Zwetschgenmus

Ihr Lieben,

vor einiger Zeit schwelgte ich ja in Oma-Erinnerungen. Dazu gehören auch die beiden Pflaumenbäume, die im Garten meiner Oma Olfen standen. Einer riesig, der andere so mittelprächtig. Der riesige Baum ragte über das Garagendach, das wir erklommen, um uns mit den vielen Wespen um die süßesten Früchte zu streiten. Die Ernte beider Bäume fiel immer sagenhaft groß aus.

So gab es dann ein paar Wochenendtage lang Zwetschgenpfannkuchen, eingelegte Pflaumen und, yep!, Pflaumenmus. Das gibt es dann auch mal heute hier im Blog. Pflaume, Zwetschge? Wir nannten sie Pflaumen, obwohl Zwetschgen, daher die Verwirrung.

Mein Problem war, dass ich im Supermarkt zwischen wirklich schon angefaulten Zwetschgen aus der großen Auslage oder noch nicht ganz reifen Exemplaren in einer Kiste wählen konnte. Ich entschied mich für letztere und beschloss, ein etwas säuerlicheres Mus zu zaubern.

Nach Entkernen und Vierteln der Früchte hatte ich 3.700 Gramm Zwetschgen und violette Finger. Diese (die Früchte, nicht die Finger) gab ich in einen Bräter und vermengte sie mit je 300 Gramm weißem und braunem Zucker. Dazu gab ich je eine mehr oder weniger große Prise Vanille, Zimt, Kardamom, Koriandersamen und Salz. Also, alles eher sparsam. Nach einer „Einweichzeit“ (damit etwas Saft gezogen wird) von ca. 3 Stunden stellte ich den Bräter ohne Deckel für 30 Minuten in den auf 200°C vorgeheizten Ofen, bis es anfing zu brodeln. Dann schaltete ich die Temperatur auf 170°C herunter und sah ein bisschen xyz (hier könnte Werbung für Ihre Streaming-Plattform stehen :-)). Von Zeit zu Zeit guckte ich nach der Konsistenz. Durch regelmäßiges Öffnen der Ofentüre kann auch Feuchtigkeit entweichen, denn diese abgehende Feuchtigkeit bewirkt erst den nachher musigen Charakter. Wenn es anfängt, fester zu werden, kann man auch mal kurz mit dem Pürierstab in die Masse. Das tat ich nach etwa dreieinhalb Stunden. Und dann muss man auch schon aufpassen. Der Umrührlöffel zeigt, dass das Mus bald fertig ist.

Wenn die Konsistenz passt, das kann durchaus auch bis zu fünf Stunden dauern, wird das heiße Mus in saubere, heiß ausgespülte Gläser gefüllt, die verschlossen und auf den Kopf gedreht werden. Pflaumenmus hält nach dem Öffnen nicht so lange wie Konfitüre, aber so lange nichts schimmelt, ist es gut und gerne ein paar Monate verzehrbar.

Fazit: Mit reiferen (aber nicht faulen) Zwetschgen wäre es besser und „omaiger“ geworden. Aber das Ergebnis ist dennoch lecker! Energetisch betrachtet, wäre es sinnvoll, direkt 20 kg Zwetschgen zu verarbeiten, denn für knapp ein halbes Dutzend Gläser ist der Energieaufwand recht hoch.

Dennoch habe ich jetzt mein eigenes, nicht zu süßes (!) und leckeres Pflaumenmus! Yippieh!

Käsemuffins

Ihr Lieben,

letztlich habe ich mit Zwetschgenmuffins experimentiert. Die sind zwar sehr lecker geworden, aber ich habe sie nicht ohne zerbröseln aus dem Muffinblech bekommen – trotz meines eigentlich zuverlässigen und heißgeliebten Backtrennsprays. Daher wurde dazu hier auch nichts veröffentlicht.

Ich machte mich schlau, was man alles gegen widerspenstige Muffins unternehmen könne. 4.293 Internetclicks später war ich schlauer: Ich erstand Muffinförmchen aus Papier, die ich auf in die Form gestreute Reiskörner setzen würde. Dann würde dennoch alles mit Backtrennspray eingesprüht werden.

Also: Heute Generalprobe! Käsemuffins.

Ich vermengte 240 Gramm Mehl mit 1 Tütchen Backpulver, je einem gestrichenen Teelöffel Cayennepfeffer, Chilipulver und Salz, fügte unter Rühren 4 Eier, 300 Gramm Frischkäse, etwa 4 cm feingeschnittenen Lauch und ein paar Schnittlauchröllchen (nicht auf dem Foto) hinzu.

Die Muffinförmchen bereitete ich wie o.a. vor und befüllte sie zu 3/4 mit dem etwas zähen Teig (ich hatte mir verkniffen, noch etwas Butter oder Joghurt hinzuzufügen). Das Blech spedierte ich für etwa 30 Minuten* in den Ofen bei 180°C Ober-/Unterhitze. Bitte kontrolliert vorher schon, ob sie anbrennen oder fertig erscheinen.

Und das ist das Ergebnis:

Sie sprangen nachgeradezu aus der Muffin-Form!

*= Genau weiß ich es leider nicht mehr, mir fiel beim Herausholen der Reiskörner eine schon geöffnete Tüte Spaghetti auf den Boden, die sich überall verstreuten und die ich – statt mit ihnen Mikado zu spielen – einsammelte, darüber aber vergaß, auf die Uhr zu schauen. 🙂

Aromatisiertes Öl

Ihr Lieben,

neulich sah ich in einem auf Delikatessen spezialisierten Laden ein winzig kleines Fläschchen Öl, in dem je eine Stange Thymian und Rosmarin, etwas Knoblauch in Stücken sowie eine aufgeschlitzte Chili herumdümpelte. Für diese erlesene Kostbarkeit rief man 5,90 Euro auf.

Nun ratet mal, was diese 6 Fläschchen gleicher Größe in Heimarbeit an Investitionen verschlungen haben?

Eben! 🙂 Ich habe allerdings statt Olivenöl Rapsöl genommen, da ich die Pfanne auch gerne mal ordentlich unter Feuer setze und Rapsöl da weniger qualmt und auch nicht so schnell anbrennt. Die Chilis sind längs aufgeschlitzt, das gelbe ist eine scharfe Habanero-Schote, die ich gesechstelt habe. Pro Flasche zwei Knoblauchzehen, in Stücke geschnitten und etwas angequetscht.

Ihr könnt natürlich auch andere Kräuter benutzen, der Phantasie sind wie immer keine Grenzen gesetzt.

Auf der Suche nach dem verlorenen Hofladen – Abschied von Butjadingen

Ihr Lieben,

was wie ein Gemeinschaftswerk von Proust und Fontane klingt, ist in Wirklichkeit nur ein kleiner Bericht über unsere Rückreise von Nordenham.

Wir standen verhältnismäßig früh auf, da unsere Vermieterin angeblich für 10 Uhr den Fensterputzer bestellt hatte. Wir entschieden uns für eine Miniversion von Frühstück, packten alles zusammen und waren gegen Viertel vor 10 aufbruchbereit. Die Vermieterin wollte die Wohnung gar nicht sehen (die wir noch grob ein bisschen geputzt hatten) – „Wir sind ja alle erwachsen, hahaha!“, und so verabschiedeten wir uns.

Bevor wir Nordenham verließen, suchten wir zu Fuß einen Hofladen auf, der genau einmal die Woche, nämlich samstags von 10 bis 12 Uhr geöffnet hat. Ein Wunder: Es handelte sich tatsächlich um einen Hofladen! Ich erstand Eier, Wurst, Käse, Joghurt und bekam noch einen Quark geschenkt, da dieser das Ablaufdatum schon überschritten hatte; er sei aber noch absolut in Ordnung, meinte die sehr nette Dame, die uns alles probieren ließ und ihre Produkte erklärte. Eine ältere Dame wartete geduldig hinter uns. Wir wollten Sie vorlassen, aber sie hatte wohl sichtlich Interesse an den dusseligen Stadtkindern, die sich erklären ließen, wie man hier Käse herstellt.

Als wir zum Auto zurückkamen, das noch bei der Ferienwohnung stand, sahen wir, dass unsere Vermieterin selbst die Fenster putzte. Gott, da hätten wir ja auch noch ein Stündchen länger schlafen können….

Im Goethe-Viertel in Bremerhaven

Wir beschlossen, wieder den sog. Ostfriesenspieß zurückzufahren, da wir auf dem Hinweg ja so wunderbar durchgekommen waren. Um Ernst Jandl mal aus dem Zusammenhang gerissen zu zitieren: „Werch ein Illtum!“. Es gab so einige Sperrungen und Staus auf der Strecke, die wir aber dann alle landstraßenmäßig umfuhren. So dauerte alles etwas länger, aber wir waren wenigstens immer in Bewegung. Ich finde ja wenig grässlicher, als im Stillstand im Stau festzuhängen.

In Neuss wurde dann wieder hin- und hergeräumt und ich düste dann…. äh….ja…. Die A57 war ab Dreieck Neuss Süd gesperrt und man wies ca. einen Meter vorher darauf hin; es hatte sich also was mit „düsen“. Mit einem ellenlangen Umweg kam ich dann zuhause an, wo nicht nur der FC Köln gerade gegen Wolfsburg verlor, Helene-Fischer-Fans die Stadt stürmten und die GamesCom-Besucher die Straßen verstopften. Nein, in Poll wurde ich dann mit Tschingderassa-Bum begrüßt, den gegenüber findet gerade das Sommerfest in der alten Schule statt. Hier ist immer was los! 🙂

So, das war unser kleiner Kurzurlaub, übrigens der erste Deutschlandurlaub mit Elke, der ohne Amy stattfand, da die alte Lady Urlaub inzwischen zu anstrengend findet. Aber Maren hat wunderbar auf sie aufgepasst und Elke auch immer mit tagesaktuellen Fotos versorgt. Fazit der Reise? Das war sehr schön, die Halbinsel ist sehr ruhig und nett und zumindest vor den Häuserfassaden ist alles so ungemein friedlich. Viel zu sehen gibt es eher an anderen Orten, z.B. Ostfriesland oder im Norden Schleswig-Holsteins, aber lebenswert mag es auch hier sein. Es gibt viele Leerstände und verlassene und heruntergekommene Häuser – natürlich auch gerade in Bremerhaven. Dennoch eine Reise wert. Danke an Elke für die schöne Begleitung!

Ihr Lieben, in knapp 5 Wochen geht es nach Dresden, ich hoffe, Ihr begleitet mich dann wieder so lieb mit Kommentaren und Nachrichten. Ich freue mich immer sehr, wenn Ihr dabei seid.

Lieber Grüße, Euer

P.S.: Das Haus im Beitragsbild wird kommendes Jahr 250 Jahre alt. Es lag um die Ecke unserer Ferienwohnung. Ich war sofort schockverliebt in dieses guterhaltene Gemäuer!

Bremerhaven

Ihr Lieben,

Schietweddertach heute, was tun? Statt durch die Dünen zu laufen empfiehlt sich hier ja ein Stadtbesuch, das wäre in unserem Fall Bremerhaven. Ich kannte den Ort ja schon, war ich doch zweimal schon dort mit dem Kreuzfahrtschiff abgefahren, einmal nach Norwegen, einmal nach Dänemark und Schweden. Daher war mir klar, dass wir nichts Großartiges zu erwarten hatten.

Um Viertel nach 10 boardeten wir die Fähre „Bremerhaven“ und tuckerten vom Fähranleger in Blexen in ein anderes Bundesland. Die Überfahrt ist kurz und es war recht diesig. Das verlieh der Stadtsilhouette ein interessantes Licht. Wir begaben uns zum alten Hafengebiet und schlenderten dort ein bisschen umher. Es gibt da einige fragwürdige Bauten: die beiden Hochhäuser mit dem Columbus-Einkaufszentrum, das Klimahaus und das Kongresszentrum Sail City, das ganz entfernt an den Burj Al-Arab in Dubai erinnert, sowie das Moin-Outlet.

Wir liefen zu den Leuchttürmen am Zoo, wo wir in eine Hochzeitsgesellschaft platzten, weiter um den Zoo herum bis zum alten Hafen, durch das Klimahaus in das Outlet, wo ich drei T-Shirts zum Schnapperpeis erstand, weiter bis zum Platz vor den Schiffen und dem U-Boot des Schiffahrtmuseums, wo wir uns in einem Café stärkten. Das Outlet ist sehr schön gemacht, die Läden haben alle eine gefakte Hausfassade und es ist alles im Stil eines hübschen Dörfchens arrangiert.

Durch das wesentlich ungemütlichere, fast schon deprimierende Columbus-Center liefen wir zur Einkaufszone, die wir einmal rauf- und runterliefen. Sie ist so unspektakulär wie fast alle deutschen Einkaufsstraßen, mit genau dergleichen langweiligen Melange aus Kaufhauskettenfilialen, Handyläden, Barbieren und Ein-Euro-Shops. Trist! Das bisschen Kunst, das verstreut die Szenerie beleben soll, oder die eine interessante Kirche machen es dann auch nicht wirklich wett.

Sollte das alles gewesen sein? Wir zogen das Internet zu Rate. Ein Altstadtbummel durch den Ortsteil Lehe. Ach, wie nett. Da laufen wir mal hin. Je nun, was soll ich sagen? Wenn man nicht viel hat, muss man mit dem wenigen, was man hat, wenigstens gut arbeiten. Es finden sich auf dem Rundgang ein paar nette Häuser, eine Kirche und ein paar Erklärbär-Stelen zum Goethe-Viertel, ansonsten herrscht auf dem Weg dorthin und vor Ort – wenn auch weniger ausgeprägt – Tristesse vor. Viele leere Läden, alles ein bisschen runtergekommen. Highlight ist das Geburtshaus von Lale Andersen. Immerhin.

Es fing an zu regnen, so ließen wir uns auf ein Kaltgetränk bei einem Griechen nieder. Es regnete mehr und mehr. Wir fuhren dann mit dem Bus zur Weserfähre zurück und schipperten mit der „Nordenham“ wieder nach Blexen und liefen zurück in die Ferienwohnung. Dort faulenzten wir zwei Stündchen, bevor wir uns bei Usselswetter Richtung Weserschlösschen aufmachten, wo wir trotz Regens einen Außentisch mit Schirm ergattern konnten.

Es war ziemlich voll, freitags ist dort nämlich amerikanisches Barbecue. Ich nahm sofort den großen Teller, Elke das Wiener Schnitzel. Das war schon ganz lecker alles, man hatte nur die ein oder andere Beilage bei Elke vergessen. Aber ich teilte brav, es wäre ohnehin viel zu viel gewesen. Da aber auch noch Bierabend war (ein halber Liter Hemelinger für 2,80 Euro!!!, wo gibt es sowas noch?), sind wir preiswert und pappsatt nach Hause geschwommen. Ja, es regnete mal wieder. Später, wir waren schon in der Ferienwohnung, fing es dann regelrecht an, zu schütten.

Ja, und so schnell ist ein Kurzurlaub schon rum. Morgen müssen wir um 10 Uhr die Wohnung räumen. Wir fahren dann aber vor der endgültigen Reise noch in einen unentdeckten Hofladen. Seid Ihr auch schon so gespannt wie wir?

Liebe Grüße, Elke und Gerry

American Beauty
Man denkt praktisch in Blexen: links Gummi gegen, rechts Gummi für Kinder

P.S.: Es gibt hier einen Bus mit der Endhaltestelle „McDonald’s“. Das wirft doch Fragen auf.

Fedderwardersiel und der Rest der Halbinsel

Moin, Ihr Lieben.

Nach einer eher kurzen Nacht – ich hatte am Tag noch damit geprahlt, dass ich seltenst Einschlafstörungen habe und schlief dann ausgerechnet gestern auf Deubel komm raus nicht ein – nahmen wir ein ausgiebiges und üppiges Frühstück ein, wie wir es uns zuhause leider zu selten gönnen (können). Dermaßen gestärkt brachen wir zur Erkundung der Halbinsel auf.

Wir starteten in Fedderwardersiel, einem kleinen Hafen, zu einer Wanderung über der/die/das Langwarder Groden. Und das bei klarem Himmel mit Sonnenschein. Unser Weg führte an Sielen, Deichen, Watt und Wiesen vorbei, manchmal auch über Deichkronen und Holzplanken bis an die Nordspitze, von der wir einen anderen Weg zurückliefen. Und wir sahen Schafe, Kühe, Pferde und massenweise Vögel, gar nicht zu sprechen von den vielen Wattwürmern 😀

Dadurch, dass alles sehr flach und gleichartig ist, kombiniert mit der unglaublichen Weite, kommt man beim Wandern fast in einen meditativen Zustand. Irgendwann waren auch gar keine anderen Menschen mehr zu sehen. Sehr schön war das. Auf dem Weg zurück hatten wir dann wieder zunehmenden Kontakt, je näher wir unserem Ausgangspunkt kamen. Apropos Kontakt: Hier wird wieder ge-moint, was das Zeug hält. Ich liebe es! Man sagt ja, die Norddeutschen sind mundfaul (sind sie manchmal), distanziert (ja, auch das) und fremdeln (ich als gebürtiger Muschelschubser kann auch das bestätigen!). Aber es herrscht ein dennoch deutlich freundlicherer Umgangston vor, im Gegensatz von z.B. zu Köln.

Nach der Wanderung labten wir uns in einem Biergarten direkt am Meer an einem Kaltgetränk und Elke holte sich noch ein Krabbenbrötchen auf die Hand (mit der Spezialknoblauchsauce des Hauses). Die Dame hinter dem Tresen hörte gar nicht auf, Krabben in das Brötchen zu schaufeln, so war das Konstrukt auch entsprechend schwer zu verzehren. Ich wollte nichts, bekam aber als Ausgleich, „dass Sie den Knoblauchgeruch Ihrer Frau ertragen müssen“, eine kleine Tüte Gummibärchen mit dem Logo der Butjadinger Fischereigesellschaft. Sehr lieb!

Wir begaben uns zum Wattensteg in Burhave. Ich sage ja lieber Seebrücke, das klingt mondäner. Es hat nur leider wenig mit einer Seebrücke gemein. Es ist halt ein Wattensteg. Eine Frau kämpfte sich todesmutig durch den Schlick (es war Ebbe) und schwamm in der braunen Brühe, Respekt! Zwei Schweizerinnen warfen Brot ins Wasser, ich hoffe, es war nicht für die schwimmende Frau gedacht.

Wir haben beide ein Faible für Käsereien oder Hofläden und dergleichen. Wir wollten die besten der besten in Butjadingen und Umgebung finden. Ich nehme es vorweg: Nur wer ohne Ansprüche durchs Leben geht, kann nicht enttäuscht werden. Hofladen No. 1 war ein Tinneff-Shop, der die Cafeteria-Besucher mit Tand und Schund lockte. Hofladen No. 2 war eine Selbstbedienungsbaracke mit zweierlei Sorten Käse, Bionadegetränken und Eisbechern. Hofladen No. 3 bekam uns aufgrund dieser Erfahrungen gar nicht erst zu Gesicht. Was haben wir wehmütig an den Hofladen in Pilsum gedacht.

Jetzt waren wir schon so weit über die Insel gegurkt, da wollten wir einen Blick auf Wilhelmshaven werfen und fuhren nach Tossens, einem Nordseebad im Westen der Insel. Inzwischen nieselte es. In Tossens ging es mal so richtig touristisch zu. Viele Familien mit kreischenden Kindern und kläffenden Hunden. Souvenirshops und gastronomische Betriebe gut gefüllt. Wir erklommen den Deich, um auf einen Strand zu schauen, der auch den Ansprüchen von Mittelmeerurlaubern gerecht würde. Die Hauptstraße hinauf stießen wir auf den Butjener Küstenmarkt. Ich versprach mir sehr viel davon, jedoch war es eine Souvenir-Kitschbude der Extraklasse, mit bestimmt auch schönen Artikeln, die aber im großen Ramschen …. äh…. Ganzen untergingen.

Wir stärkten uns mit einem Aperitiv in einem griechischen Restaurant und nahmen – wegen der Eindrücke, die wir sammeln wollten – eine Umwegsstrecke in Kauf, um nach Hause zu kommen.

Also, die ganze Halbinsel (ich erwähnte gestern das Schöner-Dorf-Idyll) ist sauber, adrett und wie geleckt. Hier liegt kein Dreck herum, die Gärten sind gepflegt bis zum Gehtnichtmehr und alles ist wie im Museum. Fast schon spooky für jemanden, der aus einer so dreckigen Stadt hierher kommt. Wir haben aber eine Vermutung: Wer nicht zu den festgelegten Zeiten seinen Rasen mäht oder die verwelkten Blüten von seinen Sträuchern abzupft oder das Unkraut in seiner Einfahrt mit dem Flammenwerfer vernichtet, wird vom jeweiligen Gemeinderat verdammt und im Schnellverfahren von einer Klippe in die Nordsee geworfen. Ich mag es hier.

Abends haben wir uns aus allerlei Leckereien (nein, NICHT aus einem Hofladen!) unsere traditionellen Burger gebastelt, Backgammon gespielt (Elke hat gepfuscht! Anders kann ich mir ihre vielen Siege nicht erklären!) und dann dem stetigen Regen vor unseren Fenstern gelauscht. Wir sind über 20.000 Schritte gelaufen und haben so einiges gesehen. Es ist eine nette Ecke, aber man muss es auch gerne mal ruhig und etwas langweilig mögen. Wir tun das, daher geht es uns nicht allzu schlecht hier.

Morgen fahren wir in die laut Focus-Magazin sechshässlichste Stadt Deutschlands. Naja, Fakten, Fakten, Fakten!? Wir machen uns mal ein eigenes Bild (wobei ich ja schon einmal da war). Guckt Ihr wieder mit? Würde uns freuen.

Liebe Grüße, Elke und Gerald

Nordenham, die Anreise

Ihr Lieben,

um 10 Uhr früh brach ich von Köln aus auf, um bei Elke umzuladen und umzusteigen. Doch kurz nach Worringen sah ich mich unversehens an einem Stauende wieder. Und war froh über Coras gute Bremsen. Denn das Stauende stand (!, wie eine Mauer) urplötzlich vor mir. Super, dachte ich, das fängt ja gut an! Zumal ich annahm, dass wir eine ganze zeitlang über die A1 würden fahren müssen, die ja nicht gerade den besten Ruf hat, um entspannt vorwärts zu kommen. Irgendwo bei Dormagen stellte sich dann heraus, dass die A57 in Länge von etwa 100 Metern auf eine Spur verschmälert wurde und dies ursächlich für die Verkehrsbehinderung war. Das an dieser Stelle vorgesehene Reißverschlussverfahren war fast allen Beteiligten scheinbar gänzlich unbekannt. Es ist ein unerklärliches Phänomen!

Bei Elke angekommen, haben wir dann erst einmal einen Kaffee zu uns genommen und dann unsere Gepäckstücke hin- und herverräumt. Ihr wisst ja, auch eine vernünftige Kaffeemaschine muss mit, wer weiß, was man vor Ort anfindet. Die Weinkisten! Wichtigwichtigwichtig! Wer weiß, was man im Norden bei Aldi für eine Plörre verkauft! Aufbackbrötchen, Käse, Knabberzeug. Der Ankomm-Sekt in der Kühltasche. Um es kurz zu machen: Unsere kleinen Koffer wogen vielleicht zusammen 10 Kilogramm und das Equipment drumherum etwa eine Tonne.

Erfreulicherweise kamen wir dann, da das Navi uns über die A31 führte – das ist der sogenannte Ostfriesenspieß (die Bezeichnung kannte ich noch nicht) – super gut durch, konnten unterwegs eine Rast machen und waren 3 Minuten nach frühestmöglicher Eincheckzeit an der Ferienwohnung. Yeah! Ab sofort meine Lieblingsautobahn! Die Wohnung ist eigentlich sehr gut, was ich aber bei der Buchung übersehen bzw. missverstanden hatte: Es gibt keine Terrasse und keinen Balkon. Nur eine Raucherecke vor dem Haus. Das ist etwas schade, aber ansonsten ist alles prima.

Wir stießen mit einem Tröpchen Sekt auf unseren Kurzurlaub an, fuhren zum nächstgelegenen Edeka (ein riesiger, schöner Laden!), um Resteinkäufe zu tätigen und erkundeten dann den Ort. Es ist ein verschlafenes Nest, aber auch ein Kandidat für „Unser Ort soll schöner werden“. So aufgeräumt und friedlich! Der Kirchhof ist idyllisch (St. Hippolyt aus dem 12. Jahrhundert), da ist man quasi gerne begraben, und man blickt auf die Hafenanlagen und große Schiffe von Bremerhaven (also, wenn man nicht begraben ist).

Wir liefen über den Deich zum Weserschlösschen (siehe Beitragsbild), das war früher mal ein Bahnhof und beherbergt jetzt eine Herberge und ein Restaurant mit Biergarten. Obwohl es grau war und ab und zu tröpfelte, ließen wir uns auf der Terrasse nieder und ließen uns das örtliche Bier schmecken. Dazu gab es einen sehr guten Burger für Elke und eine (bis auf die sehr fischige Scholle) gute Fischplatte für mich.

Am Abend hingen wir dann noch ein bisschen auf dem Sofa ab und überlebten mehrere kleine Lachkrämpfe, deren Ursache Ihr mir nicht glauben würdet, wenn ich sie Euch erzählte. Fragt uns bei Gelegenheit danach, man muss es hören (und selbst dann wird man es nicht verstehen, es ist eine Dabeigewesenseinmüssengeschichte).

Insgesamt ein schöner erster Tag, für morgen haben wir uns eine kleine Wanderung ausgeguckt. Ihr lauft doch mit, oder?

Liebe Grüße von Elke und Gerry

Die wahren Deichkinder!

Nordenham – Prolog

Ihr Lieben,

Elke und ich haben vor geraumer Zeit beschlossen, zusammen einen Kurzurlaub an der Küste zu verbringen. Ohne Amy, ihre Hündin, und mit unseren Fahrrädern (Cora hat ja einen Fahrradträger!), damit wir mit diesen über die Halbinsel zwischen Jadebusen und Weser in der Sommerhitze herumflitzen können.

Wir entschieden uns sehr schnell für ein uns angenehm scheinendes Haus, ohne zu wissen, was man dort, nämlich in Nordenham, so unternehmen könnte. Wir buchten und der Kontakt zu den Vermietern war sehr nett. Wir sind leider nur 2 volle Tage dort, da unsere Terminkalender dermaßen vollgespickt waren, dass wir keinen längeren Termin fanden. Und nun müssen blöderweise unsere Fahrräder daheim bleiben, da ich inzwischen eine Dreifach-hipp-hipp-hurra-Hernie diagnostiziert bekommen habe, die mich etwas einschränkt. Heute erst wurde der OP-Termin festgelegt.

Und da wir die Räder jetzt nicht nicht mitnehmen, fahren wir wegen der mangelhaften Klimatisierung von Cora jetzt mit Elkes Wagen, dessen Namen ich gerade gar nicht parat habe. Cora hat sich ziemlich beschwert, sie könne auch mal Seeluft gebrauchen, aber immerhin kommt sie ja nach Neuss, auf Elkes Stellplatz, ist doch auch was!

Bis gerade war ich mit packen beschäftigt, denn auch eine kurze Reise bedarf…. jajaja, ich gebe es ja zu, ich war faul und habe alles auf den letzten Drücker erledigt. Also, um 10 Uhr geht es Richtung See, ich hoffe Ihr seid dabei. Wir freuen uns jetzt schon!

Liebe Grüße, Euer

Quelle Bild: Google-Suche „Nordenham“

Bandnudeln mit Minzpesto

Ihr Lieben,

neulich habe ich eine Lebensmittelrettungstüte im türkischen Supermarkt geholt, da waren u.a. mehrere dicke Bündel Minze drin, die sofort verarbeitet werden mussten; es reichte für mehrere Gläser Minzpesto! Das kann man prima als Aufstrich für geröstetes Brot nehmen, das mit Tomaten oder Käse belegt wird, aber eben auch für Nudelgerichte.

Für die Bandnudeln nehme ich 125 Gramm Mehl (Typ 00 oder 405), 125 Gramm Hartweizengrieß, ein Ei, knete das unter milliliterweiser Zugabe von Wasser gut durch, lasse es etwas ruhen, knete es noch einmal (ggf. je nach Geschmeidigkeit noch mit ein paar Tropfen Öl) durch, walze es dann mit der Nudelmaschine dünn aus und schneide mir Bänder mithilfe des Tagliatelle-Aufsatzes. Das Teigrezept stammt von toto-w bei Chefkoch und seitdem gehört das viele Gefluche bei der Nudelteig-Verarbeitung der Geschichte an. Und man muss nicht dauernd nachmehlen und die Maschine ist rucki-zucki gereinigt. Also, meinen Dank, toto-w.

Für das Pesto püriere ich (mit Stabmixer oder entsprechender Küchenmaschine) die Blätter eines dicken Bündels Minze mit zwei Esslöffeln gehackten Walnüssen, 50 Gramm Grana Padano oder Parmesan, eine Chilischote, ein oder zwei Knoblauchzehen, etwas Zitronenabrieb, etwas Zitronensaft, eine Prise Salz und so viel Olivenöl, das es eine geschmeidige Masse gibt.

Die Bandnudeln in kochendes, stark gesalzenes Wasser geben, sie sind schon nach etwa drei bis vier Minuten durch. Drei oder vier Esslöffel Pesto in eine Pfanne geben, eine halbe Kelle des Nudelkochwassers dazu, die Nudeln unterheben. Wer will, kann auch Kirschtomaten oder Krabben oder gehackte Nüsse zum Pesto in der Pfanne geben oder später Parmesan drüberstreuen. Wie immer ist das Eurer Phantasie überlassen.

Das übriggebliebene Pesto immer leicht mit Olivenöl abdecken, dann hält es einige Zeit.

So schmeckt der Sommer! Haut rein. Euer Gerry

Pfirsichpfanne

Ihr Lieben,

das Original-Rezept dieses Gerichts kenne ich von meiner Großmutter Olfen, sie hat es allerdings anders zubereitet. Ohne Chili und Thai-Curry, auch ohne Wein und mit Schweinefiletwürfeln und Pfirsichen und Mandarinen aus der Dose. Alles ganz klassisch mit Salz und Pfeffer gewürzt.

Ich habe es ein bisschen für heute abgewandelt. Ich brate eine Tüte gelbes Thai-Curry in reichlich Rapsöl an, gebe eine gewürfelte Zwiebel, eine kleingewürfelte Peperoni sowie zwei gepresste Knoblauchzehen dazu. Alles gut verrühren. Mit Wein ablöschen und das bemehlte Putengeschnetzelte dazugeben. Das Mehl sorgt für ein bisschen Bindung. Sahne dazu und etwas köcheln lassen. Erst nach 5 Minuten auch die (frischen) Pfirsichwürfel dazugeben. Kurz vor dem Servieren auch noch das halbe Dutzend gehackte Minzblätter. Abschmecken und mit Basmatireis servieren.

Schmeckt pfanntastisch! Übrigens auch mit anderem Fleisch und Obst. Oder mit ein paar Cashewkernen. Oder auch mit Petersilie statt Minze. Ihr wisst schon, einfach drauflosprobieren.