Euch auf dem Laufenden zu halten. Und wie immer würde ich mich über Eure virtuelle Begleitung sehr freuen!

Hasta la vista, compañeros! Euer

P.S.: Das Beitragsbild wurde von 12019 auf Pixabay lizenzfrei zur Verfügung gestellt.

Fisch-Terrine

Ihr Lieben,

heute gibt es eine Fischterrine, inspiriert durch ein überaus teures „Fertigprodukt“ in einer Großmarktkühltheke. Ich habe sie dreistöckig aufgebaut: Krabbe-Avocado, Forelle-Meerrettich und Lachs-Kräuter. Ich nehme es vorweg: Geschmacklich fand ich es Bombe, die Stabilität und Optik war aber durchaus verbesserungsfähig. Ich aktualisiere dann ggf. beim nächsten Versuch.

Lachs: 125 g Joghurt, 200 g Räucherlachs, Chiliflocken, 1 Zehe Knoblauch, 2 EL Mascarpone, 2 EL Dill (fehlt auf dem Foto oben), Salz, Pfeffer.

Forelle: 200 g Mascarpone, 250 g geräucherte Forelle, 1 EL Sahnemeerrettich, Schnittlauch, Salz, Pfeffer.

Krabben: 240 g gekochte Tiefseegarnelen, 200 g Frischkäse, 1 reife Avocado, 2 Zehen Knoblauch, Salz, Pfeffer.

Für jede Lage werden die Zutaten mit dem Stabmixer (Lachs und Krabben) bzw. einer Gabel (Forelle) vermengt. Anschließend werden noch je zwei Eier untergerührt, um eine Bindung zu erzielen. Eine passende Kastenform wird mit Backpapier oder Alufolie ausgekleidet. Die vorbereiteten Crèmes vorsichtig übereinander schichten und alles für 45 Minuten bei 150° C in der Mitte des Backofens auf mittlere Schiene stocken lassen. Komplett auskühlen lassen, vorsichtig stürzen und genießen.

Ich habe, das möchte ich nicht verhehlen, zwei Fehler gemacht: ich wollte eigentlich die grüne Crème in der Mitte haben, um einen deutlicheren Kontrast zu haben. Leider hatte ich im Tran dann aber einfach irgendeine Schüssel gegriffen und mit dieser begonnen. Zweitens eignet sich Joghurt nicht besonders, um eine Fischmasse damit anzurühren, es wird dann trotz Ei nicht fest genug. Dann bräuchte man entweder Gelatine oder man nimmt eine andere Trägermasse, die nicht so flüssig ist.

Käsekuchen – Versuch Nr. 29174/b

Ihr Lieben,

der perfekte Käsekuchen existiert, ich weiß es! Er kommt ohne Puddingpulver aus und die Vorbereitung dauert nur 10 Minuten! Habe ich es diesmal geschafft?

Es gibt auf Social Media ja haufenweise „in-3-Minuten-fertig“-Anweisungen für Käsekuchen. Besonders kluge Kommentatoren merken dann an, dass die Backzeit ja fehlt. Herrjeh.

Diesmal habe ich aus drei solchen Kurzrezepten das wahrscheinlich praktikabelste Rezept zusammengemixt. Daher gibt es auch nicht wirklich „credits“. Allen dreien war gemeinsam, dass einfach alles, was Ihr auf dem Bild hier seht, zusammengerührt wird:

In der Tasse ist der Saft einer Miniorange, in dem Fläschchen Bourbonvanille-Extrakt.

Keine Reihenfolge war angegeben, die Mengenangaben allerdings unterschieden sich deutlich. Von 3 Packungen Natron bis hin zu gar keinem Backtriebmittel, z.B. Ich entschied mich für einen gestrichenen Teelöffel Backpulver, viel Quark und viel Vanille.

Was soll ich sagen? Er ist immer noch nicht perfekt, aber man kann ihn durchaus essen. Mich würde mal interessieren, wie Eure Erfahrungen so sind. Wieso steigt der Kuchen doppelt so hoch an und bleibt dann nicht so? Locker und fluffig? Klar, Eischnee schlagen und so… Aber dann ist es kein 10-Minuten-Kuchen.

