Kapverden 2025: Der Prolog

Ihr Lieben,

wenn man an die Kapverdischen Inseln denkt, denkt man vielleicht nicht an eine fast dreiwöchige Reise, sondern eher an eine Woche All-inclusive in einem der Bettenbunker auf Sal oder Boa Vista, den touristischsten Inseln des Archipels. Wie ich überhaupt darauf kam, dorthin zu reisen, erschließt sich mir auch nicht mehr. Aber irgendwann diskutierte ich mit einem entfernten Bekannten auf Bluesky darüber und der wollte dann sogar mitreisen. Wir einigten uns auf Inselhopping mit mindestens drei Inseln. Ich nehme es vorweg, er sprang wieder ab.

Eigentlich wollte ich wieder alles auf eigene Faust buchen, aber bei näherer Beschäftigung mit dem Reiseziel stolperte ich immer wieder darüber (selbst auf den Seiten des Auswärtigen Amtes!), dass man sich nicht wirklich auf Fähren und Inlandsflüge verlassen könne. Zudem wollte ich eben nicht in irgendwelche Bettenbunker. Ich suchte also eine Agentur, die mir schöne Pensionen und Öko-Lodges (jaja, ich weiß, öko ist, wenn man gar nicht erst fliegt) vorschlägt, und die auch die Inlandsverbindungen bucht. So muss ich nicht schauen, wie es weitergeht, wenn einmal etwas nicht so klappt, zudem habe ich so bestätigte Transfers zu Unterkünften, Fähr- und Flughäfen.

Ich erhielt einen Basisvorschlag mit zusätzlichen Ausflugsangeboten, der ein wenig modifiziert werden musste (ich und Gebirgswanderung, bewahre!) und buchte dann folgendes Paket:

Mindelo – Porto Novo (Val do Paul) – Ponta do Sol – Mindelo – Praia – Tarrafal – Santa Maria. Inkludiert sind eine geführte Wanderung, eine E-Bike-Tour, ein Ausflug mit dem Fischerboot, eine Inselfahrt über eine Passstraße und ein begleiteter Marktbesuch.

Basis: © Google Maps

Insgesamt ist das jetzt keine Schnäppchenreise, daher verspreche ich mir doch einiges davon. Der Veranstalter „Soul-Tours Cabo Verde“ hat eine Niederlassung auf den Inseln und ich hatte bei der Planung und dem Vorgespräch ausschließlich mit Kapverdianern zu tun, der Firmensitz ist aber in der Schweiz. Vor drei Wochen hatte ich einen Videocall mit meinem Reisebetreuer Elber vor Ort, den ich kontaktieren kann, wenn etwas nicht klappt.

An- und Abreisen war nicht enthalten, die musste ich mir selbst organisieren. Hin wurde mir eine Verbindung vorgeschlagen, die fast mitten in der Nacht startete und mir 30 Minuten für den Umstieg in Lissabon gönnte. Da beschloss ich, schon Montag, also zwei Tage früher nach Lissabon zu fliegen (war dann auch noch billiger), um mich dort auf meinen Urlaub einzustimmen und am Mittwoch mit TAP nach Sao Vicente weiterzureisen. Zurück fliege ich von Sal aus mit TUI direkt nach Düsseldorf.

Ich bin seeeehr gespannt, Ihr Lieben, die Inseln sind recht vielseitig. Gesprochen wird lt. Elber neben Kreol auch eine Art Portañol, damit müsste ich einigermaßen zurechtkommen. Ich studiere ja gerade Portugiesisch und lerne so wichtige Sätze wie „Der Bär isst mit seiner Tante ein Sandwich im Wald“. Viele Menschen, denen ich erzählt habe, dass es auf die Kapverden geht, haben mir Tipps für die Reise gegeben, aber auch Schauermärchen z.B. über Geldwechselei und -abhebung erzählt. Vorsichthalber habe ich mal meine Bank informiert, dass es dahin geht. Apropos Vorbereitungen: Es sei schon einmal verraten, dass man sich bei Einreise auf die Kapverden einige Tage vorher bei der Nationalpolizei gegen eine Gebühr registrieren muss. Das ist aber ziemlich unkompliziert.

Tja, die Koffer sind gepackt und wie immer würde ich mich natürlich rasend über Eure virtuelle Begleitung freuen, morgen Abend gäbe es den ersten Bericht aus Lissabon. Und wenn Ihr mal nichts von mir hört, liegt es eher an technischen Problemen, als dass ich in ein Fass Grogue gefallen bin und fürderhin dauerangezwitschert über die Strände torkele.

Liebe Grüße, bis denne, Euer

P.S.: Das Vorschaubild ist KIs Idee einer Zusammenfassung von Cabo Verde.

Adventsaktivitäten

Ihr Lieben,

es war wieder einmal eine ziemlich vollgestopfte Woche, es wird dringend Zeit, dass ich Urlaub habe (denn der ist ja bekanntlichermaßen bei mir nie vollgestopft).

Montags ging es schon gut los mit einem drei Tage dauernden Kombi-Audit in der Firma. Bis auf eine kleine Rüge haben wir das aber einigermaßen unbeschadet überstanden. Dennoch ist sowas mental ja auch kraftraubend.

Am Donnerstag gab es die Abschiedsparty eines langjährigen Mitarbeiters. Da habe ich spaßeshalber mal wieder eine Rede von ChatGPT schreiben lassen, aber die war so grottig, dass ich den Kollegen bat, mir nur ein paar Stichpunkte aufzuschreiben, die ihm wichtig waren, und habe doch frei vorgetragen. Das war eine sehr ruhige, aber schöne Party.

Freitag zog es mich dann direkt nach der Arbeit zu Stefan und Lars nach Hattingen, die beiden kenne ich – treue Leser wissen das – von einer Asienreise. Sie veranstalteten einen Currywurst-/Sekt-Empfang zu Advent. Da ich noch nie in Hattingen war, fuhr ich früh los, um mir den Ort ansehen und den Weihnachtsmarkt besuchen zu können. Herrjeh! War das überlaufen. Aber der Ort scheint wirklich nett zu sein. Am Glockenturm wartete ich vergeblich auf das für 18:05 Uhr angekündigte Glockenspiel, allein, der Glöckner schien mit seiner Esmeralda auf Karibikreise zu sein. Immerhin hatte ich dadurch Gelegenheit, am französischen Weihnachtsmarkt 8 Galettes für 8 Euro 10 zu erstehen. Waren aber auch lecker, muss man zugeben. Frau oder Herr Bürgermeister/in: Bitte erstatten Sie mir die Keksausgaben, die ich ja nur wegen des ausgebliebenen Musikgenusses erstand.

Auf der Partyeinladung war – das hatte ich wieder vergessen – der Dresscode feierlich bzw. weihnachtlich vorgegeben. Ich ergatterte in einem Hattinger Fachgeschäft für elegante Herren-Garderobe (Inh. Erwin Lindemann) eine rosafarbene Weihnachtsmütze und war dann wenigstens nicht der dresscodeloseste Besucher. Das Fest war eine (be)rauschende Ballnacht. Ich taumelte gegen zwei Uhr zu meinem Hotel, erstes Haus am Platze für 54 Euro, ohne Frühstück, ohne alles, und wachte mit leicht erweiterter Hutgröße wieder auf. Zwar wollte ich noch einmal bei Tageslicht durch Hattingen laufen, aber da ich mein Gepäck dabei hatte, der Kater schnurrte und es auch noch nieselte, begab ich mich nach Hause. Ihr Hasen, war schön, gerne wieder!

Am Wochenende habe ich dann sehr viel telefoniert. Meinen Eltern geht es nicht so gut, mein Vater war beim Telefonat sehr niedergeschlagen, das beschäftigt mich natürlich sehr. Er schimpft sehr aufs Altsein mit den einhergehenden Schmerzen und Beeinträchtigungen. Dann denke ich immer, wie viele Wehwehchen ich schon habe und welche Mühen sich jetzt schon abzeichnen.
Mit Matthias habe ich auch gequasselt, das war mal wieder schön, voneinander zu hören.

Sonntag traf ich mich dann mit ein paar Nachbarn beim Griechen mit „dem schönsten Rheinblick“. Leider ruht man sich im Oasis da ein bisschen drauf aus, denn obwohl es recht leer war, war man zwar freundlich, aber total unaufmerksam. Das Essen ist gut, die Weine sind so lala, dafür aber extrem teuer. Für Menschen, die vor allem den Blick haben wollen, ist es aber völlig okay. Wir haben uns dennoch amüsiert. Alle gucken jetzt auch mal verstärkt nach einer Bleibe in Deutz oder Poll, damit wir nicht ganz so weit auseinanderdriften.

Kommende Woche wird es noch einmal etwas dichter, insbesondere beruflich. Sitzungen, Weihnachtsfeier, Übergabe. Freitag werden Elke und Nora mich besuchen, ab da gilt nur noch: Urlaubsrestvorbereitungen. Ich weiß, dass ich diesmal wesentlich länger brauchen werde, störenden mentalen Ballast abzuwerfen, um mich ganz auf Land und Leute einlassen zu können, auf der anderen Seite freue ich mir aber schon ein Loch innen Bauch!

Ich denke und hoffe mal, wir sehen uns dann kommenden Montagabend in Lissabon. Am Sonntag wird es zudem wieder einen Prolog zur Reise geben. Ich freue mich schon sehr auf Eure Begleitung.

Liebe Grüße, habt eine tolle dritte Adventswoche, Euer

P.S.: Die Geschlechtsteile der drei Ritter (?) vor der Stadtmauer in Hattingen sind mit dem geeigneten Werkzeug wohl abzumontieren und ein beliebtes Souvenir. Es soll ein Depot mit Ersatz… äh… also…

Spinatsuppe

Ihr Lieben,

gestern hatte ich ja diesen Spinatsalat gemacht. Dafür brauchte ich nicht gerade viel und ich hatte noch einen gefühlten „Fatboy“ (hier könnte IHRE Werbung stehen!) voll. Also machte ich mich nach dem Abendessen daran, auch den zu verwursten, er war zu schade zum Vorsichhingammelnlassen.

Ich putzte und würfelte grob etwa ein halbes Kilogramm Kartoffeln und 5 sehr große Karotten, schälte und zerhackte 4 Schalotten und 3 Knoblauchzehen. Die Zwiebeln und die Zehen briet ich im Auguste mit etwas Öl an. Dann gab ich die Gemüsewürfel dazu und kochte alles für eine halbe Stunde in einem Liter Gemüsebrühe. Anschließend gab ich die geschätzten 450 Gramm Spinat dazu und kochte alles für weitere 5 Minuten und pürierte die Masse anschließend.

Jetzt wurde abgeschmeckt. Man kann sich überlegen, in welche Richtung das gehen soll. Scharf oder Ingwer und Sesam oder mediterran?! Ich entschied mich für Kräuter und Schärfe und gab Oregano, Thymian, Rosmarin und Chili dazu, ebenso die obligatorische Prise Zucker.

Serviert werden kann das dann pur oder aber mit Croutons, Schinkenwürfeln, sehr kross gebratenen Speckstreifen oder wie ich es machte – dann aber mit dem Salz in der Grundsuppe vorsichtig sein – mit Räucherlachsstreifen. Bei herzhaften Suppen kann man auch mal süße Schlagsahne als „Krönchen“ draufsprühen. Der Phantasie sind bei der Auswahl sowohl der Gemüse, als auch der Zugaben keine Grenzen gesetzt. Nur sollte ein Wurzelgemüse dabei sein, das die nötige Bindung schafft. Und klar, Stangenbrot dazu.

Natürlich lässt sich das alles auch auf dem Herd machen, aber Auguste nimmt mir die Pflicht ab, dabeistehen zu müssen und umzurühren. Außerdem ist er der weltbeste Pürierer.

Ziegenkäse im Blätterteig auf Spinatsalat

Ihr Lieben,

den Was-muss-weg-Tag kennt Ihr ja schon, gelle? Ich hatte aus irgendeinem Grund einen Riesenbeutel Spinat erstanden, der liegt schon drei Tage im Kühlschrank, zudem näherten sich die Verfallsdaten von Blätterteig und Ziegenkäse. Daher schnell heute nach der Arbeit noch ein paar Himbeeren und zwei Birnen gekauft.

Die Idee zu den Törtchen ist nicht neu, viele Varianten kursieren bei Youtube oder in anderen Sozialen Netzwerken. Man gibt auf ein Backpapier, das auf einem Backblech liegt, einen Klacks Honig, auf den ein paar Kräuter (ich habe Thymian genommen), darauf eine Ziegenkäsescheibe (von der Rolle), darauf eine dünne Scheibe Birne. Den passend ausgeschnittenen, runden Blätterteig stülpen wir mit einem bisschen Rand darüber. Hier mal Schritt für Schritt:

Ab damit in den vorgeheizten Ofen, bis der Blätterteig schön goldgelb gebacken ist.

Den gewaschenen Spinat verrühren wir mit einer Vinaigrette (1 EL Öl, 1/2 EL weißer Balsamico, 1/ Teelöffel Senf, Pfeffer, Salz, Prise Zucker und bisserl Wasser, alles gut durchgeschüttelt), legen ein paar gewaschene Beeren und Walnusskerne dazu und akrobatisieren die Blätterteigtörtchen mit einem Salto Mortale oben drauf.

Dazu ein Schluck Gewerkschaftsbrause. Hmmm, legga!

Mein Thanksgiving

Ihr Lieben,

Thanksgiving, in den USA immer am 4. Donnerstag im November gefeiert, heißt ja nichts anderes als Danksagung. Im Moment tue ich mich schwer damit, Dank zu versprühen, ist doch in letzter Zeit der Wurm drin.

Auf der Suche nach einer neuen Wohnung stieß ich auf eine Perle, die nur drei Minuten Fußweg von meiner Firma entfernt ist. Einzig wirklich offensichtliche Makel bei der Besichtigung am Dienstag war die briefmarkengroße Küche sowie der Wunsch des Vermieters, die Kaution in bar auszuhändigen. Da schleichen sich mir Scamming-Gedanken ein: Vorzugeben, man hätte eine Wohnung und dann von Dutzenden von Interessenten Bargeld abzugreifen. Ds kommt übrigens recht häufig vor. Am Ende entschied ich mich, zuzusagen, aber u.a. mit der Forderung, die Küche modifizieren zu dürfen und einen langjährigen Mietvertrag auszustellen, da es eine Tochter mit Interesse an der Wohnung gäbe, die man aber nicht ausziehen lassen wolle. Danach habe ich dann nichts mehr gehört. Naja, wer weiß, wofür es gut ist… Von einem Eigenbedarf in den nächsten macht ja auch keinen Spaß.

Am Mittwoch dann wusch ich abends Wäsche und schmiss danach den Trockner an. Als ich die Wäsche dann abholen wollte, war sie noch pitschnass. Die Trommel dreht sich, aber es wird nicht mehr getrocknet. So ein Mist, das fehlte mir echt noch! Ich habe mich mal nicht dazu hinreißen lassen, am Schnäppchenfreitag ein neues Gerät zu erstehen. Ich werde den Rest der Zeit in Poll den Trockenraum benutzen und meine Socken zwischen die Negligés von Frau Katz und den Schießer-Feinripp von Herrn Schneider hängen müssen. Finde ich nicht so wirklich prickelnd.

Herumschlagen musste ich mich auch mit der falschen Rechnung einer Versandapotheke. Auf meine erboste Mail hin rief man mich an, man verstehe meinen Unmut und würde mir 10 Euro von den 20 zu viel abgebuchten auf mein Kundenkonto gutschreiben. Sachma! Ich schrieb das in drei Bewertungsportale, schwupps, bekam ich mein Geld zurück. Ich höre immer öfter, dass man seinem Geld massiv hinterherrennen muss. Was soll das? Ist das so eine Art Ermüdungsstrategie? Wahrscheinlich, bei mir hat es auch schon einmal funktioniert damit, ich verzichtete nach Stunden Nachbohrerei auf Erstattung von 100 Euro durch Ethiopian Airlines. Der zeitliche Aufwand stand in keinem Verhältnis mehr.

Freitagabend gab es dann Ablenkung. Meine Lieblingslyrikerin Ruth Forschbach führte durch einen Abend zum 50. Todesjahr meiner Lieblingslyrikerin Mascha Kaleko in der Volkshochschule Frechen. Doch doch, selbstverständlich man kann zwei Lieblingslyrikerinnen haben!! Begleitet wurde sie vom Gitarristen Johannes Krause. Das war ein sehr schöner, nachdenklicher und auch informativer Abend.

Das Wochenende hatte ich mir freigehalten, um weiter nach einer neuen Bleibe Ausschau zu halten. Die Einkäufe ließ ich mir bringen, ich musste das Haus nicht verlassen. Das ist bei so einem Driss-Wetter schon sehr schön. Leider waren die Eier zerbrochen, also diesen Montag kein Kuchen für die Abteilung. Der Inhalt hat sich übrigens über die darunter befindlichen Einkäufe ergossen, aber das waren gottseidank alles abwaschbare Artikel.

Am Abend ich wollte mir etwas gutes tun und bereitete mir ein verspätetes Thanksgiving-Essen zu. Ein Truthahn für mich alleine wäre etwas übertrieben gewesen, daher downgradete ich diesen zu einer Maispoularde. War sehr lecker!

Morgen lasse ich Gott mal einen guten Mann sein (schon witzig, dass die Altvorderen das so formuliert haben, denn im Umkehrschluss bedeutet das ja, dass… ach, ist ja auch wurscht) und mache mal gar nichts.

Habt alle einen tollen Restsamstag und einen gemütlichen Sonntag!

Ich auch zuweilen, kleine Tomate, zuweilen auch ich!

P.S.: Ich habe in der Black-Friday-Woche uuuuunglaublich viel Geld gespart. Ich habe nämlich nichts gekauft.

P.P.S.: Zum Beitragsbild… der alte weiße Mann hat etwas sehr unschönes zum Engel gesagt, da musste ich ihm den Kopf abbeißen. Der Engel hat darüber sehr dreckig gelacht, daher musste er später auch dran glauben.

Thanksgiving light: Maispoularde mit Fertigbeilagen

Ihr Lieben,

ein ganzer Truthahn wäre für mich vielleicht doch ein wenig mächtig. Zwar esse ich gerne zwei oder drei Tage das gleiche Gericht, aber 14 Tage? Ich weiß nicht. Daher gibt es heute die abgespeckte Version eines Thanksgiving-Essens. Maispoularde mit Apfelfüllung, Semmelknödelchen und Rotkohl. Die Beilagen habe ich als Convenience-Produkte gekauft, ich leide gerade unter akuter Herbstfaulheit.

Die Butter war zu schüchtern für den Fototermin.

Die Poularde wird gewaschen und geputzt. Drei gewaschene und klein gewürfelte Äpfel sowie zwei Karotten mische ich mit Salz, Pfeffer, ganz wenig Zucker & Zimt und in Weißwein eingelegten, kleingehackten getrockneten Aprikosen. Weiße Zwiebelwürfel, eine milde Chili und ein paar Kräuter der Provence kommen auch noch in die Mischung. Die Poularde mit der Menge füllen. Nun ein wenig neutrales Öl mit Salz und Pfeffer, Gemüsebrühe sowie Rosenpaprika anrühren, das Geflügel damit bestreichen und ab in einen Bräter auf einem Bett der restlichen Füllung. Wer kenn ihn nicht, den Song „I wanna lay you down in a bed of filling“? Ein ganz kleines bisschen Weißwein angießen und nun bei 180°C ohne Deckel etwa eine Stunde brutzeln. Nach einer halben Stunde die Poularde wenden, noch einmal mit dem Öl bestreichen.

Jetzt sich den Knödelchen und dem Rotkohl widmen. Selbstgekauft natürlich! Das Huhn nach Kerntemperaturprobe aus dem Bräter nehmen und das Gemüse mit ein bisschen Weißwein, Butter und Sahne zur Soße aufbereiten. Ggf. nachwürzen. Das Huhn zerteilen und mit den Beilagen sowie einem guten Klacks Preiselbeeren servieren.

Das war schon sehr lecker, aber die Karottenwürfel würde ich nächstes Mal kurz vordünsten, sie sind noch sehr knackig gewesen, was zur restlichen Textur der Füllung nicht hundertprozentig gepasst hat.

Guten Appetit!

P.S.: Wenn ich Gäste habe, mache ich Rotkohl und Klöße natürlich selbst. Kleine Anekdote: Da muss man auch Rückschläge hinnehmen. Als ich das erste Mal Rotkohl wie meine Oma Olfen oder meine Mutter machen wollte, beides ausgezeichnete Köchinnen, rief ich meine Mutter an und fragte, wie das ginge. Gaaaanz einfach, fing sie an… Bei dem Punkt „die Zwiebeln dann mit Gewürznelken spicken“ hätte ich aber besser mal nachgefragt, ich habe das ganze Tütchen verbraucht, entsprechend war der Kohl ungenießbar. Meine ersten Klöße hätten bei so einigen mit Kanonen geführten Schlachten den Wendepunkt bringen können, so hart und dennoch gummihaft waren die. Eine Kloßkugel und ding, pling, plong, ganze Stadtmauer eingerissen.

Gerrys Massaman-Curry

Ihr Lieben,

eigentlich ist das hier vorgestellte Rezept gar kein Massaman-Curry. Erstens, weil Kaeng-Masaman (so der thailändische Name) übersetzt Muslim-Suppe bedeutet und ich Schwein verwendet habe (was man aber durch Huhn, Rind oder Tofu ersetzen kann) und ich zweitens auch sonst bei den Zutaten ein bisschen gepfudelt habe. Was es aber dann zum Massaman-Curry macht, ist die Massaman-Paste, die ich verwendet habe:

Die Mango oben im Bild konnte ich nicht verwenden, die war innendrin ganz braun, ich ersetzte sie einfach durch einen zweiten Apfel.

Karotte ganz klein würfeln und in Öl anbraten, dann das in dünne Scheiben geschnittene Fleisch dazu. Ingwer, Knoblauch, Chili drauf und weiterbraten. Dann die Paste unterrühren und eine Dose Kokosmilch dazu. Salzen, pfeffern, etwas Zucker und Limettensaft dazu, köcheln lassen. Apfelstücke und Frühlingszwiebelringe einrühren, kurz mitbrodeln lassen, abschmecken (Schuss Sake bei mir) und mit Reis und Sprossengarnitur servieren.

Am nächsten Tag hatte ich noch gut was übrig, da habe ich dann statt Reis als Beilage gekochte Kartoffelwürfel im Curry aufgewärmt und auch noch ein paar Champignons hinein gegeben. Sehr lecker!

Verfrühte Auswanderungsvorbereitungen

Ihr Lieben,

heute Morgen wollte man mich überfahren. Der Pickup eines Gartencenters von der Größe eines Elefanten (das Auto, nicht das Gartencenter) raste (!) ungebremst auf den Zebrastreifen zu und nietete mich fast um. Ich konnte mich nur durch einen beherzten Rückwärtssalto in Sicherheit bringen. Der Fahrer hing am Handy. Ich zeterte, er fing an zu diskutieren. Ich hoffe, der fährt nicht mal Mutter und Kind über den Haufen, die nicht so reaktionsschnell sind. Leider habe ich – ich war zu geschockt – mir die Nummer nicht gemerkt. Was für Armlöcher im Straßenverkehr unterwegs sind!

Ansonsten war die letzte Zeit außerordentlich ereignisreich. Ich fange mal mit dem einschneidensten Ereignis an: Mir wird wegen Eigenbedarfs meine Wohnung gekündigt. Das passt nun einmal so gar nicht in meine Lebensplanung, da ich ja ohnehin mit 63 ausziehen wollte. Zudem hatte ich eine neue Duschkabine gekauft, die ich gottseidank noch nicht montiert habe, aber die ich auch nicht mehr zurückgeben kann. Vielleicht richtet es eBay. Auch einen neuen Kühlschrank hatte ich mir gegönnt, ich hoffe, ich kann den mitnehmen und muss den nicht auch für ’n Appel und ’n Ei verscherbeln. Die Ungewissheit, wann ich wo wohne und was das kostet, führte dann auch zwangsweise zur Absage meiner Geburtstagsfeier zum 60. Was soll ich im Bürgerzentrum Poll feiern, wenn ich vielleicht schon in Brühl wohne? Und wenn ich bis April noch nichts gefunden habe, habe ich auch ganz andere Probleme als mein Alter. Gottseidank haben alle mit Verständnis reagiert. Ein paar Freunde hatten schon unstornierbare Flüge und/oder Hotels gebucht, mit denen gehe ich dann einen picheln. Alles eine große, grüne Scheibe. Ich warte noch auf eine Antwort der „Ahl Schull e.V.“ bzgl. meiner Stornierung, die Location hatte ich nämlich schon bezahlt.

Überlegen muss ich, ob ich jetzt schon alles ausmiste und nur noch mit kleinem Gepäck existiere. Was mir, solange ich noch arbeiten muss, eigentlich nicht passt. Ich wollte bis zur Rente auch meine Kunst und meine Möbel um mich rum haben. Vor ziemlich genau 2 Jahren habe ich schon einmal alles gepackt, als die Wohnung durch den Tornado Schäden gelitten hatte und renoviert werden musste. Ich hätte einiges verpackt gelassen, wenn ich die Entwicklung geahnt hätte.

Für letzten Samstag war dann unser Familienkaffeeklatsch terminiert, in Mönchengladbach. Ich brach auch rechtzeitig auf, nachdem ich DB-Seiten, VRS- und Öffi-App konsultiert hatte. Ja, ich käme trotz der eigentlich unnötigen Sperrung des Hauptbahnhofs (übrigens wieder ein Schildbürgerstreich sondergleichen!) ans Ziel, aber leider wurde ich veräppelt. Ab Ehrenfeld ging nichts mehr. Die Züge wurden angezeigt, aber fuhren nicht. Eine viel zu späte Durchsage verriet, wir hätten den Schienenersatzbus zu nehmen. Allein, den fanden wir nicht. Keine Ausschilderung, kein Servicepersonal, kein Nichts. Die Regelbusfahrer wussten auch von nichts. Ich machte kehrt, fluchend wie ein Kesselflicker. Die Bahn ist so ein heruntergekommener Verein geworden!

Angenehme Ereignisse gab es gottseidank auch: ein sehr lustiger Doppelkopfabend, an dem ich haushoch verloren habe, und ein Treffen mit Elke und zweiter Zusammenkunft mit Nora. Elke hat ein fantastisches Rezept für einen Nudel-/Hackauflauf mit Cheddar. Hier mal Bilder:

Es gibt auch seit dem letzten Schnipsel zwei neue Rezepte, Pasta mit Räucherlachs und Krabben und Champignons in Knoblauch-Crème, beides sehr lecker.

Kennt Ihr eigentlich die App „Toogoodtogo“? Da konnte ich letztens eine Tortenplatte von Printen Schmitz ergattern. Die gab es dann Montagmorgen zur Abteilungsbesprechung. Die Konditoreiwaren sind dreimal so teuer, wie die Backwaren der umliegenden Butter- und Mehlverwurster, aber dafür auch zehnmal so lecker! Da steckt echt viel Liebe drin. Und dass die Konditoreien Riese und Printen Schmitz sich an dem Programm beteiligen, finde ich mal eine Erwähnung wert!

Am Montagabend dann hatte ich ein Zoom-Meeting mit meinem Reisebetreuer von den Kapverden, Elber. Da sind wir kurz den Ablauf durchgegangen und haben offene Fragen geklärt. Da ich die Reise nicht stornieren kann, werde ich sie auch antreten; wenn auch meine Stimmung zur Zeit noch etwas getrübt ist. Ich hoffe, ich kann vor Ort abschalten.

Kommendes Wochenende wollte ich eigentlich zu einem Freund nach München, aber dem habe ich abgesagt, weil ich ihm nicht mit meiner schlechten Laune daherkommen will. Auch er hat Verständnis. Ich nehme mir das Wochenende mal die Zeit, Pläne zu erdenken.

So, das war jetzt leider ein etwas gegreinter Schnipsel, aber man muss ja auch mal seinen Unmut loswerden.

Liebe Grüße, Euer

P.S.: Habe ganz vergessen, Euch mein neues Haustier vorzustellen. Kurti, er lebt in meiner Fächerpalme und ist ein Myriopode der Gattung Amplinus, die in Mexiko beheimatet ist. Daher sprechen wir spanisch miteinander.

P.P.S.: Mein neuer Kühlschrank, den ich sehr schön finde:

Knoblauch-Crème-Champignons

Ihr Lieben,

in der Abteilung gab es kürzlich eine Diskussion, ob man die Pilzpfanne mit Knoblauch-Créme daheim auch so gut hinbekommen könnte, wie auf den Weihnachtsmärkten. Ich war der festen Überzeugung, dass ich schon ein Rezept für diese berühmt-berüchtigten Weihnachtspilze hier eingestellt hatte und verwies darauf. Es stellte sich raus, ich habe mir das wohl nur eingebildet.

Vorwegschicken möchte ich, dass die Pilze auf dem Markt natürlich auch deswegen unschlagbar schmecken, weil man dann schon Glühwein oder Punsch intus hat, ein Kinderchor im Hintergrund „Süßer die Glocken nie klingen“ trällert und der Schnee leise auf die pudelmützbedeckten Häupter rieselt.

Wenn Ihr oben genannte Umstände zuhause nachstellt (s.u.), kann man auch gut diese Version essen:

Eine große Portion kleiner Pilze putzen und ggf. halbieren oder vierteln. Für ein paar Minuten mit nur etwas Butter unter stetigem Wenden in einer Pfanne anbraten, bis sie glasig und etwas geschrumpft sind, und beiseite stellen. Jetzt eine kleingewürfelte Zwiebel und ein bis 20 gehackte Knoblauchzehen (je nach Geschmack) in Butter anbraten, mit 1 EL Gemüsebrühe, die in 50 ml Weißwein aufgelöst wurde, ablöschen und einen Becher Schmand hineinrühren. Kurz köcheln lassen, mit etwas Salz, etwas Zucker, Rosenpaprika, viel Pfeffer und massenhaft Schnittlauch würzen und die Pilze wieder hinzugeben. Noch einmal gut erhitzen. Geröstetes Baguette ist immer ein guter Begleiter.

Dazu passt hervorragend ein Becher Glühwein der Marke Château Migraine. Tipp: Bei Schneesturm ans geöffnete Fenster stellen, Pudelmütze auf und Alexa oder Siri bitten, Weihnachtsmusik zu spielen.

Übrigens: Wenn man das ganze püriert, hat man eine prima Pilzsuppe.

Bandnudeln mit Räucherlachs & Krabben

Ihr Lieben,

heute gab es mal wieder ein supereinfaches, aber leckeres Nudelgericht, von dem ich dachte, ich hätte es schon längst hier eingestellt. Wahrscheinlich hatte ich es mal überlegt, mir dann aber gedacht, jeder kann Fisch in Sahne schnibbeln und dann über Nudeln gießen. Aber manchmal dient ein Rezept ja auch nur der Inspiration, daher…

Einen Becher Sahne mit ein paar klein geschnibbelten Scheiben Räucherlachs und einer kleinen Packung Krabben (ich nehme die in Knoblauch eingelegten dafür) bei mittlerer Hitze erwärmen, einen Klacks Meerettich dazugeben, pfeffern, Spritzer Zitrone oder Wermut dran und dann – je nach Geschmack – frische Kräuter, Dill passt natürlich prima, aber ich hatte Schnittlauch und Petersilie vorrätig. Für ein bisschen Farbe sorgen geachtelte Kirschtomaten.

Ich nahm aus Faulheit heute mal wieder Tagliatelle aus der Kühlung, die ich kurz kochte und nach dem Abgießen mit einem großzügigen Stich Butter versah. Eine Scheibe Räucherlachs auf den angewärmten Teller, Nudeln drauf drapieren, mit Soße übergießen, für die Optik noch ein paar Kräuter und ein paar halbierte Kirschtomaten an die Seite. Wer mag, kann Käse darüber raspeln, ich finde aber, dass der hierzu nicht so gut passt.

Anisliebhaber können statt des Wermuts auch Ouzo oder Pastis nehmen.