Zutaten: 200 Gramm Zucker, 2 Vanillezucker, 1 Backpulver, 100 Gramm Mehl, 5 Eier Größe M/L, 200 Gramm Butter, 1000 Gramm Magerquark, etwas Zitrusfrüchtesaft und -abrieb, Vanillearoma. 28er-Springform mit Öl eingepinselt und bei 180°C für eine Stunde in den vorgeheizten Backofen geben. Ggf. nach zwei Drittel der Zeit mit Alufolie abdecken. Im Ofen auskühlen lassen.

Kartoffelauflauf Schinken/Käse mit Curry-Sahnesauce

Ihr Lieben,

manchmal, wenn ich einen langen Tag habe, kaufe ich mir Fertigpfannkuchen (ungesüßt) und staple sie abwechselnd mit Schinken und Käse zu einem Turm, dabei gebe ich auf jede Lage ordentlich Curry-Pulver und Chilisalz. Das wird dann in der Mikrowelle fast zum blubbern gebracht und heiß gegessen. Das ist zwar super ungesund, aber ist Balsam für die Seele.

Naja, so etwas kann ich ja nicht als Rezept veröffentlichen, dachte ich mir (wobei es ja jetzt quasi geschehen ist). Daher habe ich dieses Wohlfühlgericht etwas salonfeiner aufgepeppt:

Milch, Salz und Pfeffer kommen auch noch dazu 🙂

Ich schäle Kartoffeln und schneide sie mit meiner Mandoline über die lange „Kante“ in dünne Scheiben. Ich rühre dann Sahne mit einem ordentlichen Schuss Milch, Currypulver (nicht zu wenig!), Chiliflocken, Pfeffer und Salz zu einer Sauce, in der ich die Kartoffelscheiben mit einem Löffel ordentlich unterrühre. Dann werden eine Paprika gewürfelt (die hatte ich noch im Kühlschrank) und eine Auflaufform mit Butter eingefettet.

Jetzt beginnt das Stapeln: mit Kartoffelscheiben anfangen, mit Käsescheiben enden. Dazwischen auch Schinken und Mozzarella und natürlich die Paprika. Den Rest Sauce über die gefüllte Form gießen und Butterflöckchen draufsetzen. Mit Alufolie bedecken (sonst brennt der Käse an) und für 40 Minuten bei 200°C in den Ofen (Vorheizen ist nicht erforderlich). Dann die Alufolie abnehmen und so lange weitergaren, bis die Kartoffeln weich sind. Ab und zu mal nach dem Bräunungsgrad des Käses gucken. Notfalls die Folie wieder drauf.

Mann kann das beliebig variieren. Hauptsache Trägermaterial, Schinken, Käse und Currypulver. Steht der Pfannkuchenvariante in nichts nach. 🙂

P.S.: Beim Hochladen festgestellt, dass ich gerade sehr viele Kartoffelauflauf-Variationen poste. Wenn mich das nächste Mal jemand Kartoffel nennt, wird er wohl recht haben. 🙂

Schoko-Kirschkuchen

Update: Es geht auch ohne Anbrennen. Habe den Kuchen heute als Nachtisch zu Ruths fantastischem Abendessen mitgebracht.

Für die Kuvertüre habe ich hier eine Schokoladen-Butter-Mischung verwendet. 200 Gramm Zartbitterschokolade mit 100 Gramm Butter im Wasserbad geschmolzen. In den Teig habe ich zusätzlich statt des Abtropfwassers der eingelegten Kirschen einen Schuss Rum gegeben.

Ihr Lieben,

morgen bin ich wieder bei „meinen“ Eseln und da ich Peter vom Eselpark in meinem Glückwunschtelegramm einen Kuchen versprochen hatte, musste ich heute an den Herd. Es gibt Kirschen in einem klassischen Öl-Rührteig.

Ich schlage 4 ganze Eier mit einer Prise Salz auf, bis sie sich gut vermengt haben und gebe dann 250 Gramm Zucker, ein Tütchen Vanillezucker sowie den Abrieb einer kleinen Zitrone dazu. Jetzt solange schlagen, bis eine weißliche Creme entsteht.

In der Zwischenzeit (der Teig wird von meiner MUM gerührt) vermenge ich durch ein Sieb 250 Gramm Mehl, ein Tütchen Backpulver, drei Esslöffel Kakao und einen Teelöffel Zimt. Zudem schmelze ich eine Tafel dunkle Schokolade, lasse ein Glas Süßkirschen abtropfen (die Flüssigkeit auffangen) und messe 200 Milliliter Sonnenblumenöl ab.

Letzteres lasse ich unter ständigem rühren in den Teig tröpfeln. Zu guter Letzt rühre ich dann die trockenen Zutaten kurz unter, die Basiscreme sollte nicht zu sehr zusammenfallen. Ist sie zu kompakt, noch etwas Kirschsaft unterrühren.

Alles in eine gefettete Springform geben, die geschmolzene Schokolade hineintropfen lassen, noch einmal mit einer Gabel kurz die Schokolade durch den Teig ziehen und die abgetropften Kirschen in den Teig versenken.

Etwa 50 Minuten bei 180°C Ober-/Unterhitze in den vorgeheizten Backofen geben und Stäbchenprobe machen (klebt Teig an einem Zahnstocher, den ihr in den Kuchen piekt, muss noch kurz weitergebacken werden).

Ja, und wenn dann der Timer in der Küche beschließt, seinen Dienst zu quittieren und man sich wundert, warum das so lange dauert….

,,, die verbrannten Stellen entfernen und mit viel Liebe sehr viel Schokoladenglasur auftragen! 🙂

Halbwegs gerettet…. 🙂

Moules Cancale (bretonische Muscheln)

Liebe Gourmets und Gourmands!

Heute traf ich mich mit meiner Gattin und da ich bisher noch nicht dazu kam, eines meiner Lieblingsrezepte hier zu veröffentlichen, nämlich Miesmuscheln Cancale, schrieb ich ihr vorgestern, wie es denn mit „unseren Muscheln“ wäre? Nicht wissend, dass sie diese schon das Wochenende davor einem anderen Gast kredenzt hatte. Sie machte sie aber trotzdem noch einmal für mich, wegen der 40 Jahre, wie sie sagte 🙂

Moules nach Art der Cancalesen ist eines der Rezepte, die aus dem beim Far Breton schon erwähnten Büchlein „Der bester bretonisch Rezette“ stammen und in unserer gesamten Familie und inzwischen auch bei Freunden zum Standardrepertoire gehören. Im Internet findet man dieses Rezept inzwischen auch sehr häufig. Wenn von 8 Umdrehungen der Pfeffermühle die Rede ist, handelt es sich genau um dieses Rezept aus dem von vor 38 Jahren gekauften Büchlein.

1 Bund Petersilie, 3 Knoblauchzehen, 3 Schalotten und ein Bouquet garni (eigentlich Thymian, Estragon, Rosmarin und Lorbeer, aber chacun à son goût).

Die Muscheln werden geputzt: Ins kalte Wasser damit, waschen und evtl. vorhandene „Bärte“ herausziehen. Offene Muscheln, die sich nicht auf leichten Druck wieder schließen oder eine zerbrochene Schale haben, müssen weg.

In einen großen Topf legen und die o.g. Zutaten darüber geben. Eine Flasche guten Weißweins angießen. Muscheln vertragen prima etwas Säure, daher ist ein Riesling nicht falsch. Der Franzose in uns entscheidet sich aber für einen Muscadet oder Entre-deux-mers. Aber das ist Geschmackssache.

Die weißen Stellen sind Seepocken. Die sind an Miesmuscheln normal und trotz ihres irreführenden Namens völlig unbedenklich.

Auf den Herd das Ganze und zum Kochen bringen. Fünf Minuten mit Deckel kochen lassen, dabei ab und zu den Topf schütteln oder – wenn nicht groß genug – mit der Schöpfkelle umschichten. Jetzt zwei große Esslöffel gesalzene Butter, BUTTER! meine Damen und Herren, nicht etwa ein Ersatzprodukt!, darüber geben, die berühmten Umdrehungen mit der Pfeffermühle nicht vergessen und weitere 5 Minuten kochen lassen.

Auf den Tisch und in die Teller, Baguette dazu und gesalzene Butter und einen schönen, kühlen Weißwein. Schwups, ist man in der Bretagne. Das Muschelfleisch entnimmt man übrigens mit einer leeren Schale und führt es dann zum Mund. Man benötigt nur einen Löffel für die köstliche Brühe und ein Messer für das Butterbrot.

Elke, vielen Dank für den Gefallen und dass ich Dir über die Schulter fotografieren durfte und allen anderen nach dem Nachkochen: Bon appetit!

P.S: So sah ich damals aus, das ist soooooo lange her:

Wir waren oft in der Bretagne. Es ist wunderschön dort! Dies war in unserem Ferienhaus in der Nähe von Concarneau